Kreditgeschäft Nichtbanken

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Hoher Qualitätsstandard für grüne Finanzierungen

Die Sparkassen-Finanzgruppe bekennt sich zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) sowie zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens von 2015. Grüne Finanzprodukte spielen eine Schlüsselrolle für die Erreichung der internationalen Klimaziele. Vor diesem Hintergrund haben BayernLB, Helaba, LBBW und NORD/LB unter Federführung des Bundesverbands Öffentlicher Banken (VÖB) das „Green Schuldscheindarlehen“ entwickelt und es als hohen Qualitäts­standard für nachhaltige Unternehmensfinanzierung im Markt eingeführt. Für den Mittelstand schafft dies eine effiziente und sichere Möglichkeit, grüne Investitionen zu tätigen.

Der Bundesverband Öffentlicher Banken, VÖB, hat gemeinsam mit der BayernLB, LBBW, Helaba und der NORD/LB sowie auch der DZ BANK AG eine neue Marke für grüne Schuldscheindarlehen entwickelt.

Mit dem „Green Schuldscheindarlehen“, das im April 2021 an den Start ging, setzen die Banken, die in dem Segment marktführend sind, gemeinsam mit dem Verband einen grünen Qualitätsstandard für das weit verbreitete Instrument der Unternehmensfinanzierung. Insbesondere für mittelständische Unternehmen stellen Schuldscheindarlehen eine attraktive Finanzierungsmöglichkeit dar. Ein Schuldscheindarlehen, das zukünftig die VÖB-Marke „Green Schuldscheindarlehen“ trägt, dient ausschließlich der Finanzierung ökologischer Zwecke.

Die Mittelverwendung orientiert sich an den sechs Umweltzielen der EU-Taxonomie-Verordnung (Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nutzung und der Schutz von Wasser und Meeresressourcen, Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Schutz und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt und Ökosysteme, Vermeidung und Verminderung der Umweltver­schmutzung). Eine unabhängige Bewertung durch dritte Parteien stellt den Taxonomie-Bezug der Mittelverwendung und damit eine Beurteilung der positiven Umwelt- und Klimaeffekte sicher. Zudem sehen die Regeln der VÖB-Marke die Verpflich­tung zu einer regelmäßigen Berichterstattung über Mittelverwendung und erzielte Wirkungen vor.

Berichtstexte

Kundenkreditgeschäft der Sparkassen-Finanzgruppe

Die Sparkassen-Finanzgruppe ist die größte kreditwirtschaftliche Gruppe Europas. Allein die 371 Sparkassen und fünf Landesbanken hatten im Jahr 2020 rund 1,3 Billionen Euro Kundenkredite (Nichtbanken) im Bestand.

Die Sparkassen sind als Finanzdienstleister ein zentrales Element des regionalen Wirtschaftskreislaufs und arbeiten zum Wohle der Region. Ihre Wertschöpfung erbringen sie im Wesentlichen in ihrem Geschäftsgebiet und sie richten ihr Produktangebot an regionalen Bedürfnissen aus.

Die aktuell fünf Landesbank-Konzerne sind die regionalen Spitzeninstitute innerhalb der Sparkassenorganisation. Für ihre jeweiligen Bundesländer agieren die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die BayernLB, die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), die NORD/LB und die SaarLB als Hausbank: Sie erfüllen bankmäßige Geschäfte und sind mit der Wirtschaftsförderung vor Ort betraut. Die Landesbank Berlin/Berliner Sparkasse agiert als regionale Universalbank mit öffentlichem Auftrag.

Die nachfolgenden Abschnitte geben detaillierten Aufschluss über die Branchenstruktur und die Hauptkreditnehmer der Sparkassen und Landesbanken.

Nachhaltigkeitsaspekte im Kundenkreditgeschäft

Die Nachhaltigkeitsleistungen der Verbundpartner sowie auch einzelner Sparkassen werden durch ESG-Ratingagenturen, wie beispielsweise ISS ESG, Sustainalytics oder MSCI, überprüft. Dabei erzielen einige Institute der Sparkassen-Finanzgruppe gute und zum Teil auch sehr gute Ergebnisse. Über die Nachhaltigkeitsratings berichten die Institute jeweils individuell.

Finanzierungsstandards in der Sparkassen-Finanzgruppe

Sparkassen

Die Steuerung von Nachhaltigkeitsaspekten im Aktivgeschäft erfolgt auf Ebene der einzelnen Sparkassen. Sie überprüfen schrittweise Nachhaltigkeitsrisiken im Kundenkreditgeschäft und entwickeln ggf. Vorsorgekriterien. Die entsprechende Berichterstattung erfolgt auf Ebene der Institute.

Landesbanken

BayernLB
Die BayernLB berücksichtigt bei allen relevanten Finanzierungen, bei denen der Verwendungszweck bekannt ist, die anerkannten Umwelt- und Sozialstandards der Weltbank. Sie definieren umfangreiche Anforderungen an den Schutz der Umwelt und die Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten beispielsweise bei großen Infrastrukturprojekten.

Für besonders sensible Branchen und Themen hat die BayernLB Geschäftsleitlinien entwickelt, die über die Weltbankstandards hinausgehen. Durch eigene Ausschlusskriterien der BayernLB werden bestimmte Finanzierungen, wie etwa der Neubau von Kohlekraftwerken, die Förderung von Ölsanden oder der Einsatz von Fracking, ausgeschlossen. Für andere Finanzierungen definieren klare Richtlinien die Voraussetzungen.

Die Vorgaben beziehen sich sowohl auf zweckgebundene Finanzierungen, beispielsweise im Rahmen von Projektfinanzierungen, als auch auf die allgemeine Unternehmensfinanzierung, wie zum Beispiel Betriebsmittelkredite. Bei zweckgebundenen Finanzierungen wird zudem die mit den Projekten unmittelbar verbundene Infrastruktur berücksichtigt. Die Geschäftsleitlinien werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf, etwa vor dem Hintergrund neuer technologischer Entwicklungen, aktualisiert. Die BayernLB analysiert zudem laufend, ob es bei weiteren Branchen und Themen entsprechenden Regelungsbedarf gibt.

Aktuell arbeiten die Finanzierungsexperten der BayernLB mit Geschäftsleitlinien für folgende Branchen und Themen:

  • Atomkraft
  • Forstwirtschaft
  • Glücksspiel
  • Kohleabbau und -nutzung
  • Öl und Gas
  • Rüstung

Bei ihrer Umsetzung werden sie durch das Nachhaltigkeitsmanagement der BayernLB unterstützt.

Weiterführende Informationen: BayernLB Nachhaltigkeitsstandards Finanzierung

Helaba
Um negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sowie Reputationsrisiken für die Helaba zu minimieren, hat die Helaba für den Konzern geltende Nachhaltigkeitsleitsätze formuliert, die vom Vorstand beschlossene Verhaltensmaßstäbe für Geschäftstätigkeit, Geschäftsbetrieb, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gesellschaftliches Engagement enthalten. Die Steuerung des Nachhaltigkeitsrisikos ist in das konzernweite Risikomanagement integriert.

Die Nachhaltigkeitskriterien in der Risikostrategie gelten für alle Finanzierungsformen (u. a. Unternehmenskredite, Projektfinanzierung, Export- und Außenhandelsfinanzierung, Aval- und Akkreditivgeschäft, Akquisitions- und Leasingfinanzierung, Immobilien- und Transportfinanzierung) und werden bei jedem Kreditantrag systematisch geprüft. Die Grundsätze orientieren sich an den zehn Prinzipien des UN Global Compact, den OECD-Empfehlungen sowie gesetzlichen Mindeststandards und Brancheninitiativen. Die Ausschlusskriterien sind so definiert, dass bereits beim Kreditantrag die jeweiligen Marktbereiche entscheiden können, ob ein Engagement der Helaba grundsätzlich möglich ist. Ist eines der Ausschlusskriterien berührt, findet in der Regel zu diesem frühen Stadium eine Absage statt. Lediglich in vereinzelten Grenzfällen wird eine vertiefende Bewertung durch die Marktfolge vorgenommen. Die Helaba schließt die wissentliche Finanzierung von Vorhaben aus, wenn diese schwere Umweltschäden oder schwere soziale Schäden hervorrufen. Dies ist insbesondere in den folgenden Themengebieten der Fall:

  • Menschenrechtsverletzungen, inklusive Rechte indigener Völker
  • Zerstörung von Kulturgütern, insbesondere Stätten des Weltkulturerbes
  • Verletzung von Arbeitnehmerrechten, insbesondere Kinderarbeit sowie Zwangs- und Pflichtarbeit
  • Umweltschädigungen, insbesondere Feuchtgebiete, Weltnaturerbestätten, illegale Brandrodungen, illegaler Holzeinschlag, Gefährdung bedrohter Arten

Bei Exportfinanzierungen gilt die Einhaltung der OECD-Empfehlungen zu Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen („OECD – Common Approaches“) in Verbindung mit den entsprechenden Richtlinien und Standards der Weltbank und der IFC als Abdeckung der dargestellten Themengebiete. Im Rahmen einer ECA-Deckung eines OECD-Landes werden diese Vorgaben grundsätzlich bereits abgedeckt. Zusätzlich sind die sektorspezifischen Vorgaben zu berücksichtigen, die der Sicherstellung des konservativen Risikoprofils der Helaba dienen. Sektorspezifische Vorgaben bestehen für Energiewirtschaft, Bergbau, Öl- und Gasförderung, Land- und Forstwirtschaft, Zellstoff- und Papierindustrie, Rüstung, Glücksspiel und Pornografie.

Weiterführende Informationen: Helaba Nachhaltigkeit in der Kreditvergabe

LBBW
Die Nachhaltigkeitspolitik fasst die Leitsätze der LBBW für eine nachhaltige Entwicklung in den Themenfeldern Strategie und Management, Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Geschäftsbetrieb, gesellschaftliches Engagement sowie Kommunikation zusammen. Sie gibt damit den Rahmen für alle Nachhaltigkeitsaktivitäten in der LBBW vor und ist die Grundlage, um ökonomische, ökologische und soziale Aspekte in das gesamte unternehmerische Handeln zu integrieren.

Die „Prinzipien und Richtlinien für die Umsetzung der LBBW-Nachhaltigkeitspolitik und -ziele“ und die darin enthaltenen „Leitplanken im Kreditgeschäft“ bilden die Grundlage für Nachhaltigkeitsstandards bei Finanzierungen. Neben Gesetzesvorgaben und Vorschriften orientiert sich die LBBW an international anerkannten Standards und Selbstverpflichtungen für interne Richtlinien und Weisungen. Dazu gehören – neben dem UN Global Compact – u. a. auch die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen und die Performance Standards der International Finance Corporation (IFC). Unter anderem sind folgende interne Prüfprozesse bei Finanzierungsvorhaben in der LBBW implementiert:

  • Prüfprozess für Branchen-Länder-Risiken: Für die Identifikation, Analyse und Bewertung etwaiger Nachhaltigkeitsrisiken bei internationalen Finanzierungsvorhaben werden entsprechende Kreditanfragen in den als besonders relevant eingestuften Branchen Holz/Papier, Bergbau, Erdöl/Erdgas und Bioenergie in bestimmten, für diese Branchen sensiblen Ländern einer Nachhaltigkeitsprüfung unterzogen.
  • Firmen-Ausschlussliste zu kontroversen Waffensystemen: Mit Firmen, die an der Produktion von Streumunition und/oder Antipersonenminen beteiligt sind, welche gemäß internationaler Konventionen geächtet sind, geht die LBBW keine Geschäftsverbindung ein. In der operativen Umsetzung stellen wir dies über eine Firmen-Ausschlussliste sicher, die konzernweit bei der LBBW (Bank) und allen Tochtergesellschaften mit Mehrheitsbeteiligung der LBBW Anwendung findet und auch in das automatisierte Embargo-Überwachungssystem der Bank integriert ist. Die Ausschlussliste wird regelmäßig aktualisiert.

Weiterführende Informationen: LBBW Nichtfinanzieller Bericht 2020  

NORD/LB

Durch die Anerkennung des UN Global Compact und die Etablierung seiner Prinzipien in die internen Richtlinien der Bank setzt die NORD/LB verantwortliches Handeln hinsichtlich ökologischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Auswirkungen im Rahmen ihrer Geschäfts- und Betriebstätigkeit um. In internen Nachhaltigkeitsrichtlinien (ESG-Richtlinien) hat die NORD/LB Regelungen zum Umgang mit Finanzierungen und Investments in Branchen aufgestellt. Sie dienen als Orientierungshilfe hinsichtlich ökologischer und sozialer Aspekte bei Geschäftsentscheidungen und in Kreditvergabeprozessen.

Im Rahmen der ESG-Risikoprüfung geht es im NORD/LB-Konzern darum, Risiken zu identifizieren, zu vermindern oder ggf. auszuschließen, um frühzeitig Geschäfts- und Reputationsrisiken im Interesse von Kunden und Bank zu erkennen. Wie andere Risiken werden auch diese Risiken im Rahmen des Kreditprozesses bewertet und fließen, sobald sie erkennbar sind oder auftreten, in das Gesamtvotum für das Geschäft ein. Ausgangsbasis bei der Beurteilung und Bewertung des Risikopotenzials sind die Fachkompetenzen und Erfahrungen der Mitarbeiter, spezifische ESG-Richtlinien sowie die den Richtlinien zugrunde liegenden Regelwerke. Vorrangig trägt dabei jeder einzelne Mitarbeiter die Verantwortung, mögliche Reputationsrisiken zu vermeiden. Ergänzend werden externe Informationen über Umweltrisiken einzelner Branchen hinzugenommen. Hinweise auf entsprechende Informationsquellen werden laufend aktualisiert zur Verfügung gestellt. 

Darüber hinaus hat die NORD/LB die folgenden Geschäfte im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsrichtlinien gänzlich ausgeschlossen:

  • Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen, die an der Herstellung, dem Handel, dem Transport, der Lagerung oder der Reparatur folgender Rüstungsgüter beteiligt sind und internationalen Verträgen entgegenstehen: Hierzu zählen insbesondere biologische Waffen, chemische Waffen, Personenminen, Streubomben und Streumunition, Uranmunition sowie Waffen, die in besonderer Weise geeignet sind, unverhältnismäßige Verletzungen sowie Schäden in der Zivilbevölkerung zu verursachen.
  • Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen, die Pornografie produzieren und mit ihr handeln sowie zu Unternehmen, die diesem Sektor nahestehen
  • Finanzierung des Baus von Atomkraftwerken und konventionellen Kohlekraftwerken
  • Finanzierung des Baus von Staudämmen und Wasserkraftwerken in besonders schutzwürdigen Gebieten
  • Die NORD/LB tätigt zudem keine Geschäfte im eigenen Namen auf eigene Rechnung an den Warenterminbörsen.

Weiterführende Informationen: NORD/LB Nachhaltigkeitsrichtlinien

SaarLB

Aufgrund ihres regionalen Geschäftsmodells ist die SaarLB mit ihrem Kreditgeschäft fast ausschließlich in Deutschland und Frankreich aktiv, mit starkem Fokus auf Saarland-Rheinland-Pfalz und Elsass-Lothringen. Ihre Kunden sind der Mittelstand, Projekt- und Immobilieninvestoren und die Gebietskörperschaften, institutionelle Anleger und vermögende Privatkunden. Die LBS als rechtlich unselbstständige Einheit innerhalb der SaarLB richtet ihr Angebot gemeinsam mit den saarländischen Sparkassen an alle Endkunden. Die SaarLB vermeidet Geschäftsbeziehungen, Kredit- und Anlageentscheidungen, die sie aus ethischen, ökologischen oder sozialen Gesichtspunkten nicht für vertretbar hält und hat eine eigene Nachhaltigkeits-Policy verabschiedet, die auch die Kunden-/Branchenakzeptanz regelt. So unterhält die SaarLB u. a. keine Geschäftsbeziehungen zu Rüstungsunternehmen und schließt Unternehmen mit Bezug zu kontroversen Waffen in ihren Eigenanlagen aus.

Weiterführende Informationen: SaarLB Nachhaltigkeitsstrategie

DekaBank

DekaBank
Als zentraler Dienstleister für die Sparkassen bündelt die DekaBank Kompetenzen im Asset-Management und im Bankgeschäft – als Vermögensverwalter, Finanzierer, Emittent, Strukturierer und Depotbank. Die Sparkassen sind alleinige Eigentümer der DekaBank.

Im gesamten Kreditgeschäft arbeitet die DekaBank immer auf Basis ihrer Finanzierungsgrundsätze. Die Grundlage dafür bildet die Kreditrisikostrategie der Deka-Gruppe. Mit Blick auf die ESG-Kriterien im Kreditgeschäft schließt die Deka-Gruppe bereits seit einigen Jahren verschiedene Finanzierungsarten grundsätzlich aus und hat diese in einer Negativliste (vgl. Deka-Nachhaltigkeitsbericht) zusammengefasst. Daneben hat die DekaBank nachhaltige Investitionsfelder definiert, in denen sie verstärkt aktiv sein will. Diese sind in einer Positivliste (vgl. Deka-Nachhaltigkeitsbericht) zusammengefasst.

  • Immobilienfinanzierungen: Im Bereich der gewerblichen Immobilienfinanzierung konzentriert sich die DekaBank auf transparente Märkte weltweit – das bedeutet: liquide Märkte mit einem sicheren rechtlichen Umfeld. Wegen ihrer Größe, Transparenz und Liquidität sind diese für das Geschäftsfeld Immobilien von zentraler Bedeutung. Bei jedem Neugeschäft werden Umwelt- und Sozialkriterien für Finanzierungen von Immobilienkrediten analysiert und bei der Bewertung mit einbezogen.
  • Spezialfinanzierungen: Die Spezialfinanzierungen der DekaBank setzen sich aus Transportmittelfinanzierungen, Infrastruktur- und Exportfinanzierungen sowie Sparkassen- und öffentlichen Finanzierungen zusammen. Die DekaBank finanziert ausschließlich Flugzeuge und Schiffe, die den aktuellen, technischen Anforderungen hinsichtlich Treibstoffverbrauch und Umweltschutzrichtlinien entsprechen. Finanzierte Schiffe haben darüber hinaus eine Flagge zu führen, die vom „Paris Memorandum of Understanding on Port State Control“ gelistet ist und die IMO-2020-Auflagen erfüllt. Im Infrastruktur- und Exportkreditportfolio sind Finanzierungen von Wind- und Solarparks, Wasserkraftwerken, Forschungszentren, Krankenhäusern und Straßen enthalten. Ein weiterer Fokus liegt auf Stadtwerken, die neue Energiekonzepte mit dem Ziel der Substitution von Kohlestrom durch regenerative Energiequellen umsetzen.

Weiterführende Informationen: Deka-Gruppe Nachhaltigkeitsbericht 2020

Ziele zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeit im Kundenkreditgeschäft

 

Handlungsprogramm zur Umsetzung von Nachhaltigkeit im Kundenkreditgeschäft

Handlungsfeld Ziel Umsetzungsmaßnahme(n) Termin

Kennzahlen

H8 Kreditgeschäft Nichtbanken (Sparkassen)
Sparkassen
Bestand in Mio. Euro
Anteil am
Bestand in Prozent
Kredite an Unternehmen und Selbstständige nach Wirtschaftszweigen 
469.816
    51,9 %   
 
Land-/Forstwirtschaft, Fischerei, Aquakultur 
11.933
1,3 %   
 
Energie-/Wasserversorgung, Entsorgung, Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 
26.455
2,9 %   
 
Verarbeitendes Gewerbe 
38.341
4,2 %   
 
Davon: 
Chemische Industrie, Kokerei und Mineralölverarbeitung 
2.497
0,3 %   
 
Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren 
2.271
0,3 %   
 
Glasgewerbe, Herstellung von Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden 
1.372
0,2 %   
 
Metallerzeugung und -bearbeitung, Herstellung von Metallerzeugnissen 
8.274
0,9 %   
 
Maschinenbau; Fahrzeugbau; Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen 
8.461
0,9 %   
 
Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen 
3.262
0,4 %   
 
Holzgewerbe; Papier- und Druckgewerbe; Herstellung von Möbeln und sonstigen Waren 
6.008
0,7 %   
 
Textil- und Bekleidungsgewerbe, Ledergewerbe 
1.008
0,1 %   
 
Ernährungsgewerbe; Tabakverarbeitung 
5.189
0,6 %   
 
Baugewerbe  
33.893
3,7 %   
 
Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen 
38.002
4,2 %   
 
Verkehr und Lagerei/Nachrichtenübermittlung 
12.395
1,4 %   
 
Finanzierungsinstitutionen (ohne MFI) und Versicherungsunternehmen 
36.509
4,0 %   
 
Dienstleistungen (einschl. freier Berufe) 
272.288
30,1 %   
 
Davon: 
Wohnungsunternehmen 
86.346
9,5 %   
 
Beteiligungsgesellschaften 
17.725
2,0 %   
 
Sonstiges Grundstückwesen 
72.686
8,0 %   
 
Gastgewerbe 
12.382
1,4 %   
 
Information und Kommunikation, Forschung und Entwicklung, Interessenvertretungen, Verlagswesen, Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen 
43.546
4,8 %   
 
Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen (Unternehmen und freie Berufe) 
23.828
2,6 %   
 
Vermietung bewegl. Sachen 
2.764
0,3 %   
 
Sonstige Dienstleistungen 
13.010
1,4 %   
 
Kredite an Privatpersonen 
382.727
    42,3 %   
 
Ratenkredite (ohne Kredite für den Wohnungsbau) 
30.015
3,3 %   
 
Nichtratenkredite (ohne Kredite für den Wohnungsbau) 
11.141
1,2 %   
 
Darunter: 
Debetsalden auf Lohn-, Gehalts-, Renten und Pensionskonten 
2.397
0,3 %   
 
Kredite für den Wohnungsbau (einschl. Hypothekarkredite) 
341.571
37,7 %   
 
Davon: 
Hypothekarkredite auf Wohnungsgrundstücke 
234.135
25,9 %   
 
Sonstige Kredite für den Wohnungsbau 
107.436
11,9 %   
 
Kredite an öffentliche Haushalte und Sonstige Kreditnehmer 
53.043
    5,9 %   
 
Öffentliche Haushalte 
31.627
3,5 %   
 
Sonstige Kreditnehmer 
21.416
2,4 %   
 
Davon: 
Inländische Organisationen ohne Erwerbszweck 
6.358
0,7 %   
 
Ausländische Nichtbanken 
15.058
1,7 %   
 
Gesamt 
905.586

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Auf der Grundlage ihres öffentlichen bzw. gesellschaftlichen Auftrags ist es Kernaufgabe der Sparkassen, die Unternehmen, die Bevölkerung und die kommunalen Institutionen in ihrem Geschäftsgebiet mit Krediten zu versorgen.

Im Jahr 2020 hatten die Sparkassen Kundenkredite in Höhe von insgesamt 906 Milliarden Euro im Bestand, davon entfielen:

  • 52 Prozent bzw. 470 Milliarden Euro auf Kredite an Unternehmen und Selbstständige, davon waren 33 Milliarden Euro Handwerkskredite,
  • 42 Prozent bzw. 383 Milliarden Euro auf Kredite an private Kunden und
  •  6 Prozent bzw. 53 Milliarden Euro auf öffentliche Haushalte und sonstige Kreditnehmer.

Sparkassen steuern ihre Aktivseite im Bewusstsein von Klima-, Umwelt- und sozialen Risiken. Sie werden das Risikomanagement für klimabedingte Risiken ausbauen und entwickeln Methoden zur Abschätzung der Klimaauswirkungen in ihren Kreditportfolios.

Aufschluss über die Branchenstruktur des Kreditportfolios der Sparkassen gibt die nachfolgende Tabelle.

H8 Kreditgeschäft Nichtbanken nach Hauptkreditnehmergruppen (Sparkassen)
Sparkassen
Bestand in Mio. Euro
Anteil am
Bestand in Prozent
Wohnungsbaukredite (Hypothekarkredite auf Wohngrundstücke und sonstige Kredite für den Wohnungsbau) 
494.172
54,6 %   
 
Unternehmenskredite (ohne Hypothekarkredite auf Wohngrundstücke und ohne sonstige Kredite für den Wohnungsbau) 
318.519
35,2 %   
 
Konsumentenkredite/Sonstige Kredite (ohne Hypothekarkredite auf Wohngrundstücke und ohne sonstige Kredite für den Wohnungsbau) 
41.156
4,5 %   
 
Öffentliche Haushalte 
31.627
3,5 %   
 
Sonstige Kreditnehmer 
20.112
2,2 %   
 
Gesamt 
905.586

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Sparkassen nutzen ihre Stärke im Markt zur Förderung einer sozial ausbalancierten ökologischen Transformation. Sie begleiten ihre (Unternehmens-) Kundinnen und Kunden als aktive Partner bei der Umstellung auf eine klimaschonende und nachhaltige Wirtschaftsweise. Sie raten ihren Kundinnen und Kunden, bei Neu- oder Umbau von Immobilien oder betrieblichen Maßnahmen in klimafreundliche Technik zu investieren und dabei die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen. Bei Finanzierungsangeboten setzen sie aktiv öffentliche Förderprogramme ein.

Ein klarer Schwerpunkt der Sparkassen liegt im Bereich der Wohnungsbaufinanzierung: Fast 55 Prozent bzw. gut 494 Milliarden Euro der Bestandskredite entfielen Ende 2020 auf den Wohnungsbau (Hypothekarkredite auf Wohngrundstücke und sonstige Kredite für den Wohnungsbau). Mit mehr als jedem zweiten Euro ihres Kundenkreditgeschäfts finanzieren die Institute Wohnraum in Deutschland. Der Großteil der Mittel fließt in den privaten Wohnungsbau, während rund 86,3 Milliarden Euro im Rahmen der Unternehmensfinanzierung auf Kredite an Wohnungsunternehmen entfielen.

Die Verringerung des Energiebedarfs von Gebäuden ist ein Schwerpunkt der deutschen Klimaschutzpolitik. Sowohl im Bereich der Wohnimmobilien als auch in öffentlichen und gewerblichen Gebäuden lassen sich durch die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien sowie durch energieeffiziente Neubauten erhebliche Potenziale zur Senkung der CO2-Emissionen erschließen, die zur Abschwächung des Klimawandels beitragen.

Als führender Partner für die Finanzierung von Wohnimmobilien engagieren sich die Sparkassen für ökologisch verträgliches Wohnen. Die Sparkassen-Finanzgruppe hat im Jahr 2020 Kredite in Höhe von mehr als 10 Milliarden Euro für energieeffizientes Sanieren und Bauen bereitgestellt, die über Förderbanken refinanziert wurden. Nähere Angaben zum Umfang dieses Engagements finden sich in der Segmentsberichterstattung zu dem Indikator P3 Kredite für ökologische Zwecke.

H8 Kreditgeschäft Nichtbanken (Landesbanken)
Landesbanken
Bestand in Mio. Euro
Anteil am
Bestand in Prozent
Kredite an Unternehmen und Selbstständige nach Wirtschaftszweigen 
176.237
    46,9 %   
 
Land-/Forstwirtschaft, Fischerei, Aquakultur 
1.991
0,5 %   
 
Energie-/Wasserversorgung, Entsorgung, Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 
24.268
6,5 %   
 
Verarbeitendes Gewerbe 
17.426
4,6 %   
 
Davon: 
Chemische Industrie, Kokerei und Mineralölverarbeitung 
1.681
0,4 %   
 
Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren 
1.218
0,3 %   
 
Glasgewerbe, Herstellung von Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden 
964
0,3 %   
 
Metallerzeugung und -bearbeitung, Herstellung von Metallerzeugnissen 
1.779
0,5 %   
 
Maschinenbau; Fahrzeugbau; Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen 
5.773
1,5 %   
 
Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen 
1.236
0,3 %   
 
Holzgewerbe; Papier- und Druckgewerbe; Herstellung von Möbeln und sonstigen Waren 
1.819
0,5 %   
 
Textil- und Bekleidungsgewerbe, Ledergewerbe 
386
0,1 %   
 
Ernährungsgewerbe; Tabakverarbeitung 
2.570
0,7 %   
 
Baugewerbe  
3.247
0,9 %   
 
Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen 
7.779
2,1 %   
 
Verkehr und Lagerei/Nachrichtenübermittlung 
11.149
3,0 %   
 
Finanzierungsinstitutionen (ohne MFI) und Versicherungsunternehmen 
29.519
7,9 %   
 
Dienstleistungen (einschl. freier Berufe) 
80.858
21,5 %   
 
Davon: 
Wohnungsunternehmen 
27.228
7,3 %   
 
Beteiligungsgesellschaften 
7.520
2,0 %   
 
Sonstiges Grundstückwesen 
26.308
7,0 %   
 
Gastgewerbe 
575
0,2 %   
 
Information und Kommunikation, Forschung und Entwicklung, Interessenvertretungen, Verlagswesen, Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen 
11.716
3,1 %   
 
Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen (Unternehmen und freie Berufe) 
3.888
1,0 %   
 
Vermietung bewegl. Sachen 
1.576
0,4 %   
 
Sonstige Dienstleistungen 
2.047
0,5 %   
 
Kredite an Privatpersonen 
19.975
    5,3 %   
 
Ratenkredite (ohne Kredite für den Wohnungsbau) 
508
0,1 %   
 
Nichtratenkredite (ohne Kredite für den Wohnungsbau) 
3.171
0,8 %   
 
Darunter: 
Debetsalden auf Lohn-, Gehalts-, Renten und Pensionskonten 
262
0,1 %   
 
Kredite für den Wohnungsbau (einschl. Hypothekarkredite) 
16.296
4,3 %   
 
Davon: 
Hypothekarkredite auf Wohnungsgrundstücke 
11.538
3,1 %   
 
Sonstige Kredite für den Wohnungsbau 
4.759
1,3 %   
 
Kredite an öffentliche Haushalte und Sonstige Kreditnehmer 
179.336
    47,8 %   
 
Öffentliche Haushalte 
71.788
19,1 %   
 
Sonstige Kreditnehmer 
107.548
28,6 %   
 
Davon: 
Inländische Organisationen ohne Erwerbszweck 
890
0,2 %   
 
Ausländische Nichtbanken 
106.658
28,4 %   
 
Gesamt 
375.548

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Im Rahmen der Verbundstrategie stellen die Verbundunternehmen den Sparkassen ihr umfassendes Know-how sowie ihre Expertise im Bereich Nachhaltigkeit zur Verfügung und engagieren sich so für die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsleistung der gesamten Sparkassen-Finanzgruppe. Durch die gezielte Entwicklung grüner und nachhaltiger Produkte unterstützen sie darüber hinaus den Beitrag der Sparkassen-Finanzgruppe für die nachhaltige Transformation unserer Produktions- und Lebensweise.

ESG Layer

Anwendung übergeordneter Standards im Kundenkreditgeschäft

In Verbundunternehmen wie den Landesbanken und der DekaBank sind übergreifende Nachhaltigkeitsstandards und ergänzende institutsspezifische Leitplanken im Kreditgeschäft implementiert, auf deren Grundlage eine umfassende und systematische Steuerung von tigkeitsrisiken erfolgt.

In der nachfolgenden Übersicht sind die wesentlichen übergeordneten Nachhaltigkeitsrichtlinien zusammengefasst, die von den Verbundunternehmen angewendet werden (Stand 30.06.2021). Die Angaben werden nach Bedarf unterjährig aktualisiert.

Standard Landesbanken Deka-Gruppe Verbundunternehmen Sparkassen
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UN Helaba, LBBW
ILO-Kernarbeitsnormen BayernLB, DekaBank, Helaba, LBBW, SaarLB
Equator Principles DekaBank
OECD – Common Approaches Helaba
OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen Helaba, LBBW
Performance Standards der International Finance Corporation (IFC) LBBW
UK Slavery Act BayernLB, DekaBank, Helaba, LBBW, NORD/LB
Umwelt- und Sozialstandards der Weltbank BayernLB
UN Global Compact Berlin Hyp, DekaBank, Helaba, LBBW, NORD/LB
UN Principles for Responsible Banking (PRB) LBBW, NORD/LB

Bericht an die Gesellschaft 2019

Intern