Kinder und Jugendliche entdecken Kunst und die eigene Kreativität | DSGV - Bericht an die Gesellschaft

Kunst- und Kulturförderung

Kinder und Jugendliche entdecken Kunst und die eigene Kreativität

Wie bringt man Kindern und Jugendlichen moderne Kunst nahe? Eine Antwort lautet: Indem man sie erlebbar macht. Vor über 20 Jahren starteten die Stiftung der Frankfurter Sparkasse und die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen eine Initiative, die Künstlerinnen und Künstler in die Schulen und mit ihnen Kunst zu den Schülern bringt – nur eines von mehr als Zehntausend Kunst- und Kulturengagements der Sparkassen in ganz Deutschland.

„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“, wusste schon der bayrische Humorist Karl Valentin pointiert zu formulieren. Wie aber künstlerische und kreative Arbeit „in echt“ aussieht, was daran Kunst ist und was die Arbeit macht, das ist für Schülerinnen und Schüler meist gar nicht so einfach in Erfahrung zu bringen. Klar, es gibt den Kunstunterricht, und es gibt Schulausflüge, die einen ins und durchs Museum führen. Aber die Aussichten, Kunst und künstlerische Arbeit aus der Nähe kennenzulernen, sich jenseits des Curriculums mit Künstlern auszutauschen und selbst künstlerisch zu arbeiten, sind meist eher gering.

Ganz anders in Frankfurt am Main. Dort hat die Stiftung der Frankfurter Sparkasse die Initiative „1822-Schulkünstler“ – die Zahl ist das Gründungsjahr der Sparkasse – ins Leben gerufen. Begleitet wird die Initiative von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Erklärtes Ziel: Schülerinnen und Schülern eine tiefer gehende Begegnung mit aktueller Kunst und mit Künstlern ermöglichen. Für die Dauer eines Schuljahres arbeiten Kunstschaffende an ausgewählten Schulen außerhalb des Regelunterrichts mit Schülerinnen und Schülern in künstlerischen Projekten zusammen. Die Kinder und Jugendlichen erleben dabei auf ganz praktische Art und Weise, künstlerische Perspektiven einzunehmen und eigene Gedanken und Ideen gestalterisch auszudrücken. „Für die Frankfurter Sparkasse ein zentraler Baustein und wichtige Basisarbeit in der Förderung von Kunst und Kultur“, sagt Katharina Deller, Projektverantwortliche bei der Sparkassenstiftung: „Bei vielen Kindern werden in der Schulzeit die Grundlagen für ein Interesse an künstlerischer Arbeit geschaffen.“

Die Initiative gibt es schon seit über 20 Jahren, und sie erfreut sich anhaltend großer Beliebtheit bei Kindern, Lehrern und Eltern. Jahr für Jahr können sich etwa elf Schulen beteiligen. Die einzelnen Projekte umfassen die gesamte Bandbreite künstlerischen Schaffens. Neben bildenden Künstlern wirken immer wieder auch Musiker, Tänzer, Performance- und Theaterkünstler sowie Film- und Fotokünstler bei den Schulkünstlern mit. Zuletzt führte zum Beispiel die Künstlerin Sabine Lauer an der IGS Herder ein Projekt mit dem Titel „Kopfsalat“ durch, bei dem unterschiedlich gestaltete plastische Köpfe thematisch die verschiedenen Disziplinen und Orte der Schule aufgriffen. An der Brüder-Grimm-Schule machte die Fotokünstlerin Gisa Hillesheimer das benachbarte Ostend, den Ostpark und den „Frankfurter Garten“ zur Szenerie eines Fotografie-Projektes. Und der Künstler Bernd Fischer bot an der Offenbacher Albert-Schweitzer-Schule ein Projekt an, das Selfies und künstlerische Selbstporträts miteinander in Verbindung setzte.

Für die teilnehmenden Schulen, für die Kunstschaffenden, die Schülerinnen und Schüler ist das Projekt eine „anstrengende Sache“, weiß Katharina Deller: „Viel Koordinationsarbeit ist nötig, viel Offenheit und Flexibilität.“ Aber der Aufwand lohnt sich: „Die Projekte beweisen eindrucksvoll, wie künstlerische Arbeit dauerhaft in den Schullalltag und in das Leben der jungen Menschen integriert werden kann.“

Bericht an die Gesellschaft 2016

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