Nachhaltigkeitsstandards | DSGV - 2019

Nachhaltigkeitsstandards

Gezielter Dialog mit den Kunden  

Nachhaltigkeitsstrategien schaffen klare Strukturen und Zielvorgaben. Bei der Umsetzung kommt es auf die richtige Balance von schnellen Resultaten und langfristigen Zielsetzungen an. Wie das funktionieren kann, zeigt die Kreissparkasse Ostalb.

Nachhaltigkeit setzt sich immer mehr durch: Bei vielen Unternehmen und Institutionen ist eine nach­haltige Ausrichtung inzwischen als strategische Zielsetzung in der einen oder anderen Form verankert. Aber von der Willenserklärung bis zur tatsächlichen Umsetzung ist es oft ein weiter Weg. Denn die Frage lautet: Wie lässt sich ein derart komplexes Thema in konkrete Maßnahmen und Aktivitäten übersetzt?

Wie viele andere Sparkassen auch, hat die Kreissparkasse Ostalb eine dedizierte Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt, um das Thema gezielt anzugehen. Mit beachtlichen Resultaten: Nimmt man als Maßstab den Nachhaltigkeits-Kompass des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg (SVBW), der die Aktivitäten von insgesamt 100 Sparkassen analysiert, dann liegt die KSK Ostalb deutlich über dem Durchschnitt. „Wir haben auch tatsächlich den Ehrgeiz, diesen Wert zu übertreffen“, sagt Sasa Lukic. Als Nachhaltigkeits­beauftragter der Sparkasse ist er seit 2018 für die Gesamtkoordination der Maßnahmen zuständig. Unterstützt wird er dabei von einem „Arbeitskreis Nachhaltigkeit“, an dem Vertreter aller Fachbereiche beteiligt sind. Die Verantwortung für die Umsetzung ist auf der höchsten Ebene angesiedelt, also beim Gesamtvorstand.

Bei der Ausarbeitung der Handlungsfelder suchte die KSK Ostalb auch gezielt den Dialog mit Kunden und anderen Anspruchsgruppen: „Wir haben in einer Befragung ermittelt, wie unsere Kunden Nachhaltigkeit interpretieren und wo sie von uns nachhaltiges Handeln erwarten“, sagt Sasa Lukic. „Dabei hat sich u.a. herausgestellt, dass sie besonderen Wert darauf legen, wenn wir in unserem eigenen Geschäftsbetrieb bei Klima- und Umweltschutz gut aufgestellt sind.“

Der hohe Umsetzungsgrad konnte auch deshalb erreicht werden, weil gezielt einige Maßnahmen priorisiert wurden, die rasche Resultate erzielten. „Quick wins“ nennt Lukic diese Schritte. Dabei ging es nicht allein um Maßnahmen, die schnelle Ergebnisse produzierten: Zum einen gehörte dazu die Etablierung von Leitplanken, die das weitere Vorgehen erleichtern: „Es ist uns relativ schnell gelungen, die organisatorische Struktur zu konkretisieren, Prozesse zu definieren und in Arbeitsanweisungen zu verankern“, sagt Lukic. Zum anderen gehörte dazu die Umsetzung von Konzepten, die „in der Praxis Wirkung zeigen und für Mitarbeiter und Kunden sichtbar sind“, wie Sasa Lukic es formuliert. Beispiele dafür sind die Umrüstung des Fuhrparks auf E-Automobile, die als Poolfahrzeuge der Belegschaft insgesamt zur Verfügung stehen, oder die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Hauptgeschäftsstelle. Die rasche Umsetzung dieser Projekte zeigt, dass die Sparkasse es ernst meint mit der nachhaltigen Zielsetzung, und sie signalisiert zugleich die Erreichbarkeit selbst gesteckter Ziele. Das schafft Motivation, um auch komplexere Themenfelder anzugehen.

Als nächster Schritt ist die Einführung eines Umweltmanagementsystems vorgesehen, um Transparenz und Messbarkeit der eigenen Umweltleistung zu verbessern. Außerdem hat die Sparkasse eine Lieferantenrichtlinie entwickelt, die zunächst in einem Fachbereich etabliert wird. Auf Basis der dort gewonnenen Erfahrungen soll diese dann auf die anderen Ressorts ausgedehnt werden. Und auch im Kerngeschäft will die Sparkasse Nachhaltigkeitskriterien stärker berücksichtigen. So wurde die Produktpalette bereits durch nachhaltige Anlageprodukte erweitert. „Das erwarten die Kunden von uns, und auch die Aufsichtsbehörden richten zunehmend ein Augenmerk darauf.“ Doch auch die interne und externe Kommunikation all dieser Maßnahmen spielt dabei eine wichtige Rolle. Mitarbeiter und Kunden mitzunehmen, ist ein zentraler Aspekt der Nachhaltigkeitsstrategie der KSK Ostalb. „Die Nachhaltigkeits­strategie schlägt eine Brücke zu einer strukturierten Auseinandersetzung zu allen Themen, die für die zukünftige Entwicklung der Sparkasse und der Region wichtig sind“, sagt Sasa Lukic. „Im Haus gibt es jedenfalls ein hohes Bewusstsein dafür – weshalb wir an diesen Themen auch so gezielt arbeiten.“

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Nachhaltigkeitsstandards in der Sparkassen-Finanzgruppe

Nachhaltigkeit im Kerngeschäft

Die Sparkassen-Finanzgruppe fördert die stabile Entwicklung der regionalen Wirtschaft sowie die Entwicklung der Infrastruktur in ihren Geschäftsgebieten. Wir tragen maßgeblich zum Klimaschutz und zum Ausbau erneuerbarer Energien sowie zur Bewältigung demografischer Herausforderungen und sozialer Aufgaben bei.

Die Sparkassen sind als Intermediär ein zentrales Element des regionalen Wirtschaftskreislaufs und arbeiten zum Wohle der Region. Ihre Wertschöpfung erbringen sie – ihrem nachhaltigen Geschäftsmodell entsprechend – im Wesentlichen selbst und richten ihr Produktangebot an regionalen Bedürfnissen aus: Sparkassen verwenden die Einlagen ihrer Kunden vor allem zur Refinanzierung von Krediten an kleine und mittlere Unternehmen, private Personen und Kommunen. Die Sparkassen bieten allen Bürgerinnen und Bürgern Zugang zu modernen Finanzdienstleistungen. Dazu gehören auch Anlageprodukte mit einem besonderen ökologischen und sozialen Nutzen.

Geldanlage

Als regionale Kreditinstitute bieten die Sparkassen allen Bürgerinnen und Bürgern Zugang zu modernen Finanzdienstleistungen. Dazu gehören auch Anlageprodukte mit einem besonderen ökologischen und sozialen Nutzen. Mit den nachhaltigen Fonds der DekaBank sowie der Landesbanken bietet die Sparkassen-Finanzgruppe ein breites Produktspektrum für Kunden, die ihr Geld in sozial und ökologisch besonders verantwortlich handelnde Unternehmen und Institutionen investieren möchten. In der unten stehenden Übersicht sind die entsprechenden Produktangebote aufgeführt.

Darüber hinaus sind Kriterien sind für einzelne Passivprodukte definiert und dokumentiert (z. B. nachhaltige Sparbiefe der Sparkassen). Die Verbundpartner wie die Dekabank, Bayern LB oder LBBW haben weitergehende Nachhaltigkeitsstandards für das Anlagegeschäft implementiert und verfügen auch über entsprechende Nachhaltigkeitsratings.

Aktivgeschäft

Bei Verbundpartnern wie der DekaBank und einigen Landesbanken sind ökologische, soziale und ethische Richtlinien für Finanzierungsgeschäfte implementiert. Die Bewertung, Steuerung und Berichterstattung zu Nachhaltigkeitsapekten im Aktivgeschäft erfolgt auf Ebene der einzelnen Sparkassen. Auch hier werden schrittweise Nachhaltigkeitsrisiken im Kundenkreditgeschäft überprüft und ggf. Vorsorgekriterien entwickelt.

Im Rahmen ihrer Kreditvergabe leisten Sparkassen einen wichtigen Beitrag für mehr Energieeffizienz, Umweltschutz, Ressourcenschonung und den Einsatz erneuerbarer Energien. Nähere Angaben zum Umfang dieses Engagements finden sich in der Segmentsberichterstattung zu den Indikatoren P3 Kredite für ökologische Zwecke und P4 Kredite für soziale Zwecke.

Eigenanlage/Depot A

Die Refinanzierung erfolgt im Wesentlichen über Kundeneinlagen oder Förderbanken; die Eigenanlage bei Sparkassen erfolgt in risikoärmere Anlageformen. Bei einigen Verbundpartnern sind nachhaltigkeitsorientierte Richtlinien für die Eigenanlage implementiert. Die DekaBank bietet im Rahmen des Deka-Treasury-Kompass den teilnehmenden Sparkassen den „imug Quick Check Treasury-Kompass Nachhaltigkeit“ an. Dazu hat die Nachhaltigkeitsratingagentur imug auf Initiative der Abteilung Nachhaltigkeitsmanagement der DekaBank exklusiv einen Nachhaltigkeitsfilter für die Sparkassen-Eigenanlagen entwickelt. Dieser Nachhaltigkeitsfilter umfasst Ausschlusskriterien zu den Themenfeldern Umwelt, Rüstung, ILO-Kernarbeitsnormen und Korruption.

Nachhaltigkeit in Einkauf und Beschaffung

Nachhaltigkeitsstandards für Beschaffung und Einkauf bzw. ein nachhaltiges Beschaffungsmanagement sind bei Verbundpartnern wie der DekaBank und einigen Landesbanken implementiert. Die Berichterstattung über die Verankerung von Nachhaltigkeit in Einkauf und Beschaffung erfolgt auf Institutsebene.

Bericht an die Gesellschaft 2019

Haltung