Deutsche Sparkassenstiftung für internationale Kooperation | DSGV - 2020

Deutsche Sparkassenstiftung für internationale Kooperation

Globales Denken? Jetzt erst recht!

Globales Wachstum braucht regionale Stabilität. Die Sparkassen-Idee verknüpft beides auf nachhaltige Weise – und findet international immer größere Resonanz. Die Deutsche Sparkassenstiftung für internationale Kooperation e. V. fördert das Sparkassen-Erfolgsmodell in derzeit rund 50 Ländern der Welt.

Die Globalisierung lässt die Welt näher zusammenrücken – und gleichzeitig wächst auch die Bedeutung stabiler regionaler und dezentraler Strukturen. Gerade im Zuge der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, dass finanzielle Dienstleistungen schnell und zuverlässig vor Ort angeboten werden und viele Menschen erreichen können.

Globale Stabilität gelingt besser, wenn überall in der Welt stabile Strukturen existieren – gerade auch auf regionaler Ebene. Über „Local Banking“ lassen sich finanzielle Teilhabe organisieren, Wachstum und Stabilität ermöglichen sowie Armut- und Fluchtursachen bekämpfen. Auch in zahlreichen Schwellen- und Entwicklungsländern spielen regionale Finanzinstitute eine wichtige Rolle, weil sie es möglich machen, finanzielle Hilfen dort auszuzahlen, wo sie benötigt werden.

Einen wichtigen Beitrag zum Aufbau verbindender globaler Strukturen leistet seit fast 30 Jahren die Deutsche Sparkassenstiftung für internationale Kooperation: Als entwicklungspolitische Einrichtung der Sparkassen-Finanzgruppe trägt sie das Erfolgsmodell Sparkasse über regionale Grenzen hinaus in die Welt.

Die Projekte der Deutschen Sparkassenstiftung werden durch Mitgliedsbeiträge der Sparkassen sowie durch Geldgeber wie u.a. das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziell gefördert. Diese Projekte sind vielseitig und setzen vor allem auf die Stärkung lokaler Ressourcen. In Afrika beispielsweise unterstützt die Deutsche Sparkassenstiftung den Aufbau von Mikrofinanzierungsangeboten im ländlichen Raum. Der Zugang zu niedrigschwelligen Finanzierungsmöglichkeiten und die Förderung selbst organisierter Spargruppen ist eine wichtige Grundlage für finanzielle Inklusion, auch in entlegenen Regionen.

Ein anderer Schwerpunkt liegt seit einigen Jahren im Aufbau von Finanzstrukturen für Migrantinnen und Migranten. In vielen Ländern der Welt leben Menschen, die vor Krieg, Naturkatastrophen oder Armut auf der Flucht sind. Ihnen bieten sich oft nur eingeschränkte Zugangsmöglichkeiten zu den Finanzsystemen in den Fluchtländern. Hier setzen verschiedene Projekte der Deutschen Sparkassenstiftung für internationale Kooperation an: In der Türkei unterstützt sie gemeinsam mit der „Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)“ wirtschaftliche Förderprogramme für Flüchtlinge aus Syrien. In Kolumbien und Peru wirkt sie mit am Aufbau von Finanzdienstleistungen und Finanzbildung für venezolanische Migrantinnen und Migranten. In Ghana wiederum stärkt sie regionale Förderangebote für Menschen, die aus Europa in die Heimat zurückkehren.

„Green Finance“ ist ein weiteres wichtiges Thema für die Deutsche Sparkassenstiftung. Die Förderung von umwelt- und klimabezogenen Aspekten des Finanzsystems ist ökologisch sinnvoll und trägt außerdem dazu bei, Gesundheit und Wohlstand der lokalen Bevölkerung zu verbessern, kleine und mittlere Unternehmen wirtschaftlich zu stärken sowie neue Geschäftsfelder für lokale Finanzinstitute zu schaffen. So unterstützt die Deutsche Sparkassenstiftung beispielsweise ein EU-finanziertes Projekt in Myanmar, das auf die Verbesserung des nachhaltigen Wasser- und Energiemanagements im Delta des Flusses Ayeyarwady abzielt. In Burundi führt sie gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ein Projekt zur Verbesserung der sanitären Grundversorgung und zur Versorgung ländliche Haushalte mit biologischem Dünger durch. Weitere umweltbezogene Vorhaben gibt es aktuell in Mexiko, in der Republik Moldau und in Namibia.

Eine wichtige Facette ist außerdem das Personalförderprogramm, das die Deutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit dem Förderkolleg der „Stiftung für die Wissenschaft“ aufgelegt hat. Im Rahmen dieses Programms werden Sparkassentalente in ausgewählte Projektländer entsandt, um dort ihr Wissen in den Aufbau von stabilen Finanzstrukturen einzubringen und internationale Erfahrungen zu sammeln. Fünf bis zehn Stipendien werden pro Jahr vergeben. Startschuss für dieses Programm war im Jahr 2014. Seither sind über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe ins Ausland gegangen. Corona hat das Projekt im vergangenen Jahr zwar ausgebremst, die Ausschreibung für das Jahr 2021/2022 ist jedoch wieder planmäßig veröffentlicht worden.

Bericht an die Gesellschaft 2020

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