Wir stehen vor großen Aufgaben. Die globalen Veränderungen der letzten Jahre sind rasant. Europa ist in Zeiten geopolitischer Spannungen sowohl politisch als auch wirtschaftlich herausgefordert. Dabei müssen wir insbesondere in Deutschland feststellen, dass unser Wohlstand noch stark von der Substanz vergangener Jahre lebt.
Um in dieser Phase unser Land wieder zukunftsfähig zu machen, müssen wir uns auf das Wesentliche konzentrieren. Die Modernisierung Deutschlands braucht zwei Dinge: zum einen eine neue wirtschaftliche Dynamik, zum anderen einen breiten Konsens für eine werteorientierte, demokratische Grundordnung. Beides zusammen bildet die Basis, auf der nicht nur Wohlstand gedeihen, sondern auch die Akzeptanz für Nachhaltigkeitsthemen wachsen kann. Dazu gehören Maßnahmen für Digitalisierung, Gesundheit, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit.
Die gewaltigen Investitionsaufgaben kann der Staat unmöglich alleine bewältigen. Deshalb erwarten Wirtschaft und Gesellschaft, dass er seine Rolle als Ermöglicher wahrnimmt. Das bedeutet, bürokratische Hürden abzubauen, um unternehmerische Initiative zu fördern und wirtschaftliche Freiräume zu schaffen. Gleichzeitig müssen die vorhandenen Steuermittel zielgerichtet für die überfälligen Investitionen in eine moderne und resiliente Infrastruktur eingesetzt werden. Gefragt ist eine neue Balance zwischen wirtschaftlicher Freiheit und einem klaren staatlichen Rahmen.
Auch Nachhaltigkeitsthemen profitieren, wenn Abwägungen zu Klima und Umwelt künftig pragmatischer erfolgen. Dazu braucht es vor allem neues Vertrauen darauf, dass viele Lösungen individuell vor Ort besser gefunden werden können als in den Amtsstuben der Verwaltungen auf Bundes- und Europaebene. Der Dialog und der Konsens vor Ort können auch ein Mittel sein, um der fortschreitenden Polarisierung in der Gesellschaft entgegenzuwirken. Denn auf lokaler Ebene lassen sich die Interessen verschiedener Gruppen leichter zusammenführen, praktikable Kompromisse erarbeiten und gemeinsame Ziele für die Region, ihre Menschen und Unternehmen definieren.
Die Sparkassen sind fest mit ihren kommunalen Trägern verbunden, im Geschäftsgebiet dauerhaft verankert und agieren dort in bestehenden sowie neu entstehenden Netzwerken. Bereits jetzt sind sie Kompetenzzentren für viele Aspekte der Transformation – von der Digitalisierung über die Optimierung von Prozessen bis hin zur energetischen Sanierung. Sie bringen Menschen zusammen, fördern Innovationsfreude, insbesondere im Mittelstand, und beleben die Gründerkultur.
Mit ihrem gemeinwohlorientierten und generationenübergreifenden Geschäftsmodell sind die Sparkassen schon in ihrer DNA mit Nachhaltigkeit verknüpft – und daran wird sich auch nichts ändern. Selbst in dieser Phase intensiver Debatten wird kaum jemand widersprechen, dass es ein erstrebenswertes Ziel ist, das erwirtschaftete Vermögen ebenso wie die natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren und an die nächste Generation weiterzugeben.
Die Sparkassen in Deutschland begleiten diesen Prozess aktiv. Seit jeher planen, finanzieren und setzen wir Investitionen in die Zukunft sorgfältig um. In diesem Sinne handeln Sparkassen auch selbst als verlässliche Arbeitgeber, bieten modernen Verbraucherschutz und begleiten die mittelständische Wirtschaft bei der Transformation.
Wie genau das geschieht, erfahren Sie hier im „Bericht an die Gesellschaft zum Jahr 2024“, in dem wir Einblicke in die Handlungs- und Leistungsfähigkeit der Sparkassen und ihrer Verbundpartner geben. Und wir geben Ausblicke auf die aktuellen Themen dieses Jahres. Damit erneuern wir auch in diesem Jahr unser Versprechen für Verlässlichkeit und Sicherheit an unsere Träger, Unternehmen, Kundinnen und Kunden sowie an alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland.
Ihr
Prof. Dr. Ulrich Reuter
Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes