Wissenschaftsförderung – Wissen für die Gestaltung der Zukunft | DSGV - Bericht an die Gesellschaft
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Wissenschaftsförderung

Wissen für die Gestaltung der Zukunft

Gesellschaftliche Verantwortung übernehmen – das haben sich die Sparkassen als öffentlich-rechtliche Kreditinstitute wie selbstverständlich „auf die Fahne geschrieben“. Das Engagement für Sport und Kultur ist vielen geläufig, die Förderung von Wissenschaft und Forschung durch die Sparkassen hingegen weniger.

Exemplarisch wie vorbildlich ist hier zum Beispiel die Partnerschaft zwischen der Technischen Universität Chemnitz und der Sparkasse Chemnitz. Denn die Sparkasse Chemnitz ist weit mehr als „nur“ Förderer von Campus- und Sportfesten, Universitätsball oder Immatrikulationsfeiern. „Wir arbeiten mit der Universität zusammen und verfolgen den gemeinsamen Gedanken, etwas für Forschung, Wissenschaft und Bildung zu tun. Denn eine starke Bildungslandschaft mit guten Studienmöglichkeiten fördert den Berufsnachwuchs und damit die wirtschaftliche Entwicklung in der Region. Und genau dies ist die Prämisse, die wir uns setzen. Wir wollen die Region stärken und voranbringen. Dieser Verantwortung stellen wir uns Tag für Tag“, erklärt Dr. Michael Kreuzkamp, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Chemnitz, das Engagement des regionalen Kreditinstitutes.

Initialfunken für eine nachhaltige Gründungskultur

Seit Mitte der 1990er Jahre ist an den deutschen Universitäten und Hochschulen eine starke Hinwendung zum Thema Unternehmensgründung festzustellen. Eine Tendenz, die auch an der TU Chemnitz nicht vorbeigeht. Die Sparkasse Chemnitz gab bereits 1998 mit der Stiftung einer Professur für Existenzgründungen den Initialfunken, eine nachhaltige Gründungskultur an der TU Chemnitz schrittweise zu entwickeln. Mit der im Jahr 2013 errichteten und von der Sparkasse gestifteten Juniorprofessur für „Entrepreneurship in Gründung und Nachfolge“ sollen die wichtigen Themen Unternehmensgründung und Unternehmensnachfolge in die traditionellen universitären Aufgaben eingebracht werden. Zudem bildet die Juniorprofessur die Chance, die Gründungsförderung innerhalb und außerhalb der Universität noch stärker zu vernetzen, internationale Erfolgskonzepte aufzunehmen und auf die Arbeit in Chemnitz zu übertragen.

Rüstzeug für den Schritt in die Selbstständigkeit

Den Absolventen wird das „richtige Rüstzeug“ mitgegeben, um den Schritt in die Selbstständigkeit bzw. in die Unternehmensnachfolge wagen zu können. Ein Ansatz, den die Sparkasse Chemnitz begrüßt. Denn gerade auf dem Gebiet der Förderung von Existenzgründern ist das regionale Kreditinstitut schon seit langem sehr aktiv. „Die Unterstützung durch die Sparkasse ermöglicht es uns, das Thema unternehmerische Selbstständigkeit vielfältig zu verankern. Wir setzen uns in der Lehre mit den Grundlagen innovativer Geschäftsideen und Geschäftsmodellen sowie sozial relevanter Gründungen vertieft auseinander. Zudem zeigen wir Studierenden die Chancen und Herausforderungen einer Unternehmensnachfolge auf. Diese Angebote werden von Studierenden mit hohem Interesse nachgefragt. In der Forschung beschäftigen wir uns mit der Motivation zur Gründung und Unternehmensnachfolge sowie den regionalen Rahmenbedingungen innovativer Start-ups. Von der Bedeutung dieser Forschungsbereiche zeugen mehrere Auszeichnungen auf internationalen Konferenzen.“ sagt Dr. Mario Geißler, Juniorprofessor der Stiftungsprofessur. „Wir verstehen uns als Partner der Wissenschaft. Denn Investition in die Wissenschaft heißt Investition in die Zukunft“, bringt Dr. Michael Kreuzkamp das Engagement der Sparkasse Chemnitz auf den Punkt.

6.1. Wissenschaftsförderung der Sparkassen-Finanzgruppe

Die Sparkassen-Finanzgruppe unterstützt in allen Regionen Deutschlands Universitäten und Fachhochschulen bei ihrem Bildungs- und Forschungsauftrag und fördert damit in besonderer Weise die Zukunftsfähigkeit des Standorts. Ihren Fokus legt die bundesweite Gemeinschaftseinrichtung „Wissenschaftsförderung der Sparkassen-Finanzgruppe e. V.“ darauf, Forschung und Lehre im Bereich des Geld-, Bank- und Börsenwesens zu unterstützen.

2017 hat sie elf (2016: neun) Forschungsvorhaben an Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten im gesamten Bundesgebiet gefördert, mehrere wissenschaftliche Tagungen mitfinanziert und zur Veröffentlichung wissenschaftlicher Literatur beigetragen. Besondere Schwerpunkte im Berichtsjahr lagen zum einen in der Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Gründungsforschung (FGF) e.V., der führenden wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Unternehmensgründung, -finanzierung und Mittelstandsfragen. Die Sparkassen-Wissenschaftsförderung unterstützte die Jahreskonferenz des FGF und vergab darüber hinaus den Preis für das beste Forschungspapier junger Wissenschaftler. Gefördert wurde zum anderen auch die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Finanzwirtschaft (DGF), der anerkannte Wissenschaftler aus der Bank- und Kapitalmarktforschung angehören. Zudem stiftete die Sparkassen-Wissenschaftsförderung den Preis für das beste Doktoranden-Forschungspapier.

20 Stiftungen in der Sparkassen-Finanzgruppe setzen sich ausschließlich oder schwerpunktmäßig für die Förderung von Wissenschaft und Forschung ein.

I16 Wissenschaftsförderung Anzahl Fördervolumen in €
Geförderte Projekte insgesamt 11 ca. 350.000
Beispielhafte Aktivitäten:
Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen in Europa
Finanzielle Bildung: Maßnahmen, Erfahrungen, Evaluierung und Ausblick
Mobile Geschäftsstellen
Niedrigzinspolitik und Sparkultur un Japan: Implikationen für die deutsche europäische Wirtschaftspolitik

Bericht an die Gesellschaft 2017

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