Die Sparkassen-Finanzgruppe leistet mit ihren Finanzierungen einen wichtigen Beitrag zur Transformation der Wirtschaft. Und das auf vielfältige Weise. So stellten Sparkassen im Jahr 2025 über Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Landwirtschaftlichen Rentenbank (LR) Förderkredite in Höhe von mehr als 11 Milliarden Euro bereit und finanzierten damit Vorhaben in den Bereichen Umweltschutz, Energie- und Ressourceneffizienz sowie erneuerbare Energien. Hinzu kommt mit den S-Transformationskrediten ein spezielles, auf ein eigenes nachhaltiges Finanzierungsrahmenwerk gestütztes Kreditangebot für mittlerweile über 200 klimafreundliche Vorhaben im Mittelstand. Auf diese Weise vergeben viele Sparkassen finanzielle Mittel gezielt für Energieeffizienz, erneuerbare Energien und umweltschonende Produktionsprozesse in ihren Regionen. Im Jahr 2025 hat die Sparkassen-Finanzgruppe die Transformation des Mittelstands dadurch mit rund 1,1 Milliarden Euro begleitet.
Innovation und Landwirtschaft
Haselnüsse für die Automobilindustrie
Dabei geht es nicht immer um große Investitionsvorhaben. Gute Ideen entstehen oft auch im Kleinen. Auf dem Hof Püning im Münsterland etwa ist die Doppelnutzung von Flächen bzw. Nutzpflanzen ein großes Thema: Der traditionsreiche Hof ist seit vielen Jahren ein Produzent von Weihnachtsbäumen. Ein flächenintensives Geschäft – zumal ein solcher Baum bis zu einer verkaufstauglichen Wuchshöhe sieben bis zehn Jahre braucht. Die Pünings hatten deshalb die Idee, die benötigte Fläche doppelt zu nutzen: Auf 20.000 Quadratmetern – annähernd die Größe von drei Fußballfeldern – entstand eine Photovoltaikanlage, die bis zu 800 Haushalte versorgen kann. Oben wird Strom erzeugt, unten wachsen die Tannen, die bei den zunehmenden Hitzewellen dadurch gleichzeitig vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt sind.
Es ist aber nicht das einzige Beispiel von Doppelnutzung auf dem Hof Püning. Vor einigen Jahren begann die Familie mit dem Anbau von Haselnüssen. Die kleine Nuss – reich an ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen, Mineralien und Eiweiß – erlebt derzeit in der Lebensmittelbranche eine Art Comeback als Superfood. Sobald die langsam wachsenden Pflanzen Ertrag bringen, wollen auch die Pünings die Nüsse gemeinsam mit einem Partnerunternehmen zu Nahrungsmitteln verarbeiten. Die Haselnuss ist aber noch vielseitiger: Ihre Schalen – in gebrochenem, gereinigtem und gesiebtem Zustand – sind in einigen Industriezweigen ein begehrter Rohstoff. In der Automobilindustrie beispielsweise werden solche Granulate als Strahlmittel eingesetzt und gelten als ökologisch sinnvolle, weil gut abbaubare Alternative zu herkömmlichen Sandstrahlmitteln. Bisher werden dazu vor allem Walnussschalen eingesetzt, aber auch Haselnussschalen sind aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften im Kommen. Ihre weiche Beschaffenheit eignet sich vor allem für schonende Oberflächenbehandlungen, etwa bei der Karosseriebearbeitung.
Zwei Beispiele für Doppelnutzung, die Weitsicht und Geduld erfordern. Umso mehr braucht es einen Finanzpartner, der ebenfalls perspektivisch und in langfristigen Zusammenhängen denkt. Für den Hof Püning ist das die Sparkasse Münsterland Ost, die den Betrieb schon seit vielen Jahren begleitet. Die gute Zusammenarbeit und der partnerschaftliche Kontakt auf Augenhöhe machen es möglich, gemeinsam auch Projekte zu entwickeln, die zwar einen langen Atem brauchen, aber eine enorme transformative Wirkung entfalten.