Umwelt
Leistungen der Sparkassen-Finanzgruppe per 31.12.2025, sofern nicht anders angegeben
Bewertung von Umweltrisiken
Die Sparkassen engagieren sich für das Gelingen der Energiewende und das Erreichen der Klimaziele in Deutschland. Dabei ist es ihnen wichtig – wo es möglich ist –, die Einbindung der Kundinnen und Kunden, Unternehmen und Institutionen bei den ökologischen Weiterentwicklungen in der Region zu unterstützen.
Risiken aus Klima- und Umweltveränderungen sind ein möglicher Treiber bekannter Risikoarten, die im Rahmen der regelmäßigen Risikobetrachtungen in Bezug auf die Geschäftsstrategie in der Verantwortung der einzelnen Institute liegen und von ihnen analysiert werden.
Inside-out-Risiken
Im Rahmen der Betrachtung der „Inside-out-Perspektive“ wird analysiert, welche Auswirkungen die Geschäftstätigkeit auf Klima, Umwelt und biologische Vielfalt hat und wie der Ausstoß von Treibhausgasen reduziert werden kann. Die Berichterstattung über direkte Auswirkungen auf Klima und Umwelt in den verschiedenen Bereichen der Wertschöpfung erfolgt auf Institutsebene.
Outside-in-Risiken
Im Rahmen der Betrachtung der „Outside-in-Perspektive“ wird analysiert, welche potenziellen physischen und/oder transitorischen Risiken sich auf die Finanzierungen und Anlagen und damit auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation eines Instituts auswirken können. Die Berichterstattung über physische und/oder transitorische Risiken erfolgt auf Institutsebene.
Nachhaltigkeitsrisiken werden im Rahmen der Risikoinventur betrachtet. Hierbei kommen zwei Instrumente zum Einsatz, mit denen potenzielle negative Auswirkungen von Klima- und Umweltrisiken auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage der Sparkassen ermittelt werden können. In der „operativen Risikoinventur“ findet dabei eine Relevanzbeurteilung von Nachhaltigkeitsrisiken auf Ebene der Risikokategorie für einen Zeitraum von ein bis drei Jahren statt; dem besonderen, langfristigen Charakter von Nachhaltigkeitsrisiken wird daneben durch die strategische Betrachtung möglicher Nachhaltigkeitsrisiken Rechnung getragen („strategische Risikoinventur“). Beide Instrumente dienen der Erfüllung der Angabepflichten zu Nachhaltigkeitsrisiken bzw. den Anforderungen der 9. MaRisk-Novelle.
Zur Betrachtung von Nachhaltigkeitsrisiken auf Branchenebene haben die Sparkassen den S-ESG-Score entwickelt. Genauere Angaben dazu finden sich im Abschnitt „Nachhaltigkeit im Aktivgeschäft (SPS H8)“.
Umweltauswirkung des Geschäftsbetriebs
Viele Sparkassen reduzieren in ihrem Geschäftsverkehr die Zahl der Flüge im Inland, nutzen, soweit möglich, vorrangig öffentliche (Schienen-)Verkehrsmittel und stellen ihren Fuhrpark auf geringeren CO2-Ausstoß um.
Klima- und Umweltziele
Wir haben im Jahr 2025 mit dem S-THG-Emissionsrechner der Sparkassen Rating und Risikosysteme GmbH ein eigenes Tool zur Erfassung der eigenen und der finanzierten Emissionen auf den Weg gebracht.
Einige Institute setzen sich Ziele im Umweltmanagement und berichten den Fortschritt gegenüber der Öffentlichkeit.
Ökologische EU-Taxonomie
Bei Instituten, die zur Berichterstattung bzgl. der ökologischen EU-Taxonomie verpflichtet sind, erfolgt die Berichterstattung auf Institutsebene.
Förderung von Umwelt- und Klimaschutz
Die Sparkassen setzen sich gemeinsam mit ihren Stiftungen und den Verbundunternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe in ganz Deutschland aktiv für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen ein. Die Förderung von Projekten im Natur- und Umweltschutz sowie zum Erhalt der biologischen Vielfalt ist fester Bestandteil dieses Engagements. Im Berichtsjahr 2025 haben wir zahlreiche regionale Initiativen und kommunale Projekte für Umwelt- und Naturschutz gefördert, verstärkt auch solche, die der Bindung von CO2 dienen, beispielsweise Aufforstungs- und Renaturierungsprojekte sowie Baumpflanzungen. Rund 24,7 Mio. Euro (2024: 25,2 Mio. Euro) hat die Sparkassen-Finanzgruppe in den Trägergebieten und Regionen insgesamt für umweltbezogene Maßnahmen in den Regionen bereitgestellt.
Für die Erreichung der langfristigen Umwelt- und Naturschutzziele, wie sie beispielsweise in den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen verankert sind, arbeiten die Sparkassen eng und vertrauensvoll mit örtlichen Natur- und Umweltschutzorganisationen, mit ihren kommunalen Trägern sowie mit Einrichtungen der lokalen Wirtschaft zusammen.
In Kooperation mit lokalen Partnern tragen die Sparkassen auch in wachsendem Maße zu Aufklärung und Bewusstseinswandel bei Unternehmen und privaten Haushalten vor Ort bei, zum Beispiel durch Informations-veranstaltungen zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz, die Förderung erneuerbarer Energien oder den Einsatz nachhaltiger Mobilitätskonzepte.
Von den 770 Stiftungen der Sparkassen-Finanzgruppe setzt sich ein zunehmender Teil gemäß Satzungszweck auch für den Umwelt- und Klimaschutz ein, davon 19 Stiftungen (2024: 21) sogar ausschließlich. Sparkassen führen aktiv und kontinuierlich Stakeholder-Dialoge zur klimafreundlichen und nachhaltigen Weiterentwicklung ihres Geschäftsgebiets. Dabei kooperieren sie mit anderen Initiativen, die sich dem gleichen Anliegen verschrieben haben.
Förderung von kommunalen Klimaschutzkonzepten
Bei der Realisierung einer erfolgreichen Klimaschutzpolitik spielen die Kommunen eine wichtige Rolle. Durch nachhaltige Stadtplanung, eine klimagerechtere Verkehrsinfrastruktur, Anreize für Energieeffizienz in neuen Baugebieten oder durch Nachhaltigkeit in kommunalen Gebäuden und Einrichtungen können sie vor Ort Beiträge zur Erreichung der Klimaziele beisteuern. Mit nachhaltigen land- und forstwirtschaftlichen Konzepten und einem klimaschonenden Tourismus lässt sich darüber hinaus die Attraktivität und die Lebensqualität in der Region steigern.
Als Sparkassen unterstützen wir kommunale Akteure bei ihren Bemühungen, die Treibhausgasemissionen in der Region dauerhaft zu senken. Neben positiven Effekten auf den Klimaschutz kurbeln der Ausbau der erneuerbaren Energien und klimagerechte Investitionen auch die regionale Wertschöpfung an. Die Berichterstattung über konkrete lokale Vorhaben und vor Ort ergriffene Maßnahmen erfolgt auf Institutsebene.
Förderung der Energieeffizienz in Privathaushalten
Für eine Senkung des privaten Energieverbrauchs und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien besteht weiterhin in breiten Teilen der Bevölkerung großer Aufklärungsbedarf. Deshalb schärfen die Sparkassen mit Initiativen und Informationskampagnen das Bewusstsein dafür, dass jede Person durch ihr individuelles Verhalten zum Klimaschutz beitragen kann – und beitragen sollte. Gemeinsam mit Fachleuten aus der Region haben Sparkassen dafür umfassende Informationspakete zusammengestellt, die alle Aspekte der Energieeffizienz im privaten Haushalt beleuchten – von Orientierungshilfen über Onlineratgeber und Energiesparkonten bis zur KfW-Datenbank mit zertifizierten Expertinnen und Experten für die technische Umsetzung. Mit diesem Informationsangebot wollen die Sparkassen ergänzend zur Finanzierungsberatung aufzeigen, wie man einen Beitrag zu mehr Klimaschutz leisten und einen persönlichen Nutzen in Form von Kosteneinsparungen realisieren kann.
Förderung von erneuerbaren Energien
Sparkassen sind kompetente und verlässliche Partner für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Auch über Finanzierungen hinaus leisten sie einen erheblichen Beitrag zur Förderung regenerativer Energiekonzepte. So vernetzen sie Fachleute, Unternehmen sowie private Kundinnen und Kunden in verschiedenen Projekten mit dem Ziel, fachliche Kompetenz zusammenzubringen und diese zielgerichtet für die Umsetzung der Energiewende nutzbar zu machen.
Auf diese Weise konnte vielerorts in Deutschland ein umfassendes Beratungsangebot für Unternehmen, Kommunen und Privatpersonen geschaffen werden. Eine Vielzahl gemeinsamer Veranstaltungen von Sparkassen und Energieexperten steht für ein eindeutiges Bekenntnis zu einer nachhaltigen Energiepolitik und die Bereitschaft, Verantwortung in diesem zunehmend wichtiger werdenden regionalen Handlungsfeld zu übernehmen.
Die Berichterstattung über konkrete lokale Vorhaben und vor Ort ergriffene Maßnahmen erfolgt dezentral auf Ebene der jeweiligen Institute.
Kundenkreditgeschäft der Sparkassen-Finanzgruppe
Die Sparkassen-Finanzgruppe ist die größte kreditwirtschaftliche Gruppe Europas. Allein die 339 Sparkassen (Stichtag 01.01.2026) und fünf Landesbanken und die DekaBank hatten im Jahr 2025 über 1,5 Billionen Euro Kundenkredite (Nichtbanken) im Bestand (2024: knapp 1,5 Billionen Euro).
Die Sparkassen sind als Finanzdienstleister ein zentrales Element des regionalen Wirtschaftskreislaufs und arbeiten zum Wohle der Region. Ihre Wertschöpfung erbringen sie im Wesentlichen in ihrem Geschäftsgebiet und sie richten ihr Produktangebot an regionalen Bedürfnissen aus.
Die aktuell fünf Landesbank-Konzerne sind die regionalen Spitzeninstitute innerhalb der Sparkassenorganisation. Für ihre jeweiligen Bundesländer agieren die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die BayernLB, die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), die NORD/LB und die SaarLB als Hausbank: Sie erfüllen bankmäßige Geschäfte und sind mit der Wirtschaftsförderung vor Ort betraut. Die DekaBank ist das Wertpapierhaus der Sparkassen.
Die Nachhaltigkeitsleistungen der Verbundpartner sowie auch einzelner Sparkassen werden durch ESG-Ratingagenturen, wie beispielsweise ISS ESG, Sustainalytics oder MSCI, überprüft. Dabei erzielen einige Institute der Sparkassen-Finanzgruppe gute und zum Teil auch sehr gute Ergebnisse. Über die Nachhaltigkeitsratings berichten die Institute jeweils individuell.
Weiterentwicklung der Nachhaltigkeit im Kreditgeschäft der Sparkassen
Die Steuerung von Nachhaltigkeitsaspekten im Aktivgeschäft erfolgt auf Ebene der einzelnen Sparkassen. Sie überprüfen unter Verwendung des S-ESG-Scores Nachhaltigkeitsrisiken im Kundenkreditgeschäft und entwickeln ggf. Vorsorgekriterien. Die entsprechende Berichterstattung erfolgt ebenfalls auf Ebene der Institute.
Kundenkredite (Nichtbanken) im Bestand der Sparkassen
Auf der Grundlage ihres öffentlichen bzw. gesellschaftlichen Auftrags ist es Kernaufgabe der Sparkassen, die Unternehmen, die Bevölkerung und die kommunalen Institutionen in ihrem Geschäftsgebiet mit Krediten zu versorgen.
Im Jahr 2025 hatten die Sparkassen Kundenkredite in Höhe von insgesamt 1.081 Milliarden Euro (2024: 1.061 Mrd. Euro) im Bestand, davon entfielen:
- 27,2 Prozent bzw. 438,4 Millionen Euro auf Kredite an Privatkunden und
- 72,8 Prozent bzw. 642,3 Millionen Euro auf Unternehmen und Selbstständige, öffentliche Haushalte und sonstige Kreditnehmer.
Sparkassen steuern ihre Aktivseite im Bewusstsein von Klima-, Umwelt- und sozialen Risiken. Sie werden das Risikomanagement für klimabedingte Risiken ausbauen und entwickeln Methoden zur Abschätzung der Klimaauswirkungen in ihren Kreditportfolios.
Aufschluss über die Verteilung des Kreditportfolios der Sparkassen auf Kundengruppen und Branchen gibt die nachfolgende Tabelle. (Etwaige Abweichungen zu den Vorjahreszahlen ergeben sich durch die veränderte Zuordnung der Berliner Sparkasse von den Landesbanken zu den Sparkassen.)
Wohnungsbaukredite der Sparkassen mit Nichtbanken/Kunden
Ein klarer Schwerpunkt der Sparkassen liegt im Bereich der Wohnungsbaufinanzierung: Ende 2025 entfielen über 56 Prozent bzw. rund 609 Milliarden Euro (2024: über 56 Prozent bzw. fast 581 Mrd. Euro) der Bestandskredite auf den Wohnungsbau (Hypothekarkredite auf Wohngrundstücke und sonstige Kredite für den Wohnungsbau). Mit mehr als jedem zweiten Euro ihres Kundenkreditgeschäfts finanzieren die Institute Wohnraum in Deutschland. Der Großteil der Mittel fließt in den privaten Wohnungsbau, während rund 111 Milliarden Euro (2024: rund 108 Mrd. Euro) im Rahmen der Unternehmensfinanzierung auf Kredite an Wohnungsunternehmen entfielen.
*größtenteils Privatkunden; etwaige Abweichungen zu den Vorjahreszahlen ergeben sich durch die veränderte Zuordnung der Berliner Sparkasse von den Landesbanken zu den Sparkassen.
Finanzierung von Wohnungsbau und energetische Sanierung
Sparkassen nutzen ihre Stärke im Markt zur Förderung einer sozial ausbalancierten ökologischen Transformation. Sie begleiten ihre (Unternehmens-) Kundinnen und Kunden als aktive Partner bei der Umstellung auf eine ressourcenschonende Wirtschaftsweise. Sie raten ihren Kundinnen und Kunden, bei Neu- oder Umbau von Immobilien oder betrieblichen Maßnahmen in energieeffiziente Technik zu investieren und dabei die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen. Bei Finanzierungsangeboten setzen sie aktiv öffentliche Förderprogramme ein.
Die Verringerung des Energiebedarfs von Gebäuden ist ein Schwerpunkt der deutschen Klimaschutzpolitik. Sowohl im Bereich der Wohnimmobilien als auch in öffentlichen und gewerblichen Gebäuden lassen sich durch die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien sowie durch energieeffiziente Neubauten erhebliche Potenziale zur Senkung der CO2-Emissionen erschließen, die zur Abschwächung des Klimawandels beitragen.
Als führender Partner für die Finanzierung von Wohnimmobilien engagieren sich die Sparkassen für ökologisch verträgliches Wohnen. Die Sparkassen-Finanzgruppe hat im Jahr 2025 Kredite in Höhe von annähernd 5,41 Milliarden Euro für energieeffizientes Sanieren und Bauen bereitgestellt (2024: rd. 4,58 Mrd. Euro), die über Förderbanken refinanziert wurden. Nähere Angaben zum Umfang dieses Engagements finden sich im Abschnitt „Kredite für ökologische Zwecke (SPS P3)".
Kundenkredite (Nichtbanken) im Bestand der Landesbanken
Fünf Landesbanken sichern als Zentralbanken der Sparkassen deren Einbindung in überregionale und internationale kreditwirtschaftliche Beziehungen. Die Landesbanken hatten Ende 2025 Kundenkredite in Höhe von insgesamt rund 436,0 Milliarden Euro im Bestand (2024: 421,9 Mrd. Euro), davon entfielen:
- 16,6 Prozent bzw. 72,5 Milliarden Euro auf Kredite an öffentliche Haushalte,
- 47,5 Prozent bzw. 207,0 Milliarden Euro auf Kredite an Unternehmen und Selbstständige,
- 32,7 Prozent bzw. 142,6 Milliarden Euro auf Kredite an Sonstige Kreditnehmer (inkl. ausländ. Kunden) sowie
- 3,1 Prozent bzw. rund 13,5 Milliarden Euro auf Kredite an private Kunden.
Einige Landesbanken haben Nachhaltigkeit als strategisches Geschäftsfeld definiert und verfügen über entsprechende Mechanismen sowie Kompetenzen bei der Steuerung von Nachhaltigkeitsrisiken in der Kreditvergabe.
Aufschluss über die Verteilung des Kreditportfolios der Landesbanken auf Kundengruppen und Branchen gibt die nachfolgende Tabelle. (Etwaige Abweichungen zu den Vorjahreszahlen ergeben sich durch die veränderte Zuordnung der Berliner Sparkasse von den Landesbanken zu den Sparkassen.)
Innovative Partner für nachhaltige Transformation der Wirtschaft
Im Rahmen der Verbundstrategie stellen die Verbundunternehmen den Sparkassen ihr umfassendes Know-how sowie ihre Expertise im Bereich Nachhaltigkeit zur Verfügung und engagieren sich so für die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsleistung der gesamten Sparkassen-Finanzgruppe. Durch die gezielte Entwicklung von Produkten, die nach überprüfbaren ESG-Kriterien gemanagt werden, unterstützen sie darüber hinaus den Beitrag der Sparkassen-Finanzgruppe für die nachhaltige Transformation unserer Produktions- und Lebensweise.
Anwendung übergeordneter Standards im Kundenkreditgeschäft
In Verbundunternehmen wie den Landesbanken und der DekaBank sind übergreifende Nachhaltigkeitsstandards und ergänzende institutsspezifische Leitplanken im Kreditgeschäft implementiert, auf deren Grundlage eine umfassende und systematische Steuerung von Nachhaltigkeitsrisiken erfolgt.
In der nachfolgenden Übersicht sind die wesentlichen übergeordneten Nachhaltigkeitsrichtlinien zusammen-gefasst, die von den Verbundunternehmen angewendet werden (Stand 31.12.2025). Die Angaben werden nach Bedarf unterjährig aktualisiert.
| Standard | Verbundunternehmen |
|---|---|
| Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UN | LBBW, DekaBank, SaarLB, BayernLB, NORD/LB, Helaba |
| ILO-Kernarbeitsnormen | BayernLB, DekaBank, LBBW, SaarLB, NORD/LB, Helaba |
| Equator Principles | DekaBank, BayernLB |
| OECD – Common Approaches | Helaba |
| OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen | LBBW, NORD/LB, BayernLB, Helaba |
| Performance Standards der International Finance Corporation (IFC) | LBBW, BayernLB |
| Modern Slavery Act | BayernLB, DekaBank, LBBW, NORD/LB, Helaba |
| Umwelt- und Sozialstandards der Weltbank | BayernLB |
| UN Global Compact | Deka-Gruppe, LBBW, NORD/LB, SaarLB, BayernLB, Helaba |
| UN Principles for Responsible Banking (PRB) | LBBW, NORD/LB, BayernLB, Helaba |
| Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LKSG) | DekaBank, LBBW, BayernLB, NORD/LB, Helaba |
| ISO 14001 | BayernLB, Deka-Gruppe, LBBW, Helaba |
| Eco-Management and Audit Scheme (EMAS) | BayernLB, Deka-Gruppe, LBBW, Helaba |
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
Mit der Ende 2024 vom Vorstand verabschiedeten ESG-Strategie 2025+ legt die LBBW die strategische Zielrichtung der nächsten Jahre entlang der Dimensionen Environment, Social und Governance fest.
Neben der Begleitung der Kunden in der Transformation wird eine aktive Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft durch eine den finanzierten CO2-Austoß reduzierende Ausrichtung des LBBW-Geschäftsportfolios bis 2050 übernommen. Der angestrebte Reduktionspfad ist auf der Webseite der LBBW einsehbar.
Die Konzernrisikostrategie, die den Rahmen für alle Aktivitäten im LBBW-Konzern vorgibt, definiert in Form übergreifender qualitativer Leitsätze auch zentrale ESG-relevante Anforderungen, z. B.:
- Der LBBW-Konzern handelt im besten und langfristigen Interesse seiner Kunden und Stakeholder und möchte damit einen substanziellen gesellschaftlichen Beitrag leisten.
- Nachhaltige Transformation ist einer der strategischen Hebel der LBBW. Bei Kundenfinanzierungen achten wir darauf, dass Nachhaltigkeitskriterien erfüllt werden. Wir möchten unsere Kunden bei der Transformation zu nachhaltigeren Geschäftsmodellen begleiten.
- Im LBBW-Konzern werden bei der Kreditvergabe und Geldanlage ethische Aspekte wie Menschenrechte, Arbeitsbedingungen, Umweltschutz und Anti-Korruption berücksichtigt.
- Projekte, welche erkennbar zu einer massiven Zerstörung der Umwelt und Natur beitragen und nicht gleichzeitig einen ökologischen Mehrwert erbringen, werden grundsätzlich nicht unterstützt.
Die LBBW bekennt sich zu der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen, den Arbeitsnormen der International Labour Organization (ILO), dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und ist dem „UK Modern Slavery Act“ sowie dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verpflichtet. Neben der Orientierung an international anerkannten Standards verpflichtet sich die LBBW zudem durch ihre Mitgliedschaft im UN Global Compact, den UN Women Empowerment Principles und den UN Principles for Responsible Banking (UN PRB) zu einer verantwortungsvollen Unternehmensführung mit effektiven und transparenten Governance-Prozessen, dem Schutz internationaler Menschenrechte und der Vereinigungsfreiheit sowie zur Beseitigung von Diskriminierung. Die Einhaltung dieser Commitments im Geschäftsalltag wird durch verbindliche Richtlinien und Prüfprozesse gewährleistet.
Aus Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien hat die LBBW Ausschlüsse definiert für Firmen, die Streumunition, Antipersonenminen, biologische oder chemische Waffen produzieren oder Kohlekraftwerke oder -minen bauen. Finanzierungen im Zusammenhang mit Pornografie, kontroversen Formen des Glückspiels und Uranbergbauaktivitäten ohne ausreichende Gesundheits-, Umwelt- und Sicherheitsstandards lehnt die LBBW ab. Für Engagements in ökologisch empfindlichen Sektoren sieht das Kreditregelwerk der LBBW darüber hinaus zusätzliche Prüfverfahren vor. So sind Finanzierungen in Land- und Forstwirtschaft in den Bereichen Soja, Palmöl, Baumwolle und Holzeinschlag, in Fischerei und Aquakultur sowie in Rinderzucht in Südamerika nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
Weiterführende Informationen:
| L | LBBW Konzernnachhaltigkeitserklärung im Geschäftsbericht 2025 |
| L | LBBW Nachhaltigkeitsregelungen |
BayernLB
Die BayernLB begleitet ihre Kunden aktiv auf dem Weg zur Transformation: Mit dem Sustainable Lending Framework (SLF) steht Kreditnehmern ein strukturierter Rahmen zur Verfügung, der das Nachhaltigkeitsverständnis für Finanzierungen transparent mit Bezug zu den UN-SDG und der EU-Taxonomie klassifiziert. Ergänzend ermöglicht der ESG-Risiko-Score eine individuelle Bewertung transitorischer und physischer Klimarisiken auf Transaktions- und Kundenebene – als Grundlage für eine vorausschauende, partnerschaftliche Kreditbeziehung.
Für neun emissionsintensive Sektoren (u. a. Energie, Gebäude, Stahl) bietet die BayernLB quantitative Dekarbonisierungspfade, die als Orientierungsrahmen das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens berücksichtigen. Methodik, Zwischenziele und geprüfte Fortschrittsberichte sind im Nachhaltigkeitsbericht der BayernLB (siehe Link Konzernabschluss) veröffentlicht und werden regelmäßig durch einen unabhängigen externen Sachverständigen überprüft. Über die BayernLabo erhalten zudem Privatkunden und kommunale Partner Zugang zu Förderfinanzierungen für bezahlbaren und energetisch optimierten Wohnraum.
| L | BayernLB Nachhaltigkeitsstandards Finanzierung |
| L | BayernLB Konzernabschluss |
| L | BayernLB Leitplanken der Transformation |
Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)
Die Helaba steht als starke Partnerin an der Seite der Kunden und unterstützt diese dabei, die natürlichen und sozialen Lebensgrundlagen zu erhalten und langfristig erfolgreich zu wirtschaften. Im gesamten Konzern und in allen Bereichen der Geschäftstätigkeit werden nachhaltige Produktlösungen angeboten, die die Aspekte Umwelt, Soziales und Governance (ESG) adressieren. Im Rahmen des Transitionsplans für einen Übergang des Geschäftsmodells in Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen fokussiert sich die Helaba auf sektorale Dekarbonisierungsziele. Diese fließen als Prämisse in den strategischen Planungsprozess der Geschäftsbereiche ein. Insgesamt hat sich die Helaba-Gruppe strategische Ziele in den Nachhaltigkeitsdimensionen E, S und G gesetzt. Mithilfe von Key Performance Indicators (KPIs) wird die Zielerreichung gemessen. Diese sind als Steuerungsgrößen gruppenweit implementiert. Im Jahr 2025 wurden die KPIs inhaltlich weiterentwickelt und auf das nachfolgende Zieljahr 2030 ausgerichtet.
- ESG Gesamtblick: Die Helaba unterstützt die Pariser Klimaziele und leistet insbesondere im Kerngeschäft einen relevanten Wirkungsbeitrag. Während das Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigende Geschäftsvolumen im Bestand des Kreditgeschäfts bis 2025 bereits 52 % erreicht hat, soll bis 2030 der Anteil des Nachhaltigkeitsmerkmale berücksichtigenden Neugeschäftsvolumens 55 % betragen. Beim Investmentgeschäft soll bis 2030 der Anteil des entsprechenden Investmentvolumens bei 30 % liegen.
- Umwelt: Als Unterzeichnerin der Selbstverpflichtungserklärung der Sparkassen wird die Helaba ihren CO2-Ausstoß im Eigenbetrieb weiter reduzieren. Auf diesem Weg wurden die betrieblichen Emissionen bis 2025 bereits um 37 % gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2015 – 2019 gesenkt. Bis 2030 sollen die Emissionen im Scope 1 und 2 um weitere 25 % im Vergleich zu 2024 gesenkt werden. Bei den finanzierten Emissionen im Scope 3 soll ein Portfolio Alignment Score von 0 Jahren gehalten werden, das bedeutet, dass sich die finanzierten Emissionen auf dem geplanten Abbaupfad für die Portfolien bewegen.
- Soziales: Die Helaba fördert Vielfalt und will die personelle Vielfalt im Konzern nutzen, um die Innovations- und Risikokultur zu verbessern. Das Ziel ist es, den Anteil von Frauen in Führungspositionen bis 2030 auf 33 % zu erhöhen. Der Frauenanteil in Nachwuchs- und Entwicklungsprogrammen soll auf 50 % anwachsen. Im Rahmen des Corporate Citizenships wird der Einsatz der Mitarbeitenden für ökologische und soziale Projekte unterstützt. Das Ziel ist es, die Social-Volunteering-Aktivitäten des Helaba-Konzerns gemeinsam mit den Mitarbeitenden bis zum Jahr 2030 auf 1.000 Tage pro Jahr zu halten.
Um Geschäftspotenziale mit positiven Auswirkungen auf eine nachhaltige Entwicklung zu identifizieren, definiert die Risikostrategie Nachhaltigkeitskriterien sowie Ausschlussbedingungen für die Kreditvergabe. Hierzu gehört die Vermeidung der wissentlichen Finanzierung von Unternehmen oder Projekten, die schwere ökologische oder soziale Schäden verursachen. Dazu führt die Helaba eine Nachhaltigkeitsprüfung im Kreditvergabeprozess durch und ist bestrebt, Nachhaltigkeitsrisiken, inklusive der durch den Klimawandel ausgelösten physischen und transitorischen Risiken, zu minimieren.
Das Limit-Framework ist ein mehrstufiges Gerüst von Obergrenzen (Limiten) in der Kreditvergabe des Helaba-Konzerns und dient der operativen Risikosteuerung. Im Hinblick auf das Adressenausfallrisiko wird das Limit-System zur Steuerung und Überwachung von ESG (transitorischen Risiken) weiterentwickelt. Die finanzierten Treibhausgasemissionen für das Kredit- und Investmentportfolio werden laufend ermittelt und darauf aufbauend sektorspezifische Reduktionspfade für das Kreditportfolio der Helaba im Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel abgeleitet, konkrete Reduktionsziele definiert und entsprechende Maßnahmen entwickelt.
Im Rahmen des Neugeschäfts orientiert sich die Helaba an dem UN Global Compact, den Kernarbeitsnormen der ILO, den Leitsätzen der OECD für multinationale Unternehmen sowie den UN-Richtlinien für Unternehmen und Menschenrechte. Maßgeblich für die Identifikation, Messung und Steuerung von Nachhaltigkeitsmerkmalen im Kreditgeschäft ist das Sustainable Lending Framework der Helaba. Das Rahmenwerk beinhaltet ein umfassendes Kriterienset und eine gruppenweit einheitliche Methode, um nachhaltige Finanzierungen zu klassifizieren.
Auf dem Weg zu einer ganzheitlichen Impact-Messung und -Steuerung erweitert das Sustainable Investment Framework (SIF) die Klassifikation von Geschäftsaktivitäten mit Nachhaltigkeitsbezug auch auf das Investmentgeschäft. Das SIF definiert neben allgemeineren Ausschlusskriterien im Bereich der Eigenanlage und des Asset Managements Mindeststandards für nachhaltige Investments in Übereinstimmung mit Artikel 8 der EU-Offenlegungsverordnung für das Asset Management. Sie beinhalten die Einhaltung von Verfahrensweisen einer guten, ethisch verantwortlichen Unternehmensführung, die Berücksichtigung von ökologischen oder sozialen Merkmalen sowie einen positiven Nachhaltigkeitsbeitrag für einen Teil der Investitionen.
Weiterführende Informationen:
| L | Nachhaltigkeit in der Kreditvergabe |
| L | Nachhaltigkeitsbericht CSRD 2025 ab Seite 65 |
| L | Webseite Helaba |
NORD/LB
Kundenkreditportfolio der NORD/LB
Das Kundenkreditportfolio im Obligo der Landesbank belief sich zum 31.12.2025 auf insgesamt rund 90 Mrd. Euro. Der Anteil des Kreditportfolios im Bereich des Privat- & Geschäftskundensegments liegt bei 8 % am Obligo. Direkte Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsaspekte ergeben sich durch die Finanzierung von Wirtschaftstätigkeiten. Der Geschäftsbereich Firmenkunden und Verbundgeschäft hat bei Krediten einen Anteil von 41 %.
Eine besondere Expertise hat die Bank in den Branchen Ernährung, Agrar, Handel und Energiewirtschaft. Sie begleitet und unterstützt ihre Verbund-Sparkassen als Girozentralbank und Partner bei komplexen Finanzierungen. Außerdem tritt die NORD/LB als Spezialfinanzierer in den Bereichen Leasing & Private Equity sowie im Kommunalkreditgeschäft auf.
Bewertung von Nachhaltigkeitsrisiken im Kundenkreditgeschäft
Die Entwicklung der Verteilung von ESG-Risiken wird überwacht und im Rahmen des internen Managementreportings vierteljährlich an den Gesamtvorstand und jährlich an den Aufsichtsrat berichtet. Die Berichterstattung zu ESG-Risiken wurde zum Berichtsstichtag 31.12.2025 im Erweiterten Risikobericht des Konzerngeschäftsberichts integriert, der auch an den Gesamtvorstand und den Aufsichtsrat gerichtet ist.
ESG-Richtlinien im Kundenkreditgeschäft
Die nachfolgenden Richtlinien zur Steuerung von ESG-Risiken im Kundenkreditgeschäft sind zentral in unseren Transformationsleitlinien beschrieben. Sie werden regelmäßig aktualisiert und werden auf unserer ESG-Webseite in der Dokumentenbibliothek zur Verfügung gestellt.
Ziele und Handlungsprogramm zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeit im Kundenkreditgeschäft
Das Ziel der NORD/LB ist es, ihr Kreditportfolio im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens auszurichten und durch die Finanzierung der Transformation hin zu einer emissionsarmen und klimaresilienten Wirtschaft und Gesellschaft die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen sowie das 1,5-Grad-Ziel anzustreben. Die Klimaziele der Bundesrepublik Deutschland, wie sie im Klimaschutzgesetz und im Klimaschutzplan beschrieben sind, samt den jeweils gültigen Zwischenzielen sowie der dort formulierten Klimaneutralität bis 2045 sind dabei zentrale Orientierungspunkte. In diesem Zusammenhang entwickeln wir sukzessive unsere Sektordekabonisierungsstrategien weiter und passen die sektorspezifischen Dekarbonisierungsziele entsprechend an. Bei der Entwicklung unserer Transitionspfade orientieren wir uns an wissenschaftlichen Referenzpfaden wie z. B. den Net-Zero-2050-Klimapfaden der International Energy Agency.
Weiterführende Informationen:
- Zur Branchenaufteilung des Kundenkreditportfolios der NORD/LB vgl.: Konzerngeschäftsbericht 2025, S. 69
- Zu den finanzierten Emissionen vgl.: Konzerngeschäftsbericht 2025, S. 106, Tabelle 3
- Zu den Dekarbonisierungszielen ausgewählter Sektoren vgl.: ESG-Strategie der NORD/LB Gruppe, S. 18 ff.
- Zu ESG-Standards: ESG-Strategie der NORD/LB Gruppe, S. 11 ff.; Transformationsleitlinien der NORD/LB Gruppe, S. 4 ff.
| L | NORD/LB Nachhaltigkeitsbericht 2025 (CSRD-Bericht) |
| L | ESG-Strategie der NORD/LB Gruppe |
| L | Transformationsleitlinien der NORD/LB Gruppe |
SaarLB
Die SaarLB hat sich aufgrund ihrer regionalen Lage und der historisch gewachsenen Funktion als „Die deutsch-französische Bank“ mit Fokus auf ihre Regionalmärkte und das Mittelstandsgeschäft positioniert. Ihre Schwerpunkte sind das Firmenkunden- und Immobiliengeschäft, Projektfinanzierungen, die Betreuung der öffentlichen Hand/Kommunen, von Institutionellen sowie von Sparkassen im Verbundgeschäft.
Die SaarLB bekennt sich zu ihren Wurzeln und ihrer Wirtschaftsregion, begleitet aktiv die ESG-bezogene Weiterentwicklung sowie die damit verbundenen Transformationsprozesse traditioneller Wirtschaftszweige und leistet somit einen wichtigen Beitrag zu einer verantwortungsvolleren Wirtschaftsregion.
Als Spezialist für erneuerbare Energien unterstützt die SaarLB den Klimaschutz durch die Finanzierung von Windkraft- und Photovoltaikprojekten dauerhaft und effektiv. Die Finanzierung des Neubaus von Kern- und Kohlekraftwerken, der Neuerschließung von Kohleabbaugebieten und die Finanzierung von Uranabbau schließt die SaarLB dagegen grundsätzlich genauso aus wie die Finanzierung besonders umweltschädlicher Abbaumethoden. Für ausgewählte Branchen mit erhöhten ESG-Risiken (z. B. Bergbau, Energie, Agrar, Chemie) verfügt die SaarLB über spezielle Branchenpolitiken.
Weiterführende Informationen:
| L | SaarLB Nachhaltigkeitsstrategie |
| L | SaarLB Berichte und Veröffentlichungen |
Deka-Gruppe
Bei der DekaBank umfasst das Segment Finanzierungen das Immobilien- und Spezialfinanzierungsgeschäft inklusive der Refinanzierung von Sparkassen. Finanzierungen werden sowohl im Bankbuch auf die eigene Bilanz übernommen als auch über Club Deals oder Syndizierungen als Anlageprodukte für andere Banken und Sparkassen oder sonstige institutionelle Anleger weitergegeben. Dabei wird eine bevorzugte Ausplatzierung innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe angestrebt. Das Spezialfinanzierungsgeschäft konzentriert sich auf ausgewählte Core-Segmente, wie Infrastrukturfinanzierungen, Transportmittelfinanzierungen sowie Exportfinanzierungen, Öffentliche Finanzierungen und die Finanzierung von Sparkassen. Immobilienfinanzierungen betreffen im Wesentlichen Gewerbeimmobilien und konzentrieren sich dabei auf marktgängige Objekte in den Segmenten Büro und Logistik sowie Einzelhandel und Hotel in liquiden Märkten in Europa sowie in Nordamerika. Darüber hinaus werden offene Immobilienfonds finanziert.
1. Allgemeine Finanzierungsgrundsätze und Kreditrisikostrategie
Die Grundlage der Finanzierungstätigkeit bildet die Kreditrisikostrategie. Die Kreditrisikostrategie der Deka-Gruppe leitet sich aus der Geschäftsstrategie und der übergreifenden Risikostrategie der Deka-Gruppe ab. Die Vorgaben der Kreditrisikostrategie sollen sicherstellen, dass Kredite nur an Kreditnehmer vergeben werden, die in der Lage sein werden, die Bedingungen des Kreditvertrags zu erfüllen:
- Risikoappetit: Die Kreditvergabe muss im Einklang mit dem vom Vorstand definierten Risikoappetit der DekaBank stehen.
- Funktionale Trennung: Zur Risikosteuerung sind die Bereiche „Markt“ und „Marktfolge“ bis einschließlich der Dezernentenebene funktional getrennt.
- Ratingsysteme: Es werden interne Ratingsysteme genutzt (z. B. Scorecard-Modelle sowie Modelle, bei denen die Ausfallwahrscheinlichkeit anhand simulierter Makro- und Mikroszenarien für Risikotreiber und erwartete Cashflows geschätzt wird), die auf verschiedene Segmente wie Unternehmen, Banken und Spezialfinanzierungen zugeschnitten und aufsichtsrechtlich zum Basis-IRBA (auf internen Ratings basierende Ansätze) zugelassen sind.
- Besicherung: Kredite werden bei Bedarf durch angemessene Sicherheiten (z. B. Grundpfandrechte, Garantien) besichert, wobei die Werthaltigkeit mindestens jährlich überprüft wird.
2. Nachhaltigkeitsstandards
Die Deka-Gruppe berücksichtigt Nachhaltigkeitsaspekte grundsätzlich aus zwei Blickrichtungen. Zum einen werden Chancen und Risiken betrachtet, die durch Nachhaltigkeitsfaktoren wie den Klimawandel auf die Deka-Gruppe und deren Produkte wirken (Outside-in-Perspektive). Zum anderen werden positive und negative Auswirkungen der Geschäftsaktivitäten der Deka-Gruppe auf Umwelt und Mensch (Inside-out-Perspektive) betrachtet.
- Climate Aligned Credit Framework (CACF): Dieses Framework definiert seit Anfang 2026 spezifische Kriterien, die Finanzierungsobjekte erfüllen müssen, um als „klimakonform“ eingestuft zu werden. Zentraler Bezugspunkt sind dabei die sektorspezifischen Dekarbonisierungspfade, die im Klimatransitionsplan der Deka-Gruppe abgebildet werden. Maßgeblich für die Finanzierungsentscheidung und somit die Steuerung unseres Kreditportfolios in Bezug auf Treibhausgasemissionen sind belastbare Daten und ein quantifizierbarer Fortschritt. Ziel ist es, die Dekarbonisierung des Kreditportfolios sukzessive voranzutreiben, um die Widerstandsfähigkeit des Kreditportfolios gegenüber Klimarisiken zu stärken und die Erreichung der eigenen Klimaziele zu unterstützen. Das Climate Aligned Credit Framework dient damit als Orientierungsrahmen für Finanzierungsentscheidungen und für die Steuerung des Kreditportfolios.
- EU-Taxonomie: Für Finanzierungen im Europäischen Wirtschaftsraum wird die Taxonomiefähigkeit und -konformität gemäß der Verordnung (EU) 2020/852 geprüft.
- Positivliste: Es werden bevorzugt Investitionsfelder akquiriert, die einen Umweltbeitrag aufweisen, wie bspw. die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien oder die Modernisierung von Produktionsanlagen mit einer CO2-Reduktion von mindestens 30 %. Die vollständige Liste finden Sie im Geschäftsbericht der Deka-Gruppe 2025 auf Seite 134.
- Negativliste: Über eine Negativliste werden unerwünschte Kreditgeschäfte, die Reputationsrisiken oder einen erhöhten Risikogehalt mit sich bringen könnten, entsprechend ausgeschlossen. Die vollständige Liste finden Sie im Geschäftsbericht der Deka-Gruppe 2025 auf den Seiten 135 – 136.
3. Sektorspezifische Finanzierungsstandards
Für treibhausgasintensive Sektoren gelten spezifische Dekarbonisierungspfade, die sich an wissenschaftlichen Szenarien (z. B. IEA-NZE2050) orientieren. Für den Gebäude- und Wohnungssektor gilt das CRREM-Szenario auf Basis der CRREM-2-Grad-Pfade, für den Seeverkehr die Poseidon Principles („Striving Curve“). Szenarien und Sektorziele werden mindestens jährlich überprüft, um neue Entwicklungen zu berücksichtigen und Auswirkungen auf die eigenen THG-Emissionsreduktionsziele zu analysieren.
- Immobilienfinanzierung: Der Fokus liegt auf marktgängigen Gewerbeimmobilien (Büro, Logistik, Hotel) in liquiden Märkten. Finanziert werden vorrangig Gebäude mit hoher Energieeffizienz oder solche, die den Cradle-to-Cradle-Ansatz erfüllen.
- Spezialfinanzierungen:
- Infrastruktur: Finanzierung von Energie-, Netz-, Verkehrs- und Sozialinfrastruktur sowie selektiv Projekte im Bereich Wasserstoff und Batteriespeicher.
- Schiffsfinanzierung: Die DekaBank ist Mitglied der Poseidon Principles. Schiffe werden nur finanziert, wenn sie anerkannten Umweltstandards entsprechen wie dem 2004 abgeschlossenen Ballastwasser-Übereinkommen der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation, um die Verschleppung von invasiven Arten in fremde Ökosysteme zu verhindern.
- Luftfahrt: Es werden nur neuwertige Flugzeuge akquiriert, deren Produktion und Bewirtschaftung effizienter als bei älteren Modellen sind.
- Schienenverkehr: Unterstützung der Modernisierung und des Ausbaus im Güter- und Personenschienenverkehr.
4. Refinanzierungsstandards
- Diversifizierte Refinanzierung: Diese erfolgt u. a. über Pfandbriefe, Inhaberschuldverschreibungen sowie spezielle Programme für strukturierte Emissionen.
- Green Bond Framework: Im Rahmen ihres kontinuierlichen Engagements hat die DekaBank ihr Green Bond Framework gemäß den ICMA Green Bond Principles 2021 weiterentwickelt.
Weiterführende Informationen:
| L | Deka-Gruppe Geschäftsbericht 2025 |
| L | Klimatransitionsplan der Deka-Gruppe 2025 |
| L | Climate Aligned Credit Framework |
Kredite für Zwecke mit Bezug zu Umwelt- und Klimaschutz
Energieunabhängigkeit ist ein wesentlicher Schlüssel für den Erhalt des Wohlstands in Deutschland und in Europa. Die Kriege in der Ukraine und im Iran und die damit verbundenen Energiekrisen haben deutlich gemacht, wie eng Klimaschutz und wirtschaftliche Stabilität miteinander verwoben sind. Die Umstellung unserer Energieversorgung auf erneuerbare Energien und die parallele Senkung des Energieverbrauchs schützen unsere industrielle Basis und die damit verbundenen Arbeitsplätze.
Nach wie vor stellt der nachhaltige Umbau der Wirtschaft unsere Gesellschaft vor eine große Herausforderung. Die Transformation zu einer ökologisch und sozial verträglichen Wirtschaftsweise erfordert das wahrscheinlich größte Investitionsprogramm dieser Dekade. Wir verstehen es daher als wichtigen Teil unseres öffentlichen und gesellschaftlichen Auftrags, die Transformation hin zu einer CO2-neutralen, unabhängigen und krisensicheren Kreislaufwirtschaft zu begleiten. Für unsere gewerblichen wie für unsere privaten Kundinnen und Kunden stellen wir als Sparkassen die dazu passenden Produkte und Lösungen bereit. Insgesamt reichten die Sparkassen im Berichtsjahr 2025 über Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Landwirtschaftlichen Rentenbank (LR) Förderkredite in Höhe von 11.324,7 Millionen Euro (2024: 6.584,6 Millionen Euro) zur Finanzierung von Vorhaben in den Bereichen Umweltschutz, Energie- und Ressourceneffizienz sowie erneuerbare Energien aus. Der massive Anstieg des Fördervolumens lässt sich insbesondere auf das Programm „Erneuerbare Energien – Standard“ zurückführen. Aufgrund seines breiten Anwendungsbereichs, der technologieoffenen Ausgestaltung und der im Vergleich zu anderen Förderprogrammen attraktiven Finanzierungsmöglichkeiten entwickelte sich das Programm auch 2025 zu einem der volumenstärksten Förderangebote im Bereich der ökologischen Transformation.
Kredite für Umweltschutz, Energie- und Ressourceneffizienz
Die energetische Modernisierung, die Senkung der Emissionen in privaten und gewerblichen Gebäuden sowie die CO2-Reduzierung im Bereich der produzierenden Unternehmen fördern wir als Sparkasse aktiv im Sinne unserer Kundinnen und Kunden und zum Wohle der Gemeinschaft. Aus Förderprogrammen der KfW und LR vergaben die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe 2025 Förderkredite in Höhe von 6.897,9 Millionen Euro (2024: 6.544,1 Millionen Euro) für die Finanzierung von Umweltschutz, Energie- und Ressourceneffizienz.
Trotz des in 2025 hohen EU-Referenzzinssatzes ist das Förderniveau gestiegen. Mit insgesamt 23.668 geförderten Projekten liegt die Zahl der Vorhaben über dem Niveau von 2024 (13.691 Projekte). Bei Energie- und Umweltfinanzierungen tragen die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe für Förderkredite der KfW und der LR weiterhin das volle Ausfallrisiko.
Transformationsfinanzierung für mittelständische Unternehmen
Trotz der hohen Belastungen treiben viele mittelständische Unternehmen den Umbau in Richtung einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise engagiert voran. Sie sehen darin auch die Chance, ihre Vorreiterrolle in den europäischen und internationalen Märkten auszubauen und einen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele zu leisten. Als Finanzpartner beraten wir unsere mittelständischen Kundinnen und Kunden zu diesen wesentlichen Zukunftsfragen im Bereich der Unternehmensfinanzierung. Ein wichtiger Baustein sind dabei ökologische Förderprogramme. Hierzu zählt beispielsweise das Förderprogramm „Klimaschutzoffensive für Unternehmen“ der KfW, das sich als zinsgünstiges Darlehen für Investitionen in Maßnahmen zur Verringerung, zur Vermeidung und zum Abbau von Treibhausgasemissionen an technische Kriterien der EU-Taxonomie für nachhaltiges Wirtschaften anlehnt. Oder das Programm „Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft“ der KfW, dessen attraktive Förderkonditionen wir als Sparkassen im Sinne unserer Kundinnen und Kunden über Förderkredite zugänglich machen. Im Berichtsjahr haben die Sparkassen insgesamt Förderkredite in Höhe von 986,1 Millionen Euro (2024: 787,0 Mio. Euro) für ökologische Investitionen von Unternehmen, darunter auch landwirtschaftliche Betriebe und Unternehmen der verarbeitenden Industrie, bereitgestellt.
Im Berichtsjahr 2025 hat die Sparkassen-Finanzgruppe die Transformation mittelständischer Unternehmen auch über den S-Transformationskredit mit rund 1,1 Milliarden Euro begleitet. Grundlage ist ein zentrales Finanzierungsrahmenwerk, das mehr als 200 Verwendungszwecke mit Nachhaltigkeitsbezug klassifiziert, zum Beispiel für die Investition in energieeffizientere Maschinen, in erneuerbare Energien oder in neue Produktionsprozesse.
Finanzierung des Ausbaus erneuerbarer Energien
Die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe engagierten sich auch im Berichtsjahr umfassend für das Gelingen der Energiewende und in der Erzeugung erneuerbarer Energien. Dabei ist es ihr Anliegen, private Kunden und Sparer, Verbraucher, Unternehmen und Institutionen vor Ort in die ökologische Weiterentwicklung ihrer jeweiligen Region einzubeziehen. Die Mitgliedsinstitute der Sparkassen-Finanzgruppe setzen dabei sowohl eigene Mittel, teilweise aus zweckbestimmten Sparbriefen, als auch Refinanzierungsmittel aus Förderprogrammen der Förderbanken des Bundes und der Länder ein.
Nach dem deutlichen Rückgang der Fördermittelkreditvergabe im Bereich der erneuerbaren Energien im Vorjahr entwickelte sich das Neugeschäft im Jahr 2025 wieder positiv. Zwar lagen die Finanzierungskonditionen weiterhin unter dem Einfluss des im Jahresverlauf noch vergleichsweise hohen EU-Referenzzinssatzes, dennoch konnte insbesondere das KfW-Programm „Erneuerbare Energien – Standard“ wieder an Dynamik gewinnen. Die Sparkassen-Finanzgruppe sagte im Jahr 2025 Förderkredite für erneuerbare Energien in Höhe von 4.426,8 Millionen Euro (2024: 40,5 Millionen Euro) zu. Insgesamt wurden 1.104 Vorhaben (2024: 187) finanziert. Bei Erneuerbare-Energien-Finanzierungen tragen die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe für Förderdarlehen der KfW und der LR weiterhin das volle Ausfallrisiko.
Nachhaltigkeitsaspekte im Passivgeschäft
Sparkassen bieten ihren Kundinnen und Kunden die Möglichkeit zur sicheren Geldanlage und vergeben die so eingeworbenen Einlagen in großen Teilen als Kredite an Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen in ihrem jeweiligen Geschäftsgebiet. Dies stellt den Kern ihres klassischen Geschäftsmodells dar. Als Intermediär zwischen Einlegern und Kreditnehmern kann die jeweilige Sparkasse vor Ort finanzielle Ressourcen für die Transformation der Wirtschaft, den Klimaschutz sowie für soziale Aufgaben erschließen. Zudem erhalten Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, gezielt in Anlageprodukte mit Nachhaltigkeitsmerkmalen zu investieren. Auf diese Weise können zahlreiche Investitionen mit einem sozialen und/oder ökologischen Nutzen in der Region realisiert werden.
Sparprodukte mit Nachhaltigkeitsaspekten können von Sparkassen vor Ort ausgestaltet und angeboten werden. Bei entsprechend ausgestalteten Produkten wird die Mittelverwendung nach den Bedingungen des jeweiligen Produkts an festgelegte soziale oder ökologische Kriterien geknüpft. Ein Beispiel sind Sparkassenbriefe, deren Mittel bestimmten Finanzierungszwecken, Vorhaben, Projekten oder Unternehmen mit entsprechend definierten sozialen oder ökologischen Merkmalen zugeordnet werden.
Sparkassen und Dienstleistungsunternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe unterstützen in ihren Geschäftsgebieten mit geeigneten Finanzdienstleistungen Unternehmen, Privatpersonen und Kommunen auf ihren jeweiligen Wegen zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz.
Nachhaltigkeit in der Finanzanlage der Sparkassen-Finanzgruppe
Die Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe wirken in einem starken Verbund zusammen. Sie agieren als selbstständige Institute, vernetzen aber gleichzeitig ihre Leistungsangebote. Diese Synergieeffekte machen den Verbund effizient und schlagkräftig – und helfen gleichzeitig, zukünftige Trends zu erkennen und angemessene Antworten auf bestehende Herausforderungen zu finden. Die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in der Eigen- und Kundenanlage haben die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe in den vergangenen Jahren weiter vorangetrieben.
Die DekaBank als zentrales Wertpapierhaus, die Landesbanken sowie die Investmentgesellschaften der Landesbanken stellen für die Sparkassen ein umfassendes Produktsortiment bereit. Es umfasst eine Vielzahl von Publikumsfonds, strukturierte Wertpapiere und Anleihen mit Nachhaltigkeitsmerkmalen. Informationen zu den jeweils berücksichtigten ESG-Kriterien finden sich in den Produktunterlagen der Anbieter. Das Angebot an Wertpapieren mit Nachhaltigkeitsmerkmalen soll auch in Zukunft konsequent entlang der Marktanforderungen weiterentwickelt werden.
Die Verantwortung für die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Eigenanlage (Depot A) sowie Produktangebote für die nachhaltigsorientierte Geldanlage von Kunden (Depot B) liegt bei den einzelnen Instituten. Der nachfolgende Beitrag gibt einen Überblick, wie Nachhaltigkeitsaspekte in den Sparkassen sowie von den Verbundpartnern der Sparkassen-Finanzgruppe (insbesondere der DekaBank und den Landesbanken) berücksichtigt werden.
Mindeststandards für Wertpapiere mit Nachhaltigkeitsmerkmalen im Rahmen der Kundenanlage
Die Verbundpartner der Sparkassen-Finanzgruppe klassifizieren ihre Wertpapiere mit Nachhaltigkeitsmerkmalen insbesondere auf der Grundlage der Mindestkriterien des „ESG-Zielmarktkonzepts“. Bei dem Konzept handelt es sich um einen gemeinsamen Branchenstandard zur ESG-Zielmarktbestimmung für den deutschen Markt. Er wurde von den kreditwirtschaftlichen Spitzenverbänden der „Deutschen Kreditwirtschaft (DK)“, dem Fondsverband BVI und der Branchenvertretung führender Emittenten strukturierter Wertpapiere BSW erarbeitet. Die im Konzept festgelegten Anforderungen an die einzelnen Arten an Produkten mit Nachhaltigkeitsmerkmalen stellen die zentrale Grundlage für die Behandlung der Nachhaltigkeit im Wertpapiergeschäft der Sparkassen und der Verbundpartner dar.
Das „ESG-Zielmarktkonzept“ verfolgt insbesondere das Ziel, dass ein Anlageprodukt mit Nachhaltigkeitsmerkmalen auch den Nachhaltigkeitsvorstellungen der Kunden entspricht. Ein wesentliches Element spielen daher die im Konzept vorgesehenen Mindestausschlüsse, die für bestimmte Finanzinstrumente mit Nachhaltigkeitsmerkmalen gelten (sog. ESG-Strategieprodukte mit Berücksichtigung von Umwelt- und Sozialthemen). Von den Mindestausschlüssen des Branchenstandards erfasst sind Aktien oder Anleihen von Unternehmen, deren Umsatz aus Herstellung und/oder Vertrieb von geächteten Waffen (> 0 Prozent), zu mehr als 5 Prozent aus der Tabakproduktion oder zu mehr als 30 Prozent aus der Gewinnung und/oder der Verstromung von Kohle besteht oder Unternehmen, die schwere Verstöße gegen den UN Global Compact begehen (ohne positive Perspektive). Sofern in Staatsanleihen investiert wird oder diese als Basiswert zugrunde gelegt werden, dürfen dies nur Anleihen solcher Staaten sein, die keine schwerwiegenden Verstöße gegen Demokratie- und Menschenrechte begehen. Wenn eine der genannten Voraussetzungen erfüllt ist, kann in das betreffende Unternehmen bzw. den Staat nicht investiert werden bzw. scheiden diese als Basiswert aus. Zudem ist zu beachten, dass es Anbietern freisteht, über den Branchenstandard hinausgehende Kriterien zu berücksichtigen, die Anlageprodukte mit Nachhaltigkeitsmerkmalen erfüllen müssen.
Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken und Berücksichtigung nachteiliger Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren bei der Anlageberatungstätigkeit
Die Sparkassen beziehen Nachhaltigkeitsrisiken bei der Anlageberatung ein. Die Einbeziehung erfolgt in erster Linie über die Auswahl der Finanzinstrumente, die den Kundinnen und Kunden in der Beratung angeboten werden. Die für die Produktauswahl fachlich zuständige Organisationseinheit entscheidet im Rahmen des der Anlageberatung vorgelagerten Produktauswahlprozesses, welche Finanzinstrumente mit Nachhaltigkeitsmerkmalen unter Berücksichtigung konkreter Produkteigenschaften in das Beratungssortiment aufgenommen werden. Auf diese Weise trägt der Produktauswahlprozess maßgeblich dazu bei, dass verstärkt Finanzinstrumente in das Beratungsuniversum aufgenommen werden, die möglichst geringe Nachhaltigkeitsrisiken aufweisen. Die Strategien zur Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken bei der Anlageberatung beziehen sich gegenwärtig auf Investmentfonds, Bankschuldverschreibungen (Anleihen) und strukturierte Wertpapiere (Zertifikate).
Die Sparkassen berücksichtigen bei der Anlageberatung auch die wichtigsten nachteiligen Auswirkungen (Principal Adverse Impacts, PAI) auf die Nachhaltigkeitsfaktoren Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, die Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Ausführliche Informationen zu den hausindividuellen Strategien finden sich auf den Webseiten der Sparkassen.
Übergeordnete Nachhaltigkeitsstandards im Investmentprozess
Eine Reihe von Landesbanken, die Deka-Gruppe als zentrales Wertpapierhaus der Sparkassen sowie alle Versicherungen der Sparkassen-Finanzgruppe haben die „Principles for Responsible Investment“ der Vereinten Nationen (UN PRI) unterzeichnet. Damit verpflichten sie sich dazu, ökologische, soziale und governance-bezogene Aspekte in ihre Analyse- und Entscheidungsprozesse im Investmentbereich aufzunehmen.
In der nachfolgenden Übersicht sind die wesentlichen übergeordneten Nachhaltigkeitsrichtlinien zusammengefasst, die von den Verbundunternehmen angewendet werden (Stand 31.12.2025). Die Angaben werden nach Bedarf unterjährig aktualisiert.
| Standard | Verbundunternehmen |
|---|---|
| BVI-Wohlverhaltensregeln | BayernInvest Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH, BayernLB, Deka Immobilien Investment GmbH, Deka Investment GmbH, Deka Vermögensmanagement GmbH, LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH, WestInvest Gesellschaft für Investmentfonds mbH, Helaba Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH |
| Equator Principles | DekaBank, BayernLB |
| Green Bond Principles | DekaBank, LBBW, BayernLB, NORD/LB, Helaba, SaarLB |
| ILO-Kernarbeitsnormen | DekaBank, LBBW, SaarLB, NORD/LB, BayernLB, Helaba |
| Modern Slavery Act | Deka-Gruppe, LBBW, BayernLB, NORD/LB, Helaba |
| UN Global Compact | Deka-Gruppe, BayernInvest Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH, LBBW, NORD/LB, BayernLB, SaarLB, Helaba |
| UN Principles for Responsible Banking (PRB) | LBBW, BayernLB, NORD/LB, Helaba |
| UN Principles for Responsible Investment (PRI) | BayernInvest Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH (Investment Manager), Real I.S. (Asset Management), BGV Badische Versicherungen (Asset Owner), BW Equity GmbH (Service Provider), DekaBank (Asset Owner), Deka Immobilien Investment GmbH (Investment Manager), Deka Investment GmbH (Investment Manager), Deka International S. A. (Investment Manager), Deka Vermögensmanagement GmbH (Investment Manager), Frankfurter Bankgesellschaft, NORD Holding UBG mbH (Investment Manager), Öffentliche Sachversicherung Braunschweig (Asset Owner), Öffentliche Lebensversicherung Braunschweig (Asset Owner), Ostfriesische Landschaftliche Brandkasse (Asset Owner), Provinzial Holding AG (Asset Owner), Sparkassen-Versicherung Sachsen (Asset Owner), SV Sparkassen Versicherung (Asset Owner), Sparkassen Pensionskasse AG (Asset Owner), Versicherungskammer Bayern (Asset Owner), VGH Landschaftliche Brandkasse Hannover (Asset Owner), Weberbank Actiengesellschaft (Investment Manager), WestInvest Gesellschaft für Investmentfonds mbH (Investment Manager), Helaba Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH (Investment Manager) |
Nachhaltigkeit in der Eigenanlage (Depot A) – Sparkassen
Die Refinanzierung der Sparkassen erfolgt im Wesentlichen über Kundeneinlagen oder Förderbanken; die Eigenanlage erfolgt in risikoärmere Anlageformen. Im Rahmen der Selbstverpflichtung der Sparkassen haben die Unterzeichner sich dazu verpflichtet, ihre eigenen Anlageportfolien (Depot A) unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien zu managen und dafür auch externe Ratings und das Know-how ihrer Verbundpartner zu nutzen. Sie entwickeln zudem Methoden zur Abschätzung der Klimaauswirkungen in ihren Anlage- und Kreditportfolien. Eine Berichterstattung zu den jeweils damit einhergehenden Zielen und Handlungsprogrammen erfolgt dezentral auf Ebene der einzelnen Institute.
Mit dem ESG-Basismodul in Deka Easy Access unterstützt die DekaBank bereits mehr als 320 Institute (Stand: 31.12.2025) dabei, Nachhaltigkeitskriterien in ihre Kapitalanlage zu integrieren. In Zusammenarbeit mit EthiFinance (ehemals imug rating GmbH) stellt Deka Easy Access umfassende Informationen zu rund 1.000 Emittenten bereit, beispielsweise zu Aktivitäten in kontroversen Geschäftsfeldern oder zu möglichen Verstößen gegen Normen wie die Prinzipien des UN Global Compact. Darüber hinaus ermöglicht die Anzeige eines ESG-Scores eine detaillierte Steuerung des Portfolios und verbessert die Vergleichbarkeit der Emittenten. Ergänzt wird dieses Angebot durch den Deka Research Hub, der umfassende Analysen zu Emittenten von Pfandbriefen und anderen Wertpapieren bietet.
Bereits im Jahr 2024 wurde innerhalb der Plattform das neue Produktangebot „ESG+“ mit Daten von MSCI eingeführt, um Sparkassen noch gezielter bei der nachhaltigkeitsbezogenen Depot-A-Steuerung und dem Reporting zu unterstützen. Über das Zusatzmodul erhalten ESG+-Kunden Zugang zu detaillierten Analysen der ESG-Scores und -Ratings der ESG-Ratingagentur MSCI ESG sowie zu Ausschlusskriterien, die auf standardisierten oder individuell definierten Ausschlusskonzepten basieren können. Darüber hinaus bietet ESG+ Einblicke in die Treibhausgas(THG)-Metriken sowohl auf Emittenten- als auch auf Portfolioebene. Das Modul unterstützt Sparkassen auch bei der Umsetzung regulatorischer Anforderungen, beispielsweise mit Blick auf die EU-Taxonomie-Daten. ESG+ ermöglicht damit eine ganzheitliche nachhaltigkeitsbezogene Steuerung und Berichterstattung für das gesamte Depot A an einer zentralen Stelle. Durch die Kooperation mit MSCI ESG profitieren Sparkassen dabei von einem breiten Universum abgedeckter Emittenten sowie umfassenden und fundierten ESG-Daten.
Nachhaltigkeit in der Eigenanlage (Depot A) – Landesbanken und Verbundunternehmen
Deka-Gruppe
Zur Unterstützung der Geschäftsaktivitäten werden eigene Plattformlösungen stetig fortentwickelt:
- Das zentrale Produkt ist unverändert die Informations-, Steuerungs- und Handelsplattform Deka Easy Access (DEA). Sie unterstützt Sparkassen dabei, ihre Eigenanlagen effektiv zu steuern. DEA ermöglicht den Sparkassen das Handeln gängiger Kapitalmarktprodukte und bietet einen breiten Zugang zu Informations- und Research-Möglichkeiten. Zum Jahresende 2025 setzten 327 Sparkassen das Tool ein.
- SWIAT ist eine Blockchain-basierte dezentrale Finanzinfrastruktur. Sie wurde entwickelt, um Finanztransaktionen von traditionellen und digitalen Wertpapieren, sonstigen Assets und digitalen Finanzmarktinstrumenten in einem Netzwerk zu bündeln.
Nachhaltigkeitsaspekte in der Eigenanlage (Depot A)
- „Nachhaltigkeitsfilter“: Unmittelbar vor jeder Investitionsentscheidung für die Eigenanlage wird ein bankeigenes Steuerungsinstrument mit ESG-Kriterien eingesetzt, das sicherstellt, dass auch unterjährige Veränderungen im Profil eines Emittenten berücksichtigt werden.
- Kriterienbasis: Der Filter orientiert sich an den Prinzipien des UN Global Compact. Er umfasst Ausschlusskriterien bezüglich Umwelt, Rüstung, Menschenrechten und Korruption gemäß der Negativliste der Kreditrisikostrategie.
- ESG-Scoring: Limitentscheidungen basieren auf segmentspezifischen ESG-Scores. Seit 2025 werden hierfür externe ESG-Scores mit quantitativen Datenpunkten (z. B. THG-Emissionen, Wasserverbrauch, Abfall) genutzt.
Weiterführende Informationen:
| L | Deka-Gruppe Geschäftsbericht 2025 |
| L | ESG Policy |
Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)
Das Sustainable Investment Framework dient dazu, gruppenweite Kriterien für die Bewertung von Investitionen mit Nachhaltigkeitsmerkmalen zu definieren und damit deren Volumen mess- und steuerbar zu machen. Mithilfe des Sustainable Investment Framework bewertet die Helaba ihre Investitionen unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten und strebt ceteris paribus eine messbare Steigerung von Investitionen an, die explizit nachhaltigkeitsbezogene Aspekte berücksichtigen.
Das Sustainable Investment Framework konkretisiert die Nachhaltigkeitsstrategie der Helaba für den Investmentbereich und ist damit neben dem Sustainable Lending Framework und dem Green Bond Framework eine weitere Säule im Sustainable Finance Framework der Helaba. Es ergänzt die bereits bestehenden Nachhaltigkeitskriterien für die Eigenanlage und das Asset Management.
Das Framework umfasst im Wesentlichen die bereits seit Jahren in der Risikostrategie der Helaba-Gruppe integrierten Ausschlussbedingungen, die ESG-Investment-Policy der Helaba Invest und die ESG-Policy für die Frankfurter Bankgesellschaft Gruppe. Das Sustainable Investment Framework gilt sowohl für die Eigenanlage der Helaba, einschließlich der WIBank, der LBS, der Helaba Invest, der Frankfurter Bankgesellschaft und der Frankfurter Sparkasse, als auch für Teile des Asset- beziehungsweise Wealth Managements.
Die Helaba-Gruppe versteht sich als aktiver Partner bei der Transformation der Wirtschaft. Dementsprechend will sie Unternehmen beim Übergang zu einem nachhaltigeren Geschäftsmodell unterstützen und begleiten, anstatt sie pauschal für ein Investment auszuschließen. Unabhängig davon gibt es Umstände, die einem Investment durch die Helaba-Gruppe grundsätzlich entgegenstehen wie bspw. Öl- und Gasförderung, Bergbau, Online-Glücksspiel-Aktivitäten, Herstellung kontroverser Waffen.
Aufbauend auf den Ausschlusskriterien definiert das vorliegende Rahmenwerk zwei Arten von Investitionen der Eigenanlage, die gemäß Sustainable Investment Framework als nachhaltig gelten:
- Investitionen in Green, Social oder Sustainability-Linked Bonds gemäß ICMA-Prinzipien,
- Investitionen in Staats-, Bank- oder Unternehmensanleihen, die den von der Helaba selbst aufgelegten und auf ihrer Webseite offengelegten Nachhaltigkeitsanforderungen genügen.
Weiterführende Informationen:
| L | Helaba – Geschäftsbericht 2025 |
| L | Helaba – Sustainable Investment Framework |
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
Für die Investments der LBBW sind alle konzernweiten ESG-Regelungen verbindlich. Seit 2022 gilt eine einheitliche ESG-Anlagerichtlinie für das gesamte Depot A der LBBW, die sich an anerkannten Standards und Selbstverpflichtungen der LBBW orientiert (beispielsweise Menschenrechtsstandards der UN und Arbeitsrechte nach ILO-Kernarbeitsnormen). Sie enthält neben einer Ausschlussliste für Staaten insbesondere auch branchenspezifische Regelungen, die die Standards, die im Kundengeschäft gelten, auch für das Investmentbuch übernehmen und damit die Anforderungen in beiden Bereichen vereinheitlichen.
Weiterführende Informationen:
| L | LBBW Konzernnachhaltigkeitserklärung im Geschäftsbericht 2025 |
| L | LBBW Nachhaltigkeitsregelungen |
BayernLB
Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Eigenanlage (Depot A) der BayernLB erfolgt auf Basis der gruppenweit verbindlichen „Leitplanken der Transformation“. Diese definieren strikte Ausschlusskriterien für sensible Sektoren – konkret: kontroverse Rüstungsgüter, Kohleabbau und -verstromung sowie Kernenergie-Neubauprojekte –, die auch für Wertpapierinvestments zur Eigenmittelanlage und Liquiditätssteuerung sowie für das Treuhand-Planvermögen gelten. Die Tochtergesellschaft BayernInvest ergänzt dies durch eine spezifische ESG Policy und eine Stewardship Policy, die ökologische und soziale Mindestvorgaben sowie ein aktives Engagement gegenüber Emittenten sicherstellen.
Weiterführende Informationen:
| L | BayernLB Konzernabschluss |
| L | BayernLB Leitplanken der Transformation |
NORD/LB
Nachhaltigkeitsaspekte in der Eigenanlage (Depot A)
Grundsätzlich orientiert sich die NORD/LB in der Eigenanlage an den Transformationsleitlinien für das Kreditgeschäft. Das ESG-Management ist hier im regelmäßigen Austausch mit den Depot-A-Kollegen.
Weiterführende Informationen:
| L | Nachhaltigkeitsberichte: Die NORD/LB |
SaarLB
Die SaarLB hat verpflichtende Nachhaltigkeitskriterien für das Neugeschäft ihrer Eigenanlagen definiert. Entsprechende Investments werden mittels einer Ausschlussliste eines unabhängigen Nachhaltigkeitsanalysehauses vermieden, die regelmäßig aktualisiert wird. Die Umsetzung erfolgt in allen Anlageklassen. Vom Neugeschäft werden Unternehmen mit erkennbaren Verstößen gegen die Prinzipien des UN Global Compact (UNGC), die ILO Kernarbeitsnormen, die OECD-Leitlinien für multinationale Unternehmen (MNE), die Internationale Charta der Menschenrechte, Accounting-/Veröffentlichungs- und Geldwäschestandards, sonstige einschlägige deutsche und internationale gesetzliche Vorschriften sowie Empfehlungen der FATF genauso ausgeschlossen wie Unternehmen, die von Personen geleitet werden, die aufgrund von gesicherten Erkenntnissen als unzuverlässig anzusehen sind. Bei staatlichen Emittenten orientiert sich die SaarLB am Freedom House Index und investiert in Titel „freier“ Staaten. Investitionen in Titel „unfreier“ Staaten sind grundsätzlich ausgeschlossen. Daneben schließt die SaarLB Termingeschäfte mit Agrarrohstoffen und Sekundenhandel grundsätzlich aus.
Weiterführende Informationen:
| L | SaarLB Nachhaltigkeitsstrategie |
| L | SaarLB Berichte und Veröffentlichungen |
| L | Freedom Hause Index |
Nachhaltigkeit in der Kundenanlage (Depot B) – Sparkassen
Die Sparkassen bieten ihren Kundinnen und Kunden auch Finanzprodukte mit ökologischen und/oder sozialen Merkmalen an. Jede Kundin und jeder Kunde einer Sparkasse wird verpflichtend in jeder Beratung gefragt, ob sie oder er Interesse an Finanzinstrumenten mit Nachhaltigkeitsmerkmalen hat. Bei einer positiven Antwort und entsprechender Geeignetheit werden in der Beratung entsprechend ein oder mehrere Produkte mit Nachhaltigkeitsmerkmalen empfohlen. Mit der Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen zur Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenzen werden seit Juni 2022 – entsprechend der regulatorischen Vorgaben – drei Produkttypen als Produkte mit Nachhaltigkeitsmerkmalen ausgewiesen.
- ESG-Strategieprodukt mit Berücksichtigung von Umwelt- und Sozialthemen (PAI): Bei diesem Produkttyp sollen negative Auswirkungen auf die Umwelt und Gesellschaft reduziert oder sogar vermieden werden. Gemessen und berücksichtigt werden die nachteiligen Auswirkungen mithilfe von „Principle Adverse Impacts“ (PAI). Beispielsweise können damit je nach Produkt der CO2-Fußabdruck eines Unternehmens oder Verstöße gegen anerkannte Normen wie die des UN Global Compact berücksichtigt werden. Relevant ist das bei Unternehmen, in die investiert wird (bei Fonds) sowie bei der Kreditvergabe (bei Anleihen bzw. Zertifikaten). Dabei werden gewisse Mindestausschlüsse berücksichtigt. Diese beziehen sich bei Fonds auf die Auswahl der Investments und bei Zertifikaten auf die Auswahl des Basiswerts: Ein Unternehmen, das den Mindestausschlüssen nicht entspricht, kommt nicht als Investment bei Fonds oder als Basiswert bei Zertifikaten in Betracht. Bei Fonds kann die Fondsgesellschaft parallel Einfluss auf die investierten Unternehmen ausüben, größere Anstrengungen in Sachen Nachhaltigkeit zu unternehmen (z. B. über die Stimmrechtsausübung als Aktionärin).
- Produkt mit Auswirkungsbezug Nachhaltigkeit (ESG): Hier handelt es sich um Investitionen in wirtschaftliche Tätigkeiten (bei Fonds) bzw. die Finanzierung von wirtschaftlichen Tätigkeiten (bei Anleihen bzw. Zertifikaten), die zur Erreichung eines oder mehrerer Umweltziele oder sozialer Ziele im Sinne der EU-Offenlegungsverordnung beitragen. Dabei wird vorausgesetzt, dass die Investitionen keinem anderen der ökologischen oder sozialen Ziele erheblich schaden und die Prinzipien einer guten Unternehmensführung beachtet werden. Die gute Unternehmensführung bezieht sich insbesondere auf solide Managementstrukturen, die Beziehung zu und die Vergütung von Arbeitnehmern sowie die Einhaltung von Steuer- und Gesetzesvorschriften durch die Unternehmen.
- Produkt mit Auswirkungsbezug Ökologie (E): Hier wird in ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten im Sinne der EU-Taxonomie investiert (bei Fonds) oder diese werden durch Kredite finanziert (bei Anleihen bzw. Zertifikaten). Die EU-Taxonomie zielt darauf ab, Investitionen zugunsten klimafreundlicher Projekte und Unternehmen spezifisch zu fördern. Zu diesem Zweck wird mithilfe eines Kriterienkatalogs für Unternehmen definiert, welche Wirtschaftstätigkeiten bzw. Umsätze zur Erreichung der EU-Umweltziele beitragen und kein anderes Umweltziel erheblich beeinträchtigen. Anhand dieser Kriterien kann bestimmt werden, ob Wirtschaftsaktivitäten ökologisch nachhaltig im Sinne der EU-Taxonomie sind oder nicht.
Auch die Schulungen der Wertpapierberaterinnen und Wertpapierberater in den Sparkassen wurden 2025 weiter intensiviert, damit sie die jeweils von ihnen empfohlenen nachhaltigen Finanzinstrumente umfassend kennen und beurteilen können. Aktuelle Produktkenntnisse werden durch ein qualifiziertes Schulungs- und Weiterbildungsangebot kontinuierlich vermittelt.
Nachhaltigkeit in der Kundenanlage (Depot B) – Landesbanken und Verbundunternehmen
Deka-Gruppe
Die Deka-Gruppe optimiert kontinuierlich die Zusammenarbeit mit Sparkassen und deren Kunden über Plattformen wie den S-Invest Manager, Deka Easy Access, die S-Invest App, die App Sparkasse und die S Broker App. Digitale Kundenreisen und Endkundenangebote werden kontinuierlich ausgebaut, um auch junge oder digitalaffine Zielgruppen und Selbstentscheider noch besser anzusprechen. Gleichzeitig wird die digitale Vertriebsunterstützung der Sparkassen gestärkt. Die Deka-Gruppe entwickelt innovative Lösungen, um den veränderten Anforderungen der Kunden gerecht zu werden. Aktuelle Beispiele sind das geplante Krypto-Angebot im Retailgeschäft, das voraussichtlich im Sommer 2026 in der App Sparkasse verfügbar sein wird und die neue S Broker App, die schnelles und einfaches Trading ermöglicht.
Adressierung von Kundenbedürfnissen (Depot B)
- Produktklassifizierung: Das Angebot umfasst Produkte gemäß der EU-Offenlegungsverordnung, insbesondere Artikel-8- und Artikel-9-Fonds gemäß SFDR (EU 2019/2088 vom 27. November 2019).
- ESG-Risikostufenmodell: Das „ESG-Risikostufenmodell“ umfasst sechs Risikoklassen (A–F) und ermöglicht eine dynamische Erfassung von ESG-Risiken, ESG-Kontroversen und -Chancen auf Unternehmensebene. Grundlage sind Daten externer Anbieter sowie eigene Analysen zu einzelnen Unternehmen, deren ESG-Kontroversen und -Risiken bewertet und eingestuft werden. Erkenntnisse aus Hauptversammlungen, Engagements oder direkten Unternehmenskontakten fließen ein. Für jede Risikoklasse erfolgt eine entsprechende Bewertung gemäß definierter Kriterien. Die Einordnung bestimmt den Grad des Ausschlusses in Bezug auf die Produkte, also ob sich der Ausschluss nur auf Produkte mit Nachhaltigkeitsmerkmalen oder auf alle Produkte erstreckt.
- Stellhebel im Investmentprozess: Zur Erreichung der Ziele werden Ausschlusskriterien (z. B. für Kohle gemäß ESG Policy), PAI-Schwellenwerte (Principal Adverse Impacts) und ein aktives Engagement in ihre Steuerungsprozesse für Investmentfonds und Vermögensverwaltung eingesetzt. Bei Investitionsentscheidungen werden wesentliche nachteilige Nachhaltigkeitsauswirkungen berücksichtigt. So wird sichergestellt, dass die Anlageziele der angebotenen Investmentfonds und Vermögensverwaltungen der der Deka-Gruppe zugehörigen Kapitalverwaltungsgesellschaften einerseits unter Abwägung nachteiliger Auswirkungen der Investitionen auf Umwelt und Soziales (Inside-out-Wirkung der Aktivitäten der investierten Unternehmen) sowie andererseits unter Berücksichtigung möglicher Wirkungen von Umwelt- und Sozialfaktoren auf die investierten Vermögensgenstände (Outside-in-Wirkung) erreicht werden. Über die Ampelsystematik der Deka-PAI-Steuerung beispielsweise können Überschreitungen bestimmter Schwellenwerte zum Ausschluss eines Emittenten führen. Damit wird sichergestellt, dass nicht in Finanzinstrumente von Emittenten mit besonders hohen negativen Nachhaltigkeitsauswirkungen sowie Nachhaltigkeitsrisiken aufgrund von deren Geschäftsmodell investiert wird.
- Aktives Stewardship: Die Deka Investment nimmt ihre treuhänderische Verantwortung wahr, indem sie Aktionärsrechte auf Hauptversammlungen unter Berücksichtigung des Deutschen Corporate Governance Kodex zur verantwortlichen und auf dauerhafte Wertschöpfung ausgerichteten Unternehmensführung ausübt und den direkten Dialog (Engagement) mit Unternehmen sucht. Basis sind die auf der Deka-Webseite veröffentlichte Mitwirkungspolitik und die Grundsätze der Abstimmungspolitik bei Hauptversammlungen.
- Immobilienanlagen: Die Immobilien-Sondervermögen mit ökologischen Merkmalen (Artikel-8-Produkte gem. der SFDR [Sustainable Finance Disclosure Regulation der EU]) des Geschäftsfelds Asset Management Immobilien orientieren sich überwiegend an den CRREM-2-Grad-Pfaden als messbare Referenz zur Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad. Grundlage für die Bewertung ist der Vergleich der tatsächlich verursachten CO2e-Emissionen mit den CREEM-Vorgaben. Es werden Variablen wie Nutzungsart und Standort einer Immobilie berücksichtigt, die zeigen, wie hoch Energieverbrauch und CO2-Ausstoß zu bestimmten Zeitenpunkten maximal sein dürfen, um die Pariser Klimaziele zu erreichen.
Weiterführende Informationen:
| L | Deka-Gruppe Geschäftsbericht 2025 |
| L | ESG Policy |
Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)
Das Asset Management der Helaba für institutionelle Kunden im Rahmen der Verwaltung von Fonds im Geschäftsbereich Asset Management Liquide liegt im Verantwortungsbereich der Helaba Invest. Das Wealth Management, das innerhalb der Helaba im Wesentlichen bei der Frankfurter Bankgesellschaft angesiedelt ist, orientiert sich an den Vorgaben der Sparkassen-Finanzgruppe. Vorgaben zu Nachhaltigkeit im Wealth Management sind in der Policy Vermögensverwaltung der Frankfurter Bankgesellschaft definiert.
Weiterführende Informationen:
| L | Helaba – Geschäftsbericht 2025 |
Landesbank Baden-Württemberg/LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH
Die LBBW Asset Management bietet ihren privaten und institutionellen Kundinnen und Kunden bereits seit 2002 Anlageprodukte und Mandate mit Nachhaltigkeitsmerkmalen, bei denen neben Rendite- und Risikoüberlegungen auch nichtfinanzielle Kriterien (ESG-Kriterien) in der Anlagestrategie einbezogen werden. Entsprechend der geltenden Offenlegungsverordnung (Sustainable Finance Disclosure Regulation, SFDR) sind die Anlageprodukte der LBBW Asset Management gemäß Artikel 6, 8 und 9 klassifiziert; im Reporting werden alle Produkte, die den Kriterien in Artikel 8 und 9 entsprechen, dem „ESG-Vermögen“ zugewiesen. Die „Leitlinie für Nachhaltigkeit und verantwortliches Investieren“ beschreibt die Prinzipien der LBBW Asset Management zur Berücksichtigung von ESG-Kriterien, u. a.:
- Mit der ESG-Integration in den Investmentprozess werden bei der LBBW Asset Management vom Research bis hin zur Titelselektion Nachhaltigkeitsfaktoren in die Anlageentscheidung mit einbezogen. In der Portfoliokonstruktion dienen ESG-Ratings sowie internationale Normen als Ausschlusskriterien zur Eingrenzung des Anlageuniversums (Negativ-Screening).
- Bei allen Anlageprodukten und Mandaten schließt die LBBW Asset Management eine Investition in Firmen, die Streumunition oder Antipersonenminen herstellen, die gemäß internationaler Vereinbarungen (Oslo und Ottawa) geächtet sind, aus.
- Die LBBW Asset Management schließt Investitionen in Agrarrohstoffe aus.
- Darüber hinaus finden weitere fondsspezifische Ausschlusskriterien Anwendung, die sich u. a. auf die Bereiche fossile Brennstoffe, Rüstungsgüter und die Produktion von Tabak beziehen und Investitionen in Unternehmen ausschließen, die festgelegte Umsatzschwellen überschreiten.
Die aktive und verantwortungsvolle Wahrnehmung der Aktionärsrechte für Anleger ist für die LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH ein wichtiges Element ihrer treuhänderischen Verpflichtungen. Dazu zählen insbesondere die aktive Ausübung der Stimmrechte auf Hauptversammlungen („Proxy Voting") sowie der konstruktive Unternehmensdialog („Engagement"). Zur Ausübung der Stimmrechte kooperiert die LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH mit einem externen Dienstleister. Die Abstimmungsrichtlinien orientieren sich an den Richtlinien des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) und dem Deutschen Corporate Governance Kodex.
Weiterführende Informationen:
| L | LBBW Asset Management Nachhaltigkeit |
BayernLB
Im Bereich der Kundenanlage (Depot B) unterstützt die BayernLB Sparkassen und institutionelle Anleger durch das bankeigene ESG Advisory, das bei der Entwicklung von Transformationsstrategien und der Auswahl von Anlageformen mit Nachhaltigkeitsmerkmalen berät. Speziell für die Sparkassen-Finanzgruppe bietet das Institut komplementäre Produktleistungen und Know-how, wie beispielsweise Infrastrukturfonds, die nach Maßgabe der ESG Policy der BayernInvest und anwendbarer regulatorischer Klassifizierungen (u. a. gemäß SFDR) auf Nachhaltigkeitskriterien ausgerichtet sind, um die regionale Nachhaltigkeitsagenda im Verbund zu stärken.
Weiterführende Informationen:
| L | BayernLB Leitplanken der Transformation |
| L | BayernLB Nachhaltigkeitsstandards Finanzierung |
| L | BayernLB Konzernabschluss |
NORD/LB
Nachhaltigkeitsaspekte in der Kundenanlage (Depot B)
Als ein Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe haben wir Nachhaltigkeitsaspekte in die Anlageberatung und in die Investmentprozesse im Rahmen der Vermögensverwaltung eingebunden. Die Strategien zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken und zur Berücksichtigung von nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren für die Anlageberatung, für die Vermögensverwaltung und für die Versicherungsvermittlung veröffentlichen wir auf unserer Webseite unter dem untenstehenden Link.
ESG-Richtlinien für die Kundenanlage und die Vermögensverwaltung
Im Rahmen der Kundenanlage (und in der Vermögensverwaltung) setzt die Sparkasse individuelle und kundenspezifische Nachhaltigkeitsvorgaben und -konzepte um. Wir verfügen über die notwendigen Instrumente und Kompetenzen, um die Nachhaltigkeitskriterien von institutionellen Anlegerinnen und Anlegern, wie zum Beispiel Stiftungen oder Kirchen, im Portfoliomanagement erfolgreich umzusetzen. Unser Dienstleistungsangebot erstreckt sich dabei von der reinen Umsetzung der von den Kundinnen und Kunden vorgegebenen Positiv- oder Negativkriterien bis zur umfassenden Beratung bei der Entwicklung einer individuellen nachhaltigen Anlagestrategie. Im Rahmen der Vermögensverwaltung haben wir die nachfolgend beschriebenen Richtlinien und Verfahren implementiert.
Ausschlüsse
Folgende Branchen und Unternehmen sind von Investitionen ausgeschlossen:
Die individuelle Vermögensverwaltung schließt bei allen Vermögensverwaltungsmandaten, mit Ausnahme spezieller Mandate/Strategien, Direktinvestments in Einzelwerte im Falle von Tätigkeiten in den benannten Geschäftsfeldern oder bei Überschreiten einer Umsatzschwelle in diesen Geschäftsfeldern aus.
Ausschluss von Unternehmen mit Tätigkeiten in den folgenden Geschäftsfeldern:
- geächtete Waffensysteme
- Nuklearwaffen
Ausschluss von Unternehmen mit einem Umsatzanteil von mehr als 5 % (bzw. 10 % bei Kohleabbau und Kohleverstromung sowie 33 % bei Kern-/Atomenergie) in den folgenden Geschäftsfeldern:
- Alkohol (5 %)
- Glücksspiel (5 %)
- Kohleabbau und -verstromung (10 %)
- Kern-/Atomenergie (33 %)
- Pornografie (5 %)
- Tabak (5 %)
- Waffen/Rüstung (5 %)
Zusätzliche Kriterien sind das Einhalten eines Mindest-ESG-Ratings und bei Direktinvestments ein Ausschluss von Unternehmen mit stark kontroversen Geschäftspraktiken oder Verstößen gegen internationale Normen, wie dem UN Global Compact. Genaue Ausführungen und Definitionen hierzu finden sich in der nachhaltigkeitsbezogenen Offenlegung zur individuellen Vermögensverwaltung (s. u.).
Anlageberatung unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten
Die Sparkassen-Finanzgruppe hat bei der Einbindung von Nachhaltigkeitskriterien in der Anlageberatung eine Führungsrolle übernommen. Gesetzliche Anforderungen haben wir gemeinsam mit unseren Verbundpartnern proaktiv und frühzeitig umgesetzt. Seit 01.05.2021 wird die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien in der Anlageberatung in der NORD/LB umgesetzt.
Handlungsprogramm zur Umsetzung von Nachhaltigkeit in der Kundenanlage (Depot B)
- Interne Bildungsmaßnahmen mit dem Ziel der Sensibilisierung der Mitarbeitenden für ESG-Themen. Umsetzungsmaßnahmen: themen- und anlassbezogene ESG-Aktionstage (z. B. Earth-Week), ESG-Academy.
- Regionale Projektförderungen aus unserem Förderprogramm Löwen+ heraus. Die Unterstützung ökologischer und sozialer Projekte in der Geschäftsregion (Schulen, Kindergärten, Vereine) soll ein Veränderungsbewusstsein schaffen. Umsetzungsmaßnahmen: Geldzuwendungen und projektbezogene Sachspenden, wie Hochbeet & Müllsammler.
- Nachhaltigkeitsinformationen im Online-Banking: Im Rahmen der Nachhaltigkeitswelt soll Kundinnen und Kunden ein Informationsangebot als Dashboard bereitgestellt werden, das ihnen zusätzliche Orientierung zu ausgewählten Nachhaltigkeitsaspekten ihres Konsumverhaltens geben kann. Die Informationen dienen der Transparenz und Reflexion; sie stellen keine abschließende Bewertung der Nachhaltigkeit einzelner Transaktionen, Produkte oder Lebensstile dar. Umsetzungsmaßnahmen: Einführung der Nachhaltigkeitswelt und interne Wissensvermittlung dazu.
Weiterführende Informationen:
| L | Nachhaltigkeitsberichte: Die NORD/LB |
| L | Nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungen zur Vermoegensverwaltung |
SaarLB
Ausführliche Informationen zu den Anlageprodukten mit Nachhaltigkeitsmerkmalen im Bestand der SaarLB sind über die Nachhaltigkeitsberichtserstattung der SaarLB einsehbar.
Weiterführende Informationen:
| L | SaarLB Nachhaltigkeitsbericht |
| L | SaarLB Berichte und Veröffentlichungen |
Anlageprodukte mit Nachhaltigkeitsmerkmalen
Der generelle Wachstumstrend von Anlageprodukten mit Nachhaltigkeitsmerkmalen setzte sich auch im Jahr 2025 trotz einer Vielzahl von Herausforderungen fort. Getrieben von einem grundsätzlich weiter bestehenden Interesse an Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen entwickelten sich Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen in Bezug auf Mittelzuflüsse, Vermögen und Produktentwicklung nach wie vor positiv. Auch die Umbenennung einiger Fonds aufgrund der Leitlinien der europäischen Marktaufsichtsbehörde ESMA zu ESG-Bezügen in Fondsnamen oder Greenwashing-Vorwürfe gegen einzelne Anbieter konnten dieser Entwicklung grundsätzlich nichts anhaben.
Gleichwohl zeigen unsere Kundinnen und Kunden im Neugeschäft weiterhin ein gesunkenes Interesse an Anlageprodukten mit Nachhaltigkeitsmerkmalen. Als Ursachen hierfür dürften eine Neubewertung des Themas Nachhaltigkeit vor dem Hintergrund geopolitischer Krisen, der Wirtschaftsschwäche und gestiegener Inflationsraten sein. Überdies bremsen regulatorische Hürden die Kundennachfrage, wie zum Beispiel die sehr komplexe Nachhaltigkeitspräferenzabfrage gemäß MiFID II.
Basis für eine hohe Kundenzufriedenheit ist eine umfassende, qualitativ hochwertige Beratung. Dazu gehören auch das Angebot und die Empfehlung geeigneter Anlageprodukte und – falls unsere Kundinnen und Kunden dies wünschen – von Anlageprodukten mit Nachhaltigkeitsmerkmalen. So fragen wir im Rahmen der Anlageberatung unsere Kundinnen und Kunden obligatorisch danach, ob sie Nachhaltigkeitspräferenzen haben. Diese Angaben berücksichtigen wir bei der Auswahl und Empfehlung eines geeigneten Produkts in der Anlageberatung.
Mit den „Anlageprodukten mit Nachhaltigkeitsmerkmalen“ der DekaBank und der Landesbanken verfügen wir über ein breites Angebot an Investmentfonds (zum Beispiel Renten-, Aktien- und Mischfonds, ETFs) sowie Anleihen und Zertifikaten. Das Anlagevolumen in Anlageprodukten mit Nachhaltigkeitsmerkmalen der hier berichteten Institute (ohne die NORD/LB) belief sich 2025 auf rund 291 Milliarden Euro. Detaillierte und weiterführende Informationen halten die Nachhaltigkeitsberichte der jeweiligen Institute bereit.
Anmerkungen:
Angaben per 31.12.2025
*Die Anlageprodukte der Deka-Gruppe mit Nachhaltigkeitsmerkmalen beinhalten Publikums-, Spezialfonds, Mandate, ETF und Zertifikate gem. Art. 8 und 9 Offenlegungs-VO (SFDR).
** Die ausgewiesenen Assets under Management umfassen die von der Helaba Invest selbst gemanagten Vermögenswerte, auf die die allgemeinen ESG-Ausschlusskriterien des Sustainable Investment Framwork Anwendung finden. Die Einbeziehung erfolgt unabhängig von der SFDR-Klassifizierung des jeweiligen Fonds. Bei Fonds nach Artikel 6 bedeutet dies nicht, dass ökologische oder soziale Merkmale beworben werden; ESG-Aspekte werden dort insbesondere im Rahmen der Sorgfaltspflichten bei der Risikoanalyse und beim Investmentprozess berücksichtigt.
***BayernLB: Anteil des verwalteten Vermögens, der vollständig auf Taxonomiekonformität geprüft worden ist.
Ausführliche Informationen zu diesen und weiteren Verbundpartnern finden Sie in den Veröffentlichungen der jeweiligen Institute:
Deka-Gruppe
Als Wertpapierhaus der Sparkassen unterstützt die Deka-Gruppe die zukunftsfähige Ausrichtung der Sparkassen-Finanzgruppe und gliedert ihre Aktivitäten in die folgenden Geschäftsfelder:
- Asset Management Wertpapiere (AMW): Bietet Publikums- und Spezialfonds (Aktien, Renten, Mischfonds) sowie ETFs und institutionelle Mandate an, die ökologische oder soziale Merkmale (Artikel 8 SFDR) oder nachhaltige Investitionsziele (Artikel 9 SFDR) verfolgen.
- Asset Management Immobilien (AMI): Fokus auf Immobilien-Sondervermögen, die sich am CRREM-2-Grad-Pfad orientieren und gezielt in energieeffiziente Gebäude investieren. Neben der Orientierung an Dekarbonisierungspfaden setzt das Geschäftsfeld nun verstärkt auf KI-basierte Lösungen zur Betriebs- und Energiekostenoptimierung. Zudem wurde die Implementierung von Photovoltaik-Anlagen (PV) durch Machbarkeitsanalysen und erste Ausschreibungen konkretisiert.
- Kapitalmarkt: Emission von Green Bonds und Zertifikaten mit Nachhaltigkeitsmerkmalen sowie Vermittlung von CO2-Kompensationsprojekten. Für Zwecke der Emission von Green Bonds hat die DekaBank eine freiwillige interne Richtlinie nach den ICMA Green Bond Principles 2021, das sog. „Green Bond Framework“, entwickelt. Zudem wird das Angebot für Sparkassen technologisch erweitert. Zukünftig soll über die bestehenden Plattformen auch die Ausführung von Kryptowährungen ermöglicht werden. Die Kryptowertpapierregisterführung wird als Dienstleistung im Rahmen der Emittentenbetreuung angeboten.
- Finanzierungen: Bereitstellung von Krediten für Infrastruktur (erneuerbare Energien), Transportmittel (emissionsarme Schiffe/Flugzeuge) und gewerbliche Immobilien (energieeffiziente Gebäude).
- Asset Management Services (AMS): Vermögensverwaltungslösungen wie „Select ESG“ über den Robo-Advisor bevestor. Über den S Broker können Kunden das gesamte Spektrum von Fonds der Deka-Gruppe erwerben und im Depot verwahren. Des Weiteren können Kunden Kriterien, wie Einstufungen nach der Offenlegungsverordnung (SFDR) einsehen.
Im Jahr 2025 wurden folgende Maßnahmen umgesetzt:
- Verschärfung der Fossil Fuel Policy: Das Anlageuniversum wird durch Ausschlusskriterien begrenzt. Die klimabezogenen Ausschlusskriterien gelten bis auf Weiteres für alle aktiv gemanagten Publikumsfonds der Deka-Kapitalverwaltungsgesellschaften. Ab Januar 2025 wurden diese durch die Fossil Fuel Policy des Geschäftsfelds AMW verschärft, welche zwischenzeitlich in die ESG Policy integriert wurde1. Für Deka-Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen (Artikel-8- und Artikel-9-Fonds gemäß SFDR (EU 2019/2088 vom 27. November 2019) gelten ergänzende Ausschlusskriterien und abweichende Schwellenwerte, die den vorvertraglichen Informationen des jeweiligen Fonds zu entnehmen sind.
- Methodenwechsel beim ESG-Scoring: Die Bewertung von ESG-Risiken ist Bestandteil des Limit- beziehungsweise Kreditvergabe- und -überwachungsprozesses. Die internen ESG-Scorecards wurden durch externe segmentspezifische ESG-Scores mit zusätzlichen quantitativen Datenpunkten wie THG-Emissionen, Wasserverbrauch und Abfall abgelöst. Mittels des ESG-Scorings werden Klima- und Umweltrisiken sowie soziale und Governance-Risiken des Kreditnehmers beziehungsweise des Emittenten wie auch der spezifischen Finanzierung umfassend bewertet. Die Bewertung erfolgt nach einer Ampel-Logik, die eine Klassifizierung von sehr geringen bis hin zu hohen ESG-Risiken umfasst.
- Regulatorik (Sustainable Finance Disclosure Regulation der EU – SFDR-Reform): Die Deka reagiert auf den im November 2025 vorgelegten Entwurf der EU-Kommission zur Überarbeitung der Offenlegungsverordnung (SFDR). Das Institut bereitet sich aktiv auf neue Produktkategorien mit verbindlichen Mindeststandards vor, um frühzeitig auf mögliche Änderungen reagieren zu können, beispielsweise durch ein überarbeitetes Produktportfolio.
Jedes Geschäftsfeld der Deka-Gruppe verfügt über eigene und unterschiedliche interne ESG-Steuerungselemente. Exemplarisch sind die folgenden genannt, weitere finden Sie ab Seite 133 im Deka-Gruppe-Geschäftsbericht 2025:
- Die DekaBank nutzt das Green Bond Framework gemäß den ICMA Green Bond Principles 2021, um Mittel gezielt in Wind- und Solarparks sowie effiziente Immobilien zu lenken.
- Die Immobilien-Sondervermögen mit ökologischen Merkmalen (Artikel-8-Produkte gem. der SFDR (Sustainable Finance Disclosure Regulation der EU) des Geschäftsfelds Asset Management Immobilien orientieren sich überwiegend an den CRREM-2-Grad-Pfaden als messbare Referenz mit dem Ziel zur Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad.
- Mit dem sektorspezifischen Climate Aligned Credit Framework (CACF) wurde 2025 die Basis für Finanzierungen einschließlich entsprechender Prüfprozesse geschaffen (Veröffentlichung 2026), das Transformationsfinanzierungen für Treibhausgas-intensive Branchen ermöglicht.
- Über den Einsatz des „Nachhaltigkeitsfilters“ (Treasury), der sich an den Prinzipien des UN Global Compact orientiert und Ausschlusskriterien bezüglich Umwelt, Rüstung, Menschenrechten und Korruption gemäß der Negativliste der Kreditrisikostrategie umfasst, sowie das Stewardship-Konzept werden neben der Einhaltung der Prinzipien des UN Global Compact auch die ILO-Kernarbeitsnormen (Ausschluss von Kinder-/Zwangsarbeit, Schutz von Menschenrechten) in den Portfolios sichergestellt.
- Die Nachhaltigkeitsziele der Publikums- und Spezialfonds sowie Mandate im Geschäftsfeld Asset Management Wertpapiere sind über Kriterien und deren Steuerung mittels Tools in den Investmentprozess und in die Systemlandschaft des Geschäftsfelds integriert, wie bspw. das ESG-Risikostufenmodell (A–F). Das „ESG-Risikostufenmodell“ umfasst sechs Risikoklassen (A–F) und ermöglicht eine dynamische Erfassung von ESG-Risiken, ESG-Kontroversen und -Chancen auf Unternehmensebene. Grundlage sind Daten externer Anbieter sowie eigene Analysen zu einzelnen Unternehmen, deren ESG-Kontroversen und -Risiken bewertet und eingestuft werden. Erkenntnisse aus Hauptversammlungen, Engagements oder direkten Unternehmenskontakten fließen ein. Für jede Risikoklasse erfolgt eine entsprechende Bewertung gemäß definierter Kriterien. Die Einordnung bestimmt den Grad des Ausschlusses in Bezug auf die Produkte, also ob sich der Ausschluss nur auf Produkte mit Nachhaltigkeitsmerkmalen oder auf alle Produkte erstreckt.
1 Die ESG Policy ist unter dem Link https://www.deka.de/privatkunden/ueber-uns/deka-Investment/deka-investment-nachhaltigkeit veröffentlicht und beinhaltet als zentrales Dokument des Geschäftsfeldes Asset Management Wertpapiere (Deka Investment GmbH, Deka Vermögensmanagement GmbH und Deka International S.A.) ESG-Themen wie den Investmentprozess, Produkte und Ausschlüsse sowie Stewardship und Engagement
Weiterführende Informationen:
Helaba Invest
Nachhaltigkeit ist für die Helaba Invest ein wichtiger Bestandteil verantwortungsvoller institutioneller Kapitalanlage. Als Kapitalverwaltungsgesellschaft und Asset Manager für institutionelle Investoren berücksichtigt die Helaba Invest Nachhaltigkeitsaspekte dort, wo sie fachlich, regulatorisch und mandatsbezogen relevant sind. Dies betrifft insbesondere Investmentprozesse, Risikomanagement, Governance, Kundenlösungen und den Dialog mit Unternehmen.
Institutionelle Anleger sollen dabei unterstützt werden, Nachhaltigkeitsanforderungen nachvollziehbar, belastbar und operativ umsetzbar in ihre Kapitalanlage zu integrieren. Dazu gehören ethische Mindeststandards, die Berücksichtigung von ESG-Risiken, klimabezogene Kennzahlen sowie eine realitätsnahe Umsetzung in bestehenden Investmentstrukturen.
Zum 31. Dezember 2025 verwaltete die Helaba Invest 173,6 Mrd. Euro in Spezial- und Publikumsfonds einschließlich Mastermandaten nach 162,9 Mrd. Euro im Vorjahr. Mit dieser Verantwortung verbindet die Helaba Invest den Anspruch, Nachhaltigkeitsaspekte strukturiert, nachvollziehbar und mandatsbezogen in die institutionelle Kapitalanlage einzubetten.
Nachhaltigkeit mit Struktur durch ESG-Policy und Sustainable Investment Framework
Bereits 2021 hat die Helaba Invest mit ihrer ESG-Investment-Policy einen ersten verbindlichen Rahmen für die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten im Investmentprozess geschaffen. Die Policy bildete den Ausgangspunkt für die systematischere Verankerung ethischer Standards, nachhaltigkeitsbezogener Risikobetrachtungen, Klimaaspekte sowie Grundsätze verantwortungsvoller Stimmrechtsausübung.
Mit dem Sustainable Investment Framework wurde dieser Ansatz fortgeschrieben und in einen konzernweiten Rahmen eingebettet. Das SIF konkretisiert die Nachhaltigkeitsaktivitäten im Investmentbereich und ergänzt die bestehenden Nachhaltigkeitskriterien für Eigenanlage und Asset Management. Es schafft Orientierung dafür, wie nachhaltige Investitionen aus Sicht der Helaba-Gruppe eingeordnet werden können, und verbindet ökologische, soziale und Governance-Aspekte mit Investmentprozessen.
Im Rahmen des SIF gelten unter anderem Ausschlüsse für Derivate, deren Basiswerte Nahrungsmittel sind, sowie für bestimmte kontroverse Geschäftsfelder wie die Herstellung und der Vertrieb geächteter Waffen, Pornografie oder besonders umweltschädliche Fördermethoden von fossilen Energieträgern wie Öl- und Teersand und Fracking.
Für Fonds, die ökologische und/oder soziale Merkmale nach Artikel 8 der EU-Offenlegungsverordnung berücksichtigen, bestehen weitergehende Anforderungen. Diese können zusätzliche Nachhaltigkeitsmerkmale, Mindestanteile nachhaltiger Investitionen, spezifische Ausschlusskriterien, Transformationsanforderungen oder weitere Vorgaben zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsindikatoren umfassen.
Lösungen mit Nachhaltigkeitsbezug für institutionelle Anleger
Die Helaba Invest baut ihre nachhaltigkeitsbezogenen Angebote für institutionelle Anleger kontinuierlich weiter aus. Im Fokus stehen insbesondere Fonds und Mandate, die ökologische und/oder soziale Merkmale berücksichtigen und nach Artikel 8 der EU-Offenlegungsverordnung klassifiziert sind. Dabei verfolgt die Helaba Invest einen realitätsnahen Einstufungsansatz. Nachhaltigkeitsbezogene Aussagen müssen prüfbar, konsistent und operativ umsetzbar sein. Zugleich ist der Helaba Invest wichtig, realitätsnahe Benchmark-Strategien abzubilden.
Ein Beispiel für die Weiterentwicklung nachhaltigkeitsbezogener Anlagelösungen ist der Ausbau von Infrastrukturlösungen. Mit dem HI-Infrastruktur-Multi Manager-Fonds III wurde die bestehende Infrastruktur-Dachfondsreihe fortgeführt. Der Fonds erfüllt die Offenlegungspflichten nach Artikel 8 SFDR und sieht einen Mindestanteil nachhaltiger Investitionen vor.
Auch im liquiden Bereich verbindet die Helaba Invest Nachhaltigkeits- und Transformationsaspekte mit etablierten Investmentansätzen. Ein Beispiel hierfür ist der heutige HI-Climate Transition Multi-Faktor Aktien Euroland-Fonds, der 2025 sein fünfjähriges Bestehen feiert. Das Konzept kombiniert einen Multi-Faktor-Ansatz mit Nachhaltigkeitsmerkmalen und einem Fokus auf Klimatransition. Seit seiner Auflegung im Dezember 2019 hat sich der Fonds zu einem etablierten Baustein innerhalb der nachhaltigkeitsbezogenen Aktienstrategien der Helaba Invest entwickelt. Neben Ausschlüssen und Mindeststandards sollen auch Unternehmen berücksichtigt werden können, die glaubwürdige Transformationspfade verfolgen, ihre CO2-Intensität verbessern oder durch Produkte und Dienstleistungen zur Bewältigung ökologischer und sozialer Herausforderungen beitragen.
Ergänzend unterstützt die Helaba Invest institutionelle Anleger im Bereich nachhaltigkeitsbezogener Daten und Berichterstattung. Über das eReporting stellt sie relevante ESG-Informationen strukturiert zur Verfügung. Daneben stellt die Helaba Invest das European ESG Template, kurz EET, bereit. Das EET ist ein standardisiertes Datenformat für nachhaltigkeitsbezogene Fondsinformationen und umfasst unter anderem wesentliche PAI-Indikatoren. PAI steht für „Principal Adverse Impacts“ und bezeichnet die wichtigsten nachteiligen Auswirkungen von Investitionsentscheidungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren, etwa in den Bereichen Treibhausgasemissionen, Biodiversität, Wasser, Abfall oder soziale Themen. Zusätzlich stellt die Helaba Invest Informationen zu finanzierten Emissionen bereit und schafft damit eine Grundlage, klimabezogene Auswirkungen von Portfolios transparenter einzuordnen.
Active Ownership und Dialog mit Unternehmen
Active Ownership ist ein wichtiger Bestandteil eines zukunftsorientierten Asset Managements. Dazu zählen der konstruktive Dialog mit Unternehmen sowie die Stimmrechtsausübung auf Hauptversammlungen. Ziel ist es, nachhaltige Unternehmensführung, langfristige Wertschöpfung und die Einhaltung internationaler Standards zu fördern. Durch Engagement können Erwartungen an Unternehmen adressiert, Fortschritte eingefordert und Transformationsprozesse begleitet werden.
Die Helaba Invest nutzt hierfür verschiedene Ansätze. Sie beteiligt sich unter anderem an kollaborativen Engagement-Programmen, bei denen mehrere Investoren ihre Anliegen bündeln. Im Rahmen eines normbasierten Engagement-Programms werden insbesondere Unternehmen adressiert, denen mutmaßliche oder nachweislich schwerwiegende Verstöße gegen internationale Normen vorgeworfen werden.
Ergänzend führt die Helaba Invest individuelle Engagements durch. Diese ermöglichen einen direkten und flexiblen Austausch mit Unternehmen. Inhaltliche Schwerpunkte lagen bislang insbesondere auf Klimathemen, Treibhausgasemissionen, Klimastrategien, Biodiversität und ausgewählten sozialen Themen.
Ein Beispiel hierfür ist der Dialog mit Unternehmen aus emissionsintensiven Branchen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die pauschale Bewertung einzelner Unternehmen, sondern die Frage, wie glaubwürdige Transformationsstrategien aussehen können und welche Maßnahmen geeignet sind, Emissionen schrittweise zu reduzieren. Betrachtet wurden unter anderem alternative Kraftstoffe, Effizienzsteigerungen, technologische Innovationen und Investitionen in Infrastruktur.
Governance, Brancheninitiativen und Unternehmenskultur
Nachhaltigkeit ist bei der Helaba Invest organisatorisch verankert. Es besteht eine etablierte Nachhaltigkeitsgovernance, die Abläufe, Verantwortlichkeiten und strategische Nachhaltigkeitsaktivitäten miteinander verbindet. Zwei ESG-Komitees können bei Bedarf Handlungsempfehlungen für die Investmentkomitees aussprechen. Die Nachhaltigkeitsbeauftragte koordiniert die Aktivitäten, bringt Verbesserungspotenziale in die Organisation ein und steht im Austausch mit ESG-Expertinnen und -Experten aus den Fachbereichen.
Seit 2025 wird diese Struktur durch ein agiles, fachübergreifendes Team ergänzt. Ziel ist es, Nachhaltigkeitsthemen stärker bereichsübergreifend zu bearbeiten, fachliche Perspektiven frühzeitig zusammenzuführen und die Umsetzung strategischer sowie regulatorischer Anforderungen wirksam zu unterstützen.
Auch extern beteiligt sich die Helaba Invest an relevanten Initiativen und Verbänden. Mit der Unterzeichnung der PRI unterstreicht sie ihr Bekenntnis zu verantwortungsvollem Investieren. Darüber hinaus verpflichtet sie sich zur Beachtung der Wohlverhaltensregeln des BVI einschließlich der Leitlinien zum verantwortlichen Investieren sowie der Leitlinien für nachhaltiges Immobilien-Portfoliomanagement. Über Mitgliedschaften und Arbeitskreise, unter anderem im BVI, BAI und VÖB, beteiligt sich die Helaba Invest am fachlichen Austausch zur Weiterentwicklung nachhaltiger Kapitalanlage.
Aspekte der Nachhaltigkeit werden darüber hinaus auch auf Unternehmensebene geteilt. Die Helaba Invest bekennt sich zu Vielfalt, einer offenen Unternehmenskultur und einer verantwortungsvollen Arbeitgeberrolle. Als Unterzeichnerin der Charta der Vielfalt setzt sie Impulse für ein wertschätzendes und inklusives Arbeitsumfeld. Im Rahmen des Deutschen Diversity-Tags 2025 hat die Helaba Invest persönliche Erfahrungsberichte und Stimmen von Mitarbeitenden sichtbar gemacht.
Weiterführende Informationen:
| L | Anlageprodukte mit Nachhaltigkeitsmerkmalen der Helaba Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH |
| L | ESG Investment Policy |
Landesbank Baden-Württemberg
Die LBBW unterstützt die nachhaltige Transformation, resp. die Klimaschutz- und Umweltziele der EU mit einer breiten Palette an Finanzprodukten und Services. Anlage- und Investmentangebote mit Nachhaltigkeitsaspekten sind für alle Kundengruppen in den für sie relevanten Kategorien verfügbar.
- Zu den aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten als bedeutend eingestuften Anlageprodukten im Produktportfolio der LBBW zählen Green, Social & Sustainability Linked Bonds mit Mittelverwendung für Projekte im Bereich Umweltschutz, Klimaschutz sowie Projekte mit gesellschaftlichem Bezug.
- Des Weiteren umfasst das Portfolio Fonds der LBBW Asset Management Investmentgesellschaft, die den Kriterien von Art. 8 bzw. Art. 9 der Offenlegungsverordnung (EU) 2019/2088 entsprechen. Art.-8-Fonds berücksichtigen ökologische und/oder soziale Aspekte bei der Auswahl ihrer Anlageinstrumente. Fonds mit einer Art.-9-Klassifizierung müssen mit ihren Anlageinstrumenten explizite Nachhaltigkeitsziele verfolgen.
- Auch Zertifikate und Retail-Anleihen zählen zu den bedeutenden Produkten mit Nachhaltigkeitsmerkmalen der LBBW. Ein Großteil des Volumens wird dabei mit dem Nachhaltigkeitsmerkmal PAI-Produkt klassifiziert. Das Volumen der ausstehenden Produkte mit Nachhaltigkeitsmerkmalen wurde in 2025 weiter ausgebaut.
Weiterführende Informationen:
| L | LBBW Konzernnachhaltigkeitserklärung im Geschäftsbericht 2025 |
| L | LBBW Asset Management Nachhaltigkeit |
BayernLB
Die BayernLB bietet Anlageprodukte an, deren Nachhaltigkeitsmerkmale nachfolgend im Einzelnen beschrieben sind und durch das Sustainable Financing Framework des Instituts rahmenrechtlich abgesichert werden. Das Spektrum umfasst Green Bonds und Social Bonds zur Refinanzierung von Portfolien in den Bereichen erneuerbare Energien, Mobilität mit alternativen Antrieben und sozialer Wohnungsbau, die nach den ICMA Green Bond Principles bzw. Social Bond Principles als Strukturierungsrahmen emittiert werden. Als innovative Lösungen hat die Bank zudem ein Green Commercial Paper Programm sowie ein Green ABCP Framework für Verbriefungen implementiert, die ESG-Kriterien berücksichtigen; beide Programme werden durch eine unabhängige Second Party Opinion abgedeckt, die die Eligibility-Kriterien und die Mittelverwendung verifiziert.
Zur Deckung spezifischer Kundenbedürfnisse werden darüber hinaus Sustainable Deposits angeboten: Die entsprechenden Mittel werden im Rahmen eines Equivalent-Amount-Ansatzes zur Refinanzierung von Finanzierungen eingesetzt, die die Eligibility-Kriterien des Sustainable Lending Framework erfüllen. Ergänzend stehen Sustainability-Linked-Produkte zur Verfügung, deren Konditionen an das Erreichen individueller, vorab vereinbarter und durch unabhängige Dritte überprüfbarer ESG-Kennzahlen (KPIs) geknüpft sind. Die Transparenz für Investoren wird durch regelmäßige Impact und Allocation Reportings sowie durch unabhängige Second Party Opinions sichergestellt, die die Konformität der Produkte mit den ICMA-Prinzipien als anerkanntem Marktstandard bestätigen.
Weiterführende Informationen:
| L | BayernLB Geschäftsbericht 2024 |
| L | BayernLB – Nachhaltigkeitsreporting |
| L | BayernInvest |
NORD/LB
Nachhaltigkeitsorientierte Anlageprodukte
Mit den Anlageprodukten mit Nachhaltigkeitsmerkmalen der Produktpartner, hauptsächlich Deka, LBBW und weiterer Drittanbieter wie z. B. Flossbach von Storch, verfügt die NORD/LB über ein Sortiment von Investmentfonds (z. B. Renten-, Aktien- und Mischfonds, Immobilienfonds, ETFs) und Anleihen sowie Zertifikaten, das für alle Kundinnen und Kunden passende Produkte je nach Risikoneigung und Liquiditätsbedarf bietet.
Nachhaltigkeitsorientierte Eigenemissionen
Mit der Emission von Refinanzierungsintrumenten, die auf ihrer Webseite einsehbare ESG-Kriterien erfüllen, will die NORD/LB die Finanzierung von nachhaltigkeitsorientierten Projekten mit entsprechenden Refinanzierungskonzepten in Einklang bringen und damit der steigenden Nachfrage von Investierenden nach Klima- und Umweltaspekte berücksichtigenden Investitionen nachkommen.
Das aktuelle Green Funding Framework bietet eine Reihe von Kriterien für diese Refinanzierungsinstrumente und orientiert sich an den Green Bond Principles („GBP“) 2021, die von der International Capital Market Association („ICMA“) veröffentlicht wurden und, soweit möglich, auch an der EU-Taxonomie-Verordnung. Das Anlagevolumen der nachhaltigkeitsorientierten Eigenemissionen der NORD/LB in 2025 beläuft sich auf 3.684 Mio. Euro (Vorjahr: 2.679 Mio. Euro).
Weiterführende Informationen:
Näheres zum Green Funding Framework ist auf der Webseite der NORD/LB wie folgt veröffentlicht:
| L | Green Funding Framework |