{"id":10833,"date":"2024-06-23T10:08:23","date_gmt":"2024-06-23T08:08:23","guid":{"rendered":"https:\/\/im-auftrag-der-gesellschaft.de\/2023\/?p=10833"},"modified":"2024-11-07T14:30:58","modified_gmt":"2024-11-07T13:30:58","slug":"arbeitskraefte-in-der-wertschoepfungskette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/im-auftrag-der-gesellschaft.de\/2023\/soziales\/arbeitskraefte-in-der-wertschoepfungskette\/","title":{"rendered":"Arbeitskr\u00e4fte in der Wertsch\u00f6pfungskette"},"content":{"rendered":"<p>Unternehmen m\u00fcssen zuk\u00fcnftig offenlegen, ob und wie bei ihren Zulieferern Nachhaltigkeitskriterien eingehalten werden \u2013 so verlangt es das Lieferkettengesetz. Das gilt auch f\u00fcr Sparkassen. Bei der Sparkasse Krefeld hat man sich fr\u00fch auf den Weg gemacht und ist dieses Thema gezielt angegangen.<\/p>\n<p>Seit dem 1. Januar 2023 ist das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), so sein vollst\u00e4ndiger Name, in Kraft. Zun\u00e4chst galt es nur f\u00fcr Unternehmen mit mehr als 3.000 Besch\u00e4ftigten. Zum 1. Januar 2024 wurde der Geltungsbereich auf Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden erweitert. Dazu geh\u00f6rt auch die Sparkasse Krefeld, bei der rund 1.400 Menschen arbeiten.<\/p>\n<p>Dort nahm man das Gesetz zum Anlass, sich klarer zu diesem Thema zu positionieren. Anfang des Jahres ver\u00f6ffentlichte die Sparkasse eine Grundsatzerkl\u00e4rung, in der die Achtung der Menschenrechte und die Verantwortung f\u00fcr die Umwelt als zentrale Anliegen benannt werden. Zudem wurde ein Katalog von Ma\u00dfnahmen beschrieben, um diese Verantwortung bei Mitarbeitenden und Gesch\u00e4ftspartnern zu verankern. Dar\u00fcber hinaus hat die Sparkasse ein eigenes Referat eingerichtet, das die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben koordinieren und effiziente Prozesse daf\u00fcr entwickeln soll. F\u00fcr die Lieferkettenbeauftragte Nicole Carin stehen dabei vor allem zwei Aspekte im Vordergrund: Schaffung von einheitlichen, effizienten Prozessen und eine intensive Kommunikation.<\/p>\n<p>Im ersten Schritt sei es wichtig, bestehende Vertragspartner und Lieferanten systematisch zu erfassen und zu analysieren. Es gebe in der Sparkasse keine zentrale Einkaufsabteilung, die Beschaffung sei dezentral aufgestellt, erl\u00e4utert sie. Daher sei es wichtig, einen \u00dcberblick dar\u00fcber zu bekommen, wie die Prozesse im Einzelnen ablaufen und welche Entscheidungskriterien jeweils zum Tragen kommen.<\/p>\n<p>Das ist ein komplexes Vorhaben, denn die gesamte Bandbreite des Beschaffungswesens muss daf\u00fcr in den Blick genommen werden. Auch ist eine geeignete Systematik zu entwickeln, die langfristigen Vertragsverh\u00e4ltnissen ebenso gerecht wird wie Ad-hoc-Einkaufsprozessen. \u201eIch bin die erste Ansprechpartnerin f\u00fcr den Aufbau und die \u00dcberwachung einer effizienten Lieferketten-Compliance\u201c, erl\u00e4utert Carin. \u201eZugleich machen wir unsere Mitarbeitenden fit f\u00fcr diese Themenstellung, damit sie die Anforderungen des LksG an ihren Arbeitspl\u00e4tzen umsetzen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Kommunikation ist die zweite wichtige S\u00e4ule, sowohl mit den Mitarbeitenden als auch mit den Gesch\u00e4ftspartnern. Es gehe darum, alle Beteiligten zu sensibilisieren und ein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr zu schaffen, was die Zielsetzungen und Anforderungen des Gesetzes sind, erkl\u00e4rt Carin. Die Prozesse m\u00fcssten der Regulatorik gen\u00fcgen, aber zugleich effizient sein, denn die Mitarbeitenden sollten sich mehr auf ihre Kernaufgaben konzentrieren als auf den vollumf\u00e4nglichen Umgang mit den gesetzlichen Anforderungen aus dem LkSG. Hier gelte es, eine gute und praktikable Balance zu finden.<\/p>\n<p>Nicole Carin ist es dabei wichtig, das Augenmerk nicht nur auf den Aufwand zu lenken, sondern die vielen positiven Ergebnisse zu betonen: \u201eDie Analyse der Einkaufsprozesse sch\u00e4rft den Blick auf Facetten, die zuvor vielleicht noch nicht gesehen wurden. Als Unternehmen ist man gehalten, wirtschaftlich zu denken. In der Analyse lernt man jedoch, nicht nur auf den Preis zu achten, sondern auch die Frage zu stellen, wie ein Preis zustande kommt. Das vertieft das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Produktions- und Lieferprozesse. Es hilft dabei, m\u00f6gliche Konsequenzen und Risiken zu erkennen und bei der Einkaufsentscheidung zu ber\u00fccksichtigen.\u201c<\/p>\n<p>Eine wichtige Rolle spielt auch der Austausch innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe. Das Gesetz mache einige klare Vorgaben, sei aber vor allem was die praktische Umsetzung angehe nicht in allen Aspekten konkret, bemerkt Carin. Da gebe es durchaus Handlungsspielr\u00e4ume, die ausgelotet werden m\u00fcssten, etwa was den Aufbau der Prozesse oder die konkrete Ausgestaltung der Prozessdokumentation betreffe. Hierzu gebe es einen regen Erfahrungsaustausch innerhalb der Sparkassenorganisation, der hilfreich und n\u00fctzlich sei.<\/p>\n<p>Die praktische Umsetzung des Lieferkettengesetzes sieht Carin deshalb als laufenden Prozess: Vorgehensweisen f\u00fcr neue regulatorische Vorgaben aufzubauen, sei anfangs immer aufw\u00e4ndig. Wenn sich die Abl\u00e4ufe einmal etabliert und eingespielt h\u00e4tten, werde der Aufwand auch abnehmen. Andererseits w\u00fcrden in der praktischen Anwendung sicher immer wieder neue Fragestellungen auftauchen, zumal sich auch Dienstleister und Lieferanten weiterentwickeln und aktuell das EU-Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz von der EU verabschiedet wurde. Insofern werde die Betrachtung der Lieferkette auch weiterhin ein lebendiges Thema bleiben, das alle Beteiligten noch lange besch\u00e4ftigen werde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unternehmen m\u00fcssen zuk\u00fcnftig offenlegen, ob und wie bei ihren Zulieferern Nachhaltigkeitskriterien eingehalten werden \u2013 so verlangt es das Lieferkettengesetz. Das gilt auch f\u00fcr Sparkassen. Bei der Sparkasse Krefeld hat man sich fr\u00fch auf den Weg gemacht und ist dieses Thema gezielt angegangen. Seit dem 1. 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