Auch wenn das Thema Klimawandel zurzeit von der aktuellen wirtschaftlichen und weltpolitischen Lage überschattet wird, bleibt das zugrunde liegende physikalische Phänomen präsent. So halten die Sparkassen an ihrem Engagement fest, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 °C zu begrenzen. Sie implementieren wichtige Tools und Prozesse, um ihr Nachhaltigkeitsmanagement weiter zu optimieren.
Wie entscheidend es ist, gerade in Sachen Klimaschutz nicht nachzulassen, zeigen aktuelle Zahlen des Umweltbundesamts: Deutschland befindet sich demnach mittelfristig zwar auf einem guten Pfad: Das Zwischenziel, die Treibhausgase bis 2030 bundesweit um 65 Prozent zu senken, schätzt das Bundesamt noch als erreichbar ein. Kritischer ist jedoch die langfristige Perspektive: Die angepeilte Senkung von 88 Prozent bis 2040 scheint nach neuesten Projektionen auf der Basis bisheriger Emissionen und der zum Veröffentlichungszeitpunkt geplanten Maßnahmen fraglich, ebenso die Erreichung der Netto-Treibhausgasneutralität bis 2045.
Die Finanzwirtschaft ist hier in hohem Maß gefragt, da sie bei vergleichsweise geringen eigenen Emissionen andere, emissionsintensive Branchen und Aktivitäten finanziert. Diese sogenannten Scope-3-Emissionen machen den mit Abstand größten Anteil des CO2-Fußabdrucks bzw. der Treibhausgasbilanz eines Finanzinstituts aus. Ihre genaue Berechnung stellt die meisten Institute jedoch vor enorme Herausforderungen. Die Sparkassen Rating und Risikosysteme GmbH, ein Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe, hat deshalb im vergangenen Jahr die Weichen gestellt für ein neues Instrument, das neben den direkten auch die indirekten Emissionen besser messbar und damit steuerbar macht. Der THG-Emissionsrechner orientiert sich am etablierten Standard des Greenhouse Gas Protocols und ist nahtlos umsetzbar in OSPlus, dem zentralen IT-Bankensystem der Sparkassen-Finanzgruppe. Der Rechner erfasst die Aktivitäten eines Instituts, errechnet die daraus resultierenden Emissionen und integriert sie in die sparkasseninternen und zentralen Reporting-Tools.
Diese Integration der Daten in der OSPlus-Architektur schafft somit mehrere Vorteile: Sie stehen unmittelbar für die Weiterverarbeitung, etwa in Nachhaltigkeitsberichten oder für strategische Maßnahmen zur Dekarbonisierung, zur Verfügung. Das Zusammenführen und die Bereitstellung der Daten schaffen außerdem die Voraussetzungen für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit – auch gegenüber Prüferinnen und Prüfern oder in der öffentlichen Kommunikation eines Instituts.