Transformieren heißt investieren: Unternehmen müssen ihre Produktionsprozesse, Lieferwege und die Logistik anpassen oder sogar neu strukturieren. Herkömmliche Kreditfinanzierungen sind dafür nicht immer geeignet, denn sie betrachten Risiken und Renditen meist nur in der wirtschaftlichen Dimension. Langfristig positive Auswirkungen nachhaltiger Transformationsprozesse bleiben meist außen vor.
Deshalb gibt es inzwischen ein weites Feld von Finanzierungslösungen, die gezielt nachhaltige Kriterien berücksichtigen und Anreize für ESG-konforme Investitionsentscheidungen schaffen. Der Einsatz hierfür geeigneter Instrumente ist auch politisch gewollt: Die Europäische Union, die Europäische Investitionsbank, ebenso Bundesregierung und Bundesbank, wollen dadurch einen größeren Fokus auf Investitionen erreichen, die zum Management von Umwelt- und Klimarisiken beitragen, positive soziale Effekte haben und die Unternehmensführung verbessern – und damit auch der Stabilität des Finanzsystems insgesamt dienen.
Ein inzwischen weit verbreitetes Instrument sind sogenannte „Green Bonds“, also „grüne“ Anleihen. Das Kapital, das durch sie erlöst wird, ist zweckgebunden, es darf also ausschließlich für nachhaltige Finanzierungen eingesetzt werden, etwa für Investitionen in die energieeffiziente Sanierung von Unternehmensgebäuden oder die Umrüstung von Fahrzeugflotten. Ausgegeben werden Green Bonds von Staaten, Unternehmen oder Finanzinstitutionen. Auch Kommunen geben mittlerweile grüne Anleihen aus. Im vergangenen Jahr platzierte zum Beispiel die Stadt München mithilfe der BayernLB als erste deutsche Kommune einen Green Bond, dessen Erlös in klima- und umweltrelevante Infrastrukturprojekte fließen soll.