Nachhaltigkeitsstrategie | DSGV - 2018

Nachhaltigkeitsstrategie

Alle mitnehmen in der Transformation

Kern des öffentlichen Auftrags der Sparkassen ist es, Finanzdienstleistungen zum Wohle der Allgemeinheit anzubieten. Die 560 Mitgliedsinstitute der Sparkassen-Finanzgruppe, davon 385 Sparkassen sind eigenständig und dezentral im Markt tätig. Die Verantwortung für die Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen und Nachhaltigkeitsstrategien obliegt dementsprechend jedem einzelnen Institut.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband e. V. (DSGV) hat für die Sparkassen ein umfassendes Unterstützungsangebot für die Berichterstattung über Nachhaltigkeit sowie zur Erfassung und Abbildung ihrer gemeinwohlorientierten Leistungen entwickelt. Der folgende Beitrag gibt zum einen eine kurze Einschätzung der gegenwärtigen Rahmenbedingungen für das Handeln der Sparkassen und ihrer Partnerinstitute in der Sparkassen-Finanzgruppe. Zum anderen vermittelt er einen Überblick über die konzeptionelle Ausgestaltung und Umsetzung von Nachhaltigkeit in der Sparkassen-Finanzgruppe. Die detaillierte Berichterstattung erfolgt auf Ebene der einzelnen Institute und in ihrem eigenen Ermessen.

Vertrauen gibt Zuversicht für Veränderungen

Deutschland ist ein föderales Land, es gibt eine erprobte Arbeitsteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Die Wirtschaftsstruktur ist stark und vielschichtig, das Finanzsystem dank differenzierter Geschäftsmodelle stabil.

Trotzdem sind wirtschaftlicher Wohlstand und soziale Stabilität auch in Deutschland keine Selbstverständlichkeit, sie müssen angesichts von Niedrigzins, demografischem Wandel, Digitalisierung und den Herausforderungen des Klimawandels immer wieder neu erarbeitet werden. Es braucht Initiative und Engagement, damit der nachhaltige Umbau unserer Wirtschaft gelingt und mit einer gerechten Chancenverteilung innerhalb der Gesellschaft und zwischen den Regionen einhergeht.

Die Sparkasse genießen ein hohes Vertrauen in der Bevölkerung und sind ein wichtiger Stabilitätsanker für das Gesellschafts- und Wirtschaftssystem unseres Landes. Sie geben den Bürgerinnen und Bürgern die Zuversicht, dass wichtige Lebensentscheidungen, künftige Herausforderungen oder unternehmerische Investitionen auf einem stabilen Fundament und gemeinsam mit verlässlichen, vertrauenswürdigen Partnern angegangen werden können.

Nachhaltigen Wandel im Sinne aller Menschen gestalten

Sparkassen haben seit jeher die Aufgabe, Veränderungen so mitzugestalten, dass möglichst viele Menschen davon profitieren können. Als regionale und kommunal verankerte Kreditinstitute haben sie darin viel Erfahrung. Die Sparkassenidee ist in Zeiten großer Umbrüche entstanden. Und es ist den Sparkassen in Zeiten gesellschaftlicher, technologischer und auch politischer Veränderungen immer wieder gelungen, Wege aufzuzeigen, wie aus neuen Entwicklungen Chancen für die Bevölkerung und die Unternehmen entstehen können.

Die Sparkassen in Deutschland stellen sich darum auch weiterhin gemeinsam und mit aller Kraft den zentralen Herausforderungen unserer Zeit: die digitale Zukunft menschlich zu gestalten, die Transformation zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft ohne soziale Verwerfungen zu meistern und die das breite Wohlstandsversprechen der sozialen Marktwirtschaft als Orientierungspunkt des deutschen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells zu erhalten.

Für einen erfolgreichen Wandel zu mehr Nachhaltigkeit braucht Deutschland attraktive Regionen. Alle, das ganze Land muss an gleichwertigen Lebensbedingungen überall in Deutschland interessiert sein. Dazu gehört eine gute öffentliche Infrastruktur, die eine Sparkassen-Filiale oder ein Geldautomat alleine nicht herstellen können. Es braucht eine gemeinsame Kraftanstrengung für eine Belebung der ländlichen Räume – durch attraktive Nahverkehrsanbindungen, eine angemessene Ärzteversorgung, Einkaufsmöglichkeiten, eine gezielte Ansiedlungspolitik für Wirtschaftsunternehmen, Breitbandausbau – und vieles mehr.

Im Zusammenspiel all dieser Angebote und Dienstleistungen lässt sich eine nachhaltige Entwicklung der Region gestalten, eröffnen sich Zukunftsperspektiven für die junge Generation, bleiben Lebensqualität und wirtschaftliche Prosperität vor Ort erhalten. Eine Aufgabe, an deren Lösung die Sparkassen als Finanzinstitute mit einem regional ausgerichteten Geschäftsmodell heute und auch in Zukunft maßgeblich mitwirken.

Unsere Orientierung für mehr Nachhaltigkeit: Haltung, Produkte, Initiativen

Kern des öffentlichen Auftrags der Sparkassen ist es, Finanzdienstleistungen zum Wohle der Allgemeinheit anzubieten. Aus dieser besonderen, dem Gemeinwohl verpflichteten unternehmerischen Haltung heraus leisten die Institute mit ihrer Geschäftspolitik, ihren Produkten und gesellschaftlichen Initiativen einen substanziellen Beitrag zu nachhaltigem Wohlstandswachstum, Lebensqualität und gesellschaftlicher Zukunftsfähigkeit in der Region.

Für die Erfassung und Abbildung der gemeinwohlorientierten Leistungen der Sparkassen eignen sich die gängigen Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung nur bedingt. Daher hat der DSGV in Abstimmung mit Regionalverbänden ein den Sparkassen-Standard mit einem eigenen Indikatoren-Set entwickelt, mit dem die Sparkassen die Daten erheben können, die für eine qualifizierte Berichterstattung zu Nachhaltigkeit und zur Erfüllung ihres gesellschaftlichen Auftrags erforderlich sind.

Gründungsauftrag

Seit über 200 Jahren begleiten die Sparkassen und mit ihnen die Sparkassen-Finanzgruppe den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel in Deutschland mit zeitgemäßen Finanzprodukten und Beratungsangeboten für alle Kundengruppen. Ihr Geschäftsmodell hat dabei große Zäsuren überstanden – die Zeit der Industrialisierung in Stadt und Land, den Neuanfang nach 1918 und 1945, das Zusammenwachsen Deutschlands nach dem Mauerfall. Dabei ist der Wesenskern der Sparkassenidee unverändert geblieben. Seit Jahrzehnten ist er außerdem in den deutschen Sparkassengesetzen als „öffentlicher Auftrag“ rechtlich verankert. Dazu gehören:

  • Der Einsatz für Sparen und Vorsorge sowie der Zugang zu Finanzdienstleistungen für alle Kundengruppen
  • Finanzielle Inklusion ist das Fundament unseres Geschäftsmodells.
  • Ein zweites Kernelement ist der besondere Fokus auf die lokale und regionale Entwicklung und auf deren Hauptakteure, also vor allem private Haushalte, Handwerker, kleine und mittlere Unternehmen und Kommunen.
  • Sparkassen beleben den Wettbewerb am deutschen Bankenmarkt. Sie tun dies durch ihre breite Aufstellung als Retailinstitut und ihre Präsenz in wirtschaftlich starken wie schwachen Teilen Deutschlands.

Der „öffentliche Auftrag“ ordnet den Sparkassen also wesentliche kreditwirtschaftliche, aber auch gesellschaftliche Aufgaben zu. Und er legt fest, dass sich der Erfolg einer Sparkasse an ihrer lokalen Gestaltungskraft misst – das geht weit über die Basisanforderung betriebswirtschaftlicher Solidität hinaus.

Chancen und Risiken nachhaltigen Wirtschaftens für die Sparkassen-Finanzgruppe

Die Transformation unserer Wirtschaftsweise hin zu Nachhaltigkeit hat hohe Priorität auf der politischen und gesellschaftlichen Agenda. Das vergangene Jahr hat eindrücklich gezeigt, dass extreme Wetterlagen weitreichende ökonomische Auswirkungen haben. Die anhaltende Trockenheit führte beispielsweise zu Futterengpässen in der Landwirtschaft und sorgte für historische Tiefstände im Rhein und auf anderen Binnenwasserstraßen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ging die Binnenschifffahrt als Folge 2018 um elf Prozent zurück. Die daraus resultierenden Transporteinschränkungen hatten vielschichtige Konsequenzen. So kam beispielsweise in der chemischen Industrie zu Lieferengpässen und Produktionsausfällen in der Vorproduktion, die zu Unterbrechungen der Lieferketten und zu spürbaren wirtschaftlichen Auswirkungen in nachgelagerten Unternehmen führten.

Relevanz von Klimaschutz und Nachhaltigkeit für Kreditinstitute

Der Klimaschutz wird langfristig erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftsaktivitäten von Kreditinstituten haben. Bei der Ausgestaltung einer „nachhaltigen Wirtschaft“ kommt der Finanzwirtschaft insgesamt eine wichtige Rolle zu. Verschiedene Regulierungsinitiativen zielen daher auf die Berücksichtigung von Klima- und Nachhaltigkeitsrisiken im Finanzsektor. Die EU-Kommission hat im März 2018 den „Aktionsplan: Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ (EU-Aktionsplan) vorgelegt, der an die Vorschläge der EU-Expertengruppe für nachhaltige Finanzwirtschaft („High-Level Expert Group on Sustainable Finance“) anknüpft. Ziel des EU-Aktionsplans ist es, mehr Kapital in nachhaltige Investitionen zu lenken, finanzielle Risiken, die sich aus dem Klimawandel, der Ressourcenknappheit, der Umweltzerstörung und sozialen Problemen ergeben, im Risikomanagement zu berücksichtigen, um das Finanzsystem zu stärken sowie Transparenz und Langfristorientierung des Finanzsektors zu erhöhen. Er umfasst zehn Maßnahmen und soll bis 2019 weitgehend in gesetzliche EU-Vorgaben umgesetzt werden. Der EU-Aktionsplan schafft einen wichtigen Orientierungsrahmen für die Weiterentwicklung von Nachhaltigkeit im Kerngeschäft sowie auch im Bankbetrieb von Finanzinstituten.  

Nachhaltigkeits- und Klimarisiken spielen aber auch für die Finanzmarktstabilität eine wichtige Rolle. Entsprechend rücken die Aufsichtsbehörden Nachhaltigkeitsaspekte in den Fokus. Die Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) haben angekündigt, Klimarisiken im Kreditgeschäft im Rahmen ihrer Aufsichtsfunktion künftig stärker zu berücksichtigen (physische Risiken durch Wetterextreme, Risiken aus Übergang zu einer CO2-neutralen Wirtschaft). Das Risiko kohlenstoffintensiver Fehlinvestitionen sowie die Schmälerung von Unternehmenswerten durch verlorene Vermögenswerte sind dabei wichtige Aspekte. Mit den Empfehlungen der vom G20-Finanzstabilitätsrat eingesetzten Expertengruppe „Task Force on Climate Related Financial Disclosures“ („TCFD-Richtlinien“) wurde 2017 ein Rahmen für das Management und für die Berichterstattung zu Klimarisiken im Kerngeschäft von Unternehmen und Finanzinstituten geschaffen. Im „Network for Greening the Financial System“ (NGFS) haben sich 2018 Zentralbanken und Aufsichtsbehörden mit dem Ziel zusammengeschlossen, die Rolle des Finanzsystems bei der Bewältigung von Risiken und der Mobilisierung von Kapital für grüne und CO2-arme Investitionen im breiteren Kontext einer ökologisch nachhaltigen Entwicklung zu stärken. Die Bundesregierung positioniert Deutschland als Vorreiter im Bereich der „Nachhaltigen Finanzwirtschaft“ und engagiert sich für die Bildung entsprechenden Strukturen.

Transformationsprozess eröffnet auch neue Geschäftschancen

Die Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung verändern nicht nur die Wirtschaft, sie eröffnen auch bedeutende Marktchancen für neue Technologien, innovative Ideen und neue Arbeitsweisen. Mit Produkten und Dienstleistungen, die einen positiven Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten, können Unternehmen aller Branchen und Größenklassen neue Geschäftschancen erschließen. In diesem Bedarf liegen vielfältige Geschäftsentwicklungspotenziale für die kommunal gebundenen Institute der Sparkassen-Finanzgruppe, die sie auf der Grundlage ihres öffentlichen Auftrags nutzen können. Dabei unterstützen alle Sparkassen aktiv die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort – überall in Deutschland.

Bekenntnis der Sparkassen-Finanzgruppe zu Nachhaltigkeit

Als Sparkassen-Finanzgruppe bekennen wir uns zum Prinzip der Nachhaltigkeit: Es verbindet wirtschaftlichen Fortschritt mit sozialer Gerechtigkeit und dem Schutz der natürlichen Umwelt. Zukünftige Generationen sollen überall dieselben Chancen auf ein gutes Leben haben. Mit unserer unternehmerischen Haltung, unseren Produkten und gesellschaftlichen Initiativen wollen wir uns als Sparkassen-Finanzgruppe für die Verkleinerung des ökologischen Fußabdrucks in den Regionen sowie für die Verbesserung der für alle frei zugänglichen Lebensqualität einsetzen.

Personelle Verantwortung für Nachhaltigkeit

Die Verankerung von Nachhaltigkeit erfolgt auf Ebene der einzelnen Institute der Sparkassen-Finanzgruppe.

Mit Nachhaltigkeit befassen sich je nach konkreter Fragestellung mehrere Referate im DSGV mit anteiligen Kapazitäten, die sich eng koordinieren. Regionalverbänden, Landesbanken und Sparkassen werden regelmäßige Erfahrungsaustausche zu Produkt-, Vertriebs- und Berichterstattungsthemen zur Umsetzungsunterstützung angeboten.

Nachhaltigkeitsstrategie

Als kommunal verankerte, nachhaltig wirtschaftende Kreditinstitute übernehmen die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe an der Schnittstelle von Unternehmen, Verbrauchern, Investoren und kommunaler Verwaltung eine verantwortliche Rolle bei der Lösung komplexer Zukunftsaufgaben. Zu diesen Herausforderungen gehören der Erhalt stabiler und lebendiger Wirtschaftsstrukturen, der Klimaschutz auf lokaler Ebene und die Weiterentwicklung der Energiewende, die Anpassung an den demografischen Wandel sowie die Überprüfung unseres Lebensstils angesichts sich verknappender Ressourcen. Die Entwicklung und Umsetzung einer konkreten Nachhaltigkeitsstrategie erfolgen auf Ebene der Institute.

H4 Strategische Verankerung von Nachhaltigkeit
H4 Bekenntnis zu Nachhaltigkeit Status
Bekenntnis der Sparkassen-Finanzgruppe veröffentlicht
H4 Personelle Verantwortung für Nachhaltigkeit Zuständigkeit
Gesamtverantwortung auf Vorstandsebene auf Institutsebene
Operative Verantwortung auf Institutsebene
Zentrale Unterstützungsangebote für Sparkassen Zuständigkeit
Erfahrungsaustausch Nachhaltigkeit der Sparkassen-Finanzgruppe DSGV
Erfahrungsaustausch Nachhaltigkeitsberichterstattung der Sparkassen-Finanzgruppe DSGV
H4 Strategische Implementierung von Nachhaltigkeit Status
Verankerung von Nachhaltigkeit in der Geschäftsstrategie Umsetzung auf Institutsebene
Gesonderte Nachhaltigkeitsstrategie Umsetzung auf Institutsebene

Nachhaltigkeitsziele

Die Definition von Nachhaltigkeitszielen sowie auch die Berichterstattung über die Zielerreichung erfolgt auf Ebene der Institute der Sparkassen-Finanzgruppe.

Leitsätze zur Nachhaltigkeit

Die „Leitsätze zur Nachhaltigkeit“ der Sparkassen-Finanzgruppe schaffen einen verbindlichen Rahmen für unser Handeln zum Wohle von Bürgern und Region, für den Austausch mit Anspruchsgruppen und für die Erfüllung unserer Nachhaltigkeitsziele.

Leitsätze zur Nachhaltigkeit
1.
Wir bekennen uns zu unserem öffentlichen [gesellschaftlichen] Auftrag.
2.
Wir machen Finanzwirtschaft verständlich und stellen sie in den Dienst der Menschen und der Wirtschaft.
3.
Wir verpflichten uns dem ressourcenschonenden Wirtschaften.
4.
Wir machen uns stark für nachhaltigen Wohlstand und für bessere Lebensqualität vor Ort.

Umweltziele

Die Sparkassen-Finanzgruppe verpflichtet sich dem ressourcenschonenden Wirtschaften. Wir arbeiten an der Verkleinerung unseres ökologischen Fußabdrucks; dazu engagieren wir uns unter anderem auch im Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e. V. und fördern über Erfahrungsaustausche die umweltbezogenen Leistungen unserer Mitgliedsinstitute.

Eine stetig wachsende Zahl von Instituten erstellt Berichte an die Gesellschaft bzw. Nachhaltigkeitsberichte und setzt sich Ziele im Umweltmanagement. Die Berichterstattung dazu erfolgt derzeit auf lokaler Ebene.

Nachhaltigkeit im Kerngeschäft der Sparkassen-Finanzgruppe

Die Sparkassen-Finanzgruppe fördert die stabile Entwicklung der regionalen Wirtschaft sowie die Entwicklung der Infrastruktur in ihren Geschäftsgebieten. Wir tragen maßgeblich zum Klimaschutz und zum Ausbau erneuerbarer Energien sowie zur Bewältigung demografischer Herausforderungen und sozialer Aufgaben bei.

Die Sparkassen sind als Intermediär ein zentrales Element des regionalen Wirtschaftskreislaufs und arbeiten zum Wohle der Region. Ihre Wertschöpfung erbringen sie – ihrem nachhaltigen Geschäftsmodell entsprechend – im Wesentlichen selbst und richten ihr Produktangebot an regionalen Bedürfnissen aus: Sparkassen verwenden die Einlagen ihrer Kunden vor allem zur Refinanzierung von Krediten an kleine und mittlere Unternehmen, private Personen und Kommunen. Die Sparkassen bieten allen Bürgerinnen und Bürgern Zugang zu modernen Finanzdienstleistungen. Dazu gehören auch Anlageprodukte mit einem besonderen ökologischen und sozialen Nutzen.

Passivgeschäft

Kriterien sind für einzelne Passivprodukte definiert und dokumentiert (z. B. nachhaltige Fonds, Sparkassen-Umweltsparbriefe). Einige Verbundpartner haben weitergehende Nachhaltigkeitsstandards für das Anlagegeschäft implementiert.

Aktivgeschäft

Bei Verbundpartnern wie der DekaBank und einigen Landesbanken sind ethische bzw. Richtlinien aus Nachhaltigkeitssicht für Finanzierungsgeschäfte implementiert. Die Bewertung, Steuerung und Berichterstattung zu Nachhaltigkeitsapekten im Aktivgeschäft erfolgt auf Ebene der einzelnen Sparkassen.

Eigenanlage

Die Refinanzierung erfolgt im Wesentlichen über Kundeneinlagen oder Förderbanken; die Eigenanlage bei Sparkassen erfolgt in risikoärmere Anlageformen. Bei einigen Verbundpartnern sind nachhaltigkeitsorientierte Richtlinien für die Eigenanlage implementiert. Die DekaBank bietet im Rahmen des Deka-Treasury-Kompass den teilnehmenden Sparkassen den „imug Quick Check Treasury-Kompass Nachhaltigkeit“ an. Dazu hat die Nachhaltigkeitsratingagentur imug auf Initiative der Abteilung Nachhaltigkeitsmanagement der DekaBank exklusiv einen Nachhaltigkeitsfilter für die Sparkassen-Eigenanlagen entwickelt. Dieser Nachhaltigkeitsfilter umfasst Ausschlusskriterien zu den Themenfeldern Umwelt, Rüstung, ILO-Kernarbeitsnormen und Korruption.

Nachhaltigkeit in Einkauf und Beschaffung

Nachhaltigkeitsstandards für Beschaffung und Einkauf bzw. ein nachhaltiges Beschaffungsmanagement sind bei Verbundpartnern wie der DekaBank und einigen Landesbanken implementiert.

Beitrag zum Gemeinwesen

Unsere Geschäftstätigkeit sowie auch die daraus erwirtschafteten Erträge kommen der Gesellschaft in allen Regionen Deutschlands zugute: Mit 19,8 Milliarden Euro (2017: 19,7 Milliarden Euro) hat die Sparkassen-Finanzgruppe (Sparkassen, Landesbanken und Landesbausparkassen) als Steuerzahler, als Arbeitgeber in Deutschland für mehr als 293.500 (2017: 304.500) Menschen und als Förderer des Gemeinwohls in einem erheblichen Umfang zum Gelingen des Gemeinwesens in Deutschland beigetragen. So konnten wir dank unserer erfolgreichen Arbeit allein 422 Millionen Euro (2017: 448 Millionen Euro) für wichtige gesellschaftliche Aufgaben und Anliegen bereitstellen. Durch 752 (2017: 748) nachhaltig arbeitende, gemeinnützige Stiftungen von Sparkassen und anderen Instituten der Sparkassen-Finanzgruppe wird die Förderung gemeinnütziger Projekte in den Regionen dauerhaft sichergestellt.

H20 Beitrag zum Gemeinwesen
H20 Beitrag zum Gemeinwesen Volumen in € Vorjahr
Ertragsabhängige Steuerzahlungen 3.161.000.000 3.363.000.000
Personalaufwand 16.246.000.000 15.911.000.000
Spenden, Sponsoring, Zweckerträge gesamt 422.000.000 450.000.000
Davon: Soziales 80.189.000 n. e.
Davon: Bildung/Wissenschaft 40.598.000 n. e.
Davon: Kultur 133.733.000 n. e.
Davon: Sport 90.708.000 n. e.
Davon: Wirtschafts- und Strukturförderung 13.113.000 n. e.
Davon: Umwelt 7.304.000 n. e.
Davon: Sonstiges 56.248.000 n. e.
Auftragsvergaben an regionale Unternehmen n. e. n. e.
Ausschüttungen an Träger n. e. n. e.
Gesamt 19.829.000.000 19.724.000.000

Bericht an die Gesellschaft 2018

Haltung