Seitliche Nahaufnahme einer jungen Frau auf einem Sofa. Sie hält ein Smartphone und Unterlagen in der Hand und lächelt.

Finanzbildung und Female Finance

Finanzielle Selbstbestimmung von Frauen stärken

Der Gender-Pay-Gap, sprich die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern, ist 2024 um 2 Prozent gesunken. Das ist die gute Nachricht. Die weniger gute: Sie liegt mit 16 Prozent immer noch erschreckend hoch. Und selbst wenn man spezielle Faktoren wie Qualifikation, Tätigkeit, Erwerbsbiografie o.ä. herausrechnet, bleiben 6 Prozent Gehalt, die Frauen weniger verdienen – nur weil sie Frauen sind! Die Folgen dieser Lohnlücke sind eine geringere Vermögensbildung im Laufe des eigenen Lebens, die sogenannte Wohlstandslücke, und der sogenannte Gender-Investment-Gap: Laut einer Studie der Universität Mannheim haben halb so viele Frauen ihr Geld an der Börse angelegt wie Männer. Frauen investieren damit weniger in ihre finanzielle Vorsorge. Frauen sind deshalb stärker von Altersarmut bedroht.

Bei vielen Frauen kennzeichnen unter anderem häufige Unterbrechungen die beruflichen Lebensläufe, zum Beispiel durch Kindererziehungszeiten und häusliche Care-Arbeit. Nicht selten spielt auch fehlendes Selbstvertrauen in Finanzfragen eine Rolle. So schätzt nur eine von vier Frauen ihr Finanzwissen als gut oder sehr gut ein. Männer behaupten das hingegen zu 43 Prozent von sich. Umso wichtiger sind Beratungs- und Unterstützungsangebote, die die finanziellen Herausforderungen von Frauen aufgreifen, Handlungskompetenzen vermitteln und motivieren, sich mit den eigenen Finanzen zu beschäftigen.

Die Sparkassen-Finanzgruppe trägt mit einer Vielzahl an Angeboten im Bereich Finanzbildung dazu bei. Für solide Grundlagen sorgt der Beratungsdienst „Geld und Haushalt“, der bereits 1958 ins Leben gerufen wurde und Informationen, Gratis-Vorträge und Materialien zu unterschiedlichen Finanzthemen bietet, vom täglichen Umgang mit Geld bis hin zu einem planvollen Vermögensaufbau. Über 1 Million Menschen nutzen jährlich die Services, die auf unterschiedliche Zielgruppen wie Jugendliche, Familien oder Seniorinnen und Senioren zugeschnitten sind.

Über 1 Mio.
Verbraucherinnen und Verbraucher nutzen jährlich die Angebote von Geld und Haushalt

Finanzpower von Frauen für Frauen

Gezielt an Frauen richtet sich die Vortragsreihe „Finanzpower für Frauen“ von Geld und Haushalt, die laut DSGV-Geschäftsführerin Karolin Schriever in 2024 besonders stark nachgefragt wurde: „Und das nicht nur von Sparkassen. Unsere Vortragsreferentinnen und -referenten sind damit zu Gast bei Gleichstellungsbeauftragten, Polizeiakademien, Beratungsstellen und anderen Einrichtungen“. Neben vielen anderen Instituten haben auch die Sparkasse Neuwied, die Stadtsparkasse München und die Kreissparkasse Ravensburg das Angebot genutzt und zahlreichen Zuhörerinnen die Möglichkeit gegeben, sich über finanzielle Vorsorge zu informieren, über eine partnerschaftliche Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Fürsorgearbeit und darüber, was aus finanzieller Sicht bei einer Trennung zu beachten ist.

Mit 56 Vorträgen & 1.742 Teilnehmerinnen
gehört „Finanzpower für Frauen“ zu den fünf meistgebuchten Veranstaltungen von Geld und Haushalt im Jahr 2024

Auf große Resonanz stößt auch die 14-tägliche Podcast-Reihe „Money on Her Mind“ der Deka-Expertinnen Gabriele Widmann und Tanja Heinrich. Die mittlerweile rund 70 Folgen beschäftigen sich mit Female Empowerment und finanzieller Selbstbestimmung. Sie versuchen, Frauen die Berührungsängste speziell in Bezug auf Wertpapiere zu nehmen. „Frauen drücken sich oft davor, sich mit dem Thema Finanzen zu beschäftigen, weil sie denken, sie seien zu wenig informiert und könnten etwas falsch machen“, weiß Widmann aus zahlreichen Gesprächen. Female-Finance-Veranstaltungen seien gerade deshalb so wichtig, weil sie einen geschützten Raum bieten, in dem Frauen offen reden und auch Fragen stellen können.