{"id":10782,"date":"2024-06-19T14:30:23","date_gmt":"2024-06-19T12:30:23","guid":{"rendered":"https:\/\/im-auftrag-der-gesellschaft.de\/2023\/?p=10782"},"modified":"2024-11-07T14:17:57","modified_gmt":"2024-11-07T13:17:57","slug":"oekosysteme-und-landnutzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/im-auftrag-der-gesellschaft.de\/2023\/umwelt\/oekosysteme-und-landnutzung\/","title":{"rendered":"\u00d6kosysteme und Landnutzung"},"content":{"rendered":"<p>Wer nachhaltig produziert, schont nicht nur Ressourcen, sondern arbeitet oft auch wirtschaftlicher. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt ein aktuelles Pilotprojekt, das die Sparkasse Berchtesgadener Land mit ins Leben gerufen hat. Es erprobt die sogenannte \u201eregenerative Bewirtschaftung\u201c landwirtschaftlicher B\u00f6den.<\/p>\n<p>Worum geht es dabei? Die intensive Bewirtschaftung von Acker- und Weidefl\u00e4chen, die vielfach in der Landwirtschaft praktiziert wird, ist zuweilen eine gro\u00dfe Belastung f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t. Obwohl sich mit dieser Methode kurzfristig Ertr\u00e4ge steigern lassen, werden ohne entsprechende Vorkehrungen auf Dauer die B\u00f6den und Grundwasserreservoirs ersch\u00f6pft. Das beeintr\u00e4chtigt langfristig auch die Produktivit\u00e4t und Wirtschaftlichkeit landwirtschaftlicher Betriebe.<\/p>\n<p>In der regenerativen Landwirtschaft wird ein anderer Ansatz gew\u00e4hlt. Hier werden die B\u00f6den so bewirtschaftet, dass Biodiversit\u00e4t und Vitalit\u00e4t erhalten bleiben. Vereinfacht gesagt: Pflanzen binden durch ihre Stoffwechselaktivit\u00e4t CO2 und erzeugen dadurch Humus. Humus f\u00f6rdert das Pflanzenwachstum, verbessert die Wasserspeicherf\u00e4higkeit und sch\u00fctzt gegen Extremwetterereignisse. Die regenerative Landwirtschaft unterst\u00fctzt diese nat\u00fcrliche Humusbildung des Bodens, etwa durch den Einsatz von D\u00fcngemitteln oder von Begr\u00fcnungsma\u00dfnahmen, die die nat\u00fcrliche Vielfalt nicht reduzieren, sondern beleben. Das Ziel: Die B\u00f6den insgesamt widerstandsf\u00e4higer zu machen und ihren Ertragsreichtum langfristig zu sichern.<\/p>\n<p>Diese nachhaltige Bewirtschaftung n\u00fctzt auch dem Klima. Denn bereits ein Prozent mehr Humus pro Hektar kann 50 Tonnen CO2 binden und den klimasch\u00e4dlichen Treibhauseffekt ausbremsen. Dieses wirksame Zusammenspiel von Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz ist Ziel des Berchtesgadener Projekts. Neben der Sparkasse Berchtesgadener Land sind vier Unternehmen und f\u00fcnf Landwirte aus dem Landkreis beteiligt, darunter die lokalen Milchwerke, eine Brauerei und ein Landhotel.<\/p>\n<p>Der Feldversuch l\u00e4uft zun\u00e4chst \u00fcber drei Jahre. In diesem Zeitraum absolvieren die Landwirte Fortbildungen in Theorie und Praxis, um die Methoden der regenerativen Landwirtschaft kennenzulernen. Jeder Landwirt stellt zudem f\u00fcnf Hektar Bodenfl\u00e4che bereit, je Hektar sollen im Rahmen des Projekts rund 45 Tonnen Humus erzeugt werden. Die beteiligten Unternehmen finanzieren das Projekt und verg\u00fcten nach drei Jahren den erreichten Humusaufbau bzw. die damit verbundene CO2-Speicherung finanziell. Im Rahmen des Forschungsprojekts wird zudem analysiert, inwiefern der Humusaufbau die Wasserspeicherf\u00e4higkeit des Bodens und die N\u00e4hrstoffverf\u00fcgbarkeit f\u00fcr die Pflanzen verbessert.<\/p>\n<p><strong>Humusaufbau im Antonihof<\/strong><\/p>\n<p>Das Berchtesgadener Projekt ist in diesem Umfang das erste seiner Art in Deutschland. Methoden der regenerativen Landwirtschaft werden aber auch anderswo eingesetzt. Im S\u00fcden Baden-W\u00fcrttembergs begleitet die Sparkasse Schwarzwald-Baar seit einigen Jahren den Antonihof in Bad D\u00fcrrheim.<\/p>\n<p>Landwirt Christoph Tr\u00fctken entwickelt dort mit wissenschaftlicher Begleitung ein Verfahren, um B\u00f6den durch Humusaufbau wieder fruchtbar zu machen. Das sorgt nicht nur f\u00fcr gute Ertr\u00e4ge auf seinen \u00c4ckern und Viehweiden: Durch den Verkauf von Zertifikaten hilft er au\u00dferdem regionalen Unternehmen dabei, ihren CO2-Aussto\u00df zu kompensieren. Auch die Sparkasse Schwarzwald-Baar, die den Aufbau seines landwirtschaftlichen Betriebs als Finanzpartner begleitet hat, geh\u00f6rt mittlerweile zu seinen Kunden. Sparkassen-Vorstandschef Arendt Gruben erkl\u00e4rt: \u201eWir kompensieren einen Teil unserer unvermeidbaren CO2-Emissionen durch den Humusaufbau des Antonihofes, also direkt hier vor Ort in unserem Gesch\u00e4ftsgebiet.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer nachhaltig produziert, schont nicht nur Ressourcen, sondern arbeitet oft auch wirtschaftlicher. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt ein aktuelles Pilotprojekt, das die Sparkasse Berchtesgadener Land mit ins Leben gerufen hat. Es erprobt die sogenannte \u201eregenerative Bewirtschaftung\u201c landwirtschaftlicher B\u00f6den. Worum geht es dabei? 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