Bildung | DSGV - 2018
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Bonuspunkte für gesellschaftliches Engagement

Wer sich sozial engagiert, hat beste Chancen bei der Sparkasse Celle. Denn Bewerber mit Ehrenamt erhalten dort eine Art VIP-Ticket zum Bewerbungsgespräch. Das Recruiting-Programm der Sparkasse kommt gut an.

Bei einer Bewerbung zählen meist die harten Fakten. Wenn Unternehmen die Kandidaten für einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz sichten, schauen sie meist auf Schulnoten und Zeugnisse. Die Sparkasse Celle hat jetzt einen neuen Weg eingeschlagen. Sie lädt Bewerber auch ohne Eignungsprüfung direkt zu Vorstellungstests ein. Einzige Voraussetzung: Die potenziellen Azubis müssen sich ehrenamtlich engagieren.

Wer mindestens 100 Stunden ehrenamtliches Engagement im Jahr nachweisen kann, bekommt von der Sparkasse eine Art VIP-Ticket. Er darf erste Eignungstests überspringen und wird direkt zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Die Sparkasse lancierte sogar eigens eine Öffentlichkeitskampagne mit dem Titel „#Ehrenmann, #Ehrenfrau, #Ehrenmenschen“, um auf das neue Recruiting-Konzept aufmerksam zu machen.

Sparkassen-Vorstand Dr. Patrick Kuchelmeister hatte selbst die Idee zu der Kampagne, als ihm die vielen engagierten jungen Menschen in seinem Bekanntenkreis auffielen. „In Einstellungstests werden vor allem kognitive Fähigkeiten abgefragt, aber Bewerber mit sozialen Kompetenzen fallen oft durchs Raster“, sagt Kuchelmeister. „Bei den Sparkassen steht aber der Mensch im Mittelpunkt. An den Noten lässt sich nur bedingt ablesen, ob ein Bewerber die nötigen Soft Skills dafür mitbringt. Einen Aufschluss gibt uns jedoch das soziale Engagement des Bewerbers.“

Gerade im Zeitalter der Digitalisierung sei es wichtig, die sozialen Kompetenzen wieder in den Mittelpunkt zu stellen: „Bankkaufleute brauchen Empathie, um die Bedeutung des Inhalts im Kontext für ihre Kunden einzuschätzen und zu bewerten“, erläutert Kuchelmeister. „Das sind Fähigkeiten, die im Zuge der Digitalisierung zu verkümmern drohen.“

„Du bist viel mehr als Deine Noten. Du engagierst Dich unentgeltlich, gemeinwohlorientiert und freiwillig im Bereich Umwelt, Kultur, Sport oder im Sozialen? Bewirb Dich jetzt für einen Ausbildungsplatz. Ohne Umwege zum Vorstellungsgespräch.“

Positive Resonanz reicht bis nach Berlin

Ehrenamtliche Menschen haben eine größere Chance, ihre Empathie zu trainieren, ist Kuchelmeister überzeugt, deshalb ist das neue Auswahlverfahren seine persönliche Herzensangelegenheit. In der Regel würden sich ehrenamtlich tätige Menschen einsetzen, weil sie gerne mit anderen Menschen zusammen sind. Dass er mit dieser Einschätzung richtig liegt, zeige ihm die tägliche Erfahrung in der Sparkasse: „Unsere Mitarbeiter haben über 400 ehrenamtliche Tätigkeiten in der Stadt und im Landkreis“, sagt Kuchelmeister. „Darum weiß ich, dass sozial engagierte Bewerber gut in unser Team passen.“

Ein positives Echo auf das Angebot der Sparkasse gab es jedenfalls nicht nur bei vielen Bewerberinnen und Bewerbern und in der Region, sondern auch in Berlin. Der Bundestagsabgeordnete Alexander Hoffmann, Vorsitzender des Unterausschusses Bürgerschaftliches Engagement, lobte die Celler Kampagne ausdrücklich: „Wer sich ehrenamtlich engagiert, dem soll das an der passenden Stelle auch gedankt werden. Daher hoffe ich, dass möglichst viele Unternehmen und Betriebe die Kampagne der Sparkasse Celle aufgreifen und denjenigen Frauen und Männern, die zum Wohle der Allgemeinheit tätig sind, besondere Wertschätzung zukommen lassen.“ Auch der Bundesverband der Personalmanager nominierte die Kampagne „#Ehrenmann, #Ehrenfrau, #Ehrenmenschen“ für den begehrten Parsonalmanagement Award. Die Kampagne wurde mit dem zweiten Platz ausgezeichnet.

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Bericht an die Gesellschaft 2018

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