Blick von oben auf mehrere Menschen in einer großen Halle. Sie stehen in losen Gruppen und unterhalten sich.

Dialog mit Anspruchsgruppen

Dialog mit Anspruchsgruppen ist gelebte Nähe vor Ort

Sparkassen pflegen einen intensiven Austausch mit den Menschen und Unternehmen in ihrer Region. Kontakt- und Berührungspunkte gibt es dabei viele. Ob Beratungsgespräche in der Sparkasse, Kundenveranstaltungen, die gemeinsame Arbeit in Netzwerken und Gremien, Mitgliedschaften in Projekten und Initiativen oder die Förderung von Ereignissen in Sport, Kultur und Brauchtumspflege – die vielfältigen Dialogmöglichkeiten für die Sparkassen als Unternehmen und für viele ihrer Beschäftigten im Rahmen ehrenamtlicher Aktivitäten sind Ausdruck einer starken, gelebten Verwurzelung vor Ort.

Auch regelmäßige Befragungen von Kundinnen und Kunden bieten jeder Sparkasse die Chance, sich ein genaues Bild von den Anliegen, Interessen und Wünschen der Menschen und Unternehmen im Geschäftsgebiet zu machen. Auf diese Weise können Produkte und Dienstleistungen entlang veränderter Anforderungen der Kundschaft weiterentwickelt werden. Zugleich können neu aufkommende, für die Menschen oder die jeweilige Region wichtige Themen frühzeitig aufgegriffen werden.

Im Zuge der für das Jahr 2024 vorgesehenen CSRD-Nachhaltigkeitsberichterstattung ergab sich für viele Sparkassen eine zusätzliche Möglichkeit, in der Kommunikation mit den Anspruchsgruppen die eigenen Positionen und Aktivitäten thematisch fokussiert zu spiegeln und zugleich die Sichtweisen und Interessen der einzelnen Anspruchsgruppen gezielt aufzunehmen. In vielen Häusern gab es hierzu dezidierte Dialogveranstaltungen mit Privat- und Firmenkunden, mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft und mit Akteurinnen und Akteuren aus der Zivilgesellschaft. Derartige Fokusgruppen-Dialoge dienten beispielsweise der Sparkasse Krefeld, der Sparkasse Mainfranken Würzburg oder der Berliner Sparkasse für den Abgleich der eigenen Einschätzung berichtenswerter Nachhaltigkeitsaspekte mit den Informationsbedürfnissen der jeweiligen Anspruchsgruppen.

Bei diesen wie bei vielen anderen Dialogveranstaltungen von Sparkassen zeigte sich: Auch dort, wo zu einzelnen Themen unterschiedliche Standpunkte oder Perspektiven zutage traten und intensiv diskutiert wurden, bewerteten alle Beteiligten den Austausch und die hergestellte Transparenz als besonders wertvoll. Allein die Einladung zum Dialog wurde von sehr vielen Teilnehmenden als Zeichen der Wertschätzung interpretiert und als Beleg dafür, dass die Sparkassen die Anliegen der Menschen und die Belange der Region ernst nehmen und in ihre Entscheidungen einbeziehen.

Die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele
dienen vielen Sparkassen als Referenzpunkte im Dialog mit ihren Anspruchsgruppen

Austausch und Transparenz: Impulse für nachhaltige Entwicklung

So ergeben sich aus vielen dieser Dialoge oft weiterführende Aktivitäten, die zu einer Verstetigung des Austauschs zwischen den Sparkassen und ihren Anspruchsgruppen führen. Die Nassauische Sparkasse etwa erstellte auf Basis ihrer ersten Stakeholder-Dialoge eine „Richtlinie zur Kommunikation mit Anspruchsgruppen“. Darin sind zentrale Eckpunkte formuliert, die die eigene Geschäftsphilosophie umreißen sowie Grundsätze und Formate für den Dialog benennen. Das schafft einen für alle Seiten hilfreichen Orientierungsrahmen, um aktuelle Entwicklungen, veränderte Gegebenheiten oder auftretende Problemlagen frühzeitig erkennen und gezielt adressieren zu können.

Andere Institute nutzen hierfür auch eigens geschaffene Beiräte für Kundinnen und Kunden oder Vertreter und Vertreterinnen von Wirtschaft und Gesellschaft, so beispielsweise die Haspa, die Sparkasse Dortmund oder die Stadtsparkasse Remscheid. Diese dienen einerseits dazu, unmittelbares Feedback zu Produkten und Dienstleistungen zu bekommen. Sie bieten aber vor allem als Plattform für Anregungen und Impulse die Chance, sich zu veränderten Erwartungen, Anforderungen und Bedürfnissen der Menschen bzw. Unternehmen auszutauschen und frühzeitig darauf reagieren zu können.

Die Sparkassen haben den Auftrag, einen positiven Beitrag zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung in den Regionen zu leisten. Dazu gehört auch zuzuhören, was die Menschen in der Region bewegt, und die eigenen Positionierungen im gesellschaftlichen Dialog einzubringen. Auf dieser Basis wird der Austausch mit wichtigen Anspruchsgruppen auch in Zukunft ein wesentliches Element bei der Erfüllung des öffentlichen Auftrags der Sparkassen bleiben – selbst wenn die europäischen Rahmenbedingungen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen noch einmal angepasst werden.