Vorsorgen mit gutem Gefühl – Soziale Eigensvorsorge | DSGV - Bericht an die Gesellschaft
© DSGV

Nachhaltige Anlageprodukte

Wege in eine neue Wertpapierkultur

Alle Bürger sollen einen Zugang zu modernen Finanzdienstleistungen haben. Dazu gehören auch Anlageprodukte mit einem besonderen ökologischen und sozialen Nutzen. Mit den nachhaltigen Fonds der DekaBank sowie der Landesbanken bieten die Sparkassen ein breites Produktspektrum für Kunden, die ihr Geld in sozial und ökologisch besonders verantwortlich handelnde Unternehmen und Institutionen investieren möchten. Ein Interview mit Michael Rüdiger, Vorsitzender des Vorstands der Deka-Gruppe.

DSGV-Präsident Georg Fahrenschon hat eine nachhaltige Wertpapierkultur gefordert. Wie unterstützt die Deka diese Forderung?

Als Wertpapierhaus der Sparkassen ist es uns ein zentrales Anliegen, zusammen mit unseren Anteilseignern eine nachhaltige Wertpapierkultur in Deutschland zu etablieren. Dies ist ein langwieriger Prozess – aber ein lohnender. Um die Nachhaltigkeit anderer bei der Unternehmensführung glaubhaft beurteilen und kommentieren zu können verlangt es, dass wir selbst eine nachhaltige Unternehmensführung praktizieren und uns bei der Umsetzung dieser auch nach internationalen Standards beurteilen lassen. Damit begegnen wir auch den wachsenden sozialen und ökologischen Anforderungen unserer Kunden. Nachhaltigkeitsaspekte werden bei den wertpapier- und immobilienbasierten Anlageprodukten ebenso wie im Finanzierungsbereich und unseren Eigen­anlagen berücksichtigt. Durch unser Engagement im Bereich der nachhaltigen Kapitalanlage und durch unser Nachhaltigkeitsmanagement wollen wir unsere im Wettbewerbsvergleich starken Nachhaltigkeitsratings verteidigen, so wie wir dies bei unseren Ratings zur Beurteilung unserer Finanzkraft machen  – zwei Zieldimensionen, die keinesfalls im Widerspruch stehen, sondern die sich bei der Deka gut miteinander verzahnen.

Warum ist Nachhaltigkeit im Wertpapiergeschäft besonders wichtig?

Für deutsche Sparer ist es von elementarer Bedeutung, dass sie ihre Zurückhaltung gegenüber Aktienanlagen aufgeben, wenn sie Vermögen für ihre Altersvorsorge aufbauen möchten. Dies zeigen die Ergebnisse der Studie „Lebensstandard im Alter sichern – Rentenlücke mit Aktien schließen. Aktionsplan Aktienorientierte Altersvorsorge“, die in Folge einer gemeinsamen Initiative vom Deutschen Aktieninstitut, dem Bankhaus Metzler, der Union Investment und der Deka erstellt wurde. Demnach müssen Aktien in der deutschen Altersvorsorge – anders als heute – einen festen Platz haben, um bei abnehmender Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Renten­versicherung das Auskommen im Alter zu sichern und die absehbare Lücke in der gesetzlichen Rente effektiv zu schließen.

Was tut die Deka konkret, um den kulturellen Wandel zu mehr Wertpapieren im Portfolio der Anleger voranzubringen?

Ein wichtiger Baustein um die Wertpapierkultur zu fördern, besteht darin, die Sparer über regelmäßiges Wertpapiersparen an diese für sie oftmals ungewohnte Anlageform heranzuführen. Dies machen wir in enger Kooperation mit den deutschen Sparkassen. Die gemeinsamen Initiativen der letzten Jahre von Sparkassen und Deka bei dem wichtigen Thema Wertpapiersparen zeigen Wirkung.

Lässt sich das mit Zahlen belegen?

Im ersten Halbjahr 2017 haben Sparkassenkunden rund 300.000 Deka-Wertpapiersparpläne abgeschlossen und damit genauso viele wie im gesamten Jahr 2016. Mit 3,8 Millionen Wertpapier-Sparverträgen hat mittlerweile rund jeder zehnte Sparkassenkunde einen solchen Sparplan. Neben dem regelmäßigen Wertpapiersparen setzen wir unser Engagement bei der Förderung der Finanzbildung beziehungsweise der kapitalmark­torientierten Forschung oder bei den Themen Corporate Social Responsibility und nachhaltige Anlageprodukte konsequent fort.

Welche weiteren Maßnahmen gibt es?

Zur Förderung einer nachhaltigen Wertpapierkultur gehört auch, dass wir als Treuhänder verstärkt die Stimme als Aktionär wahrnehmen und uns insbesondere auch zum Thema Corporate Governance einbringen. Dazu trat die Deka Investment in der Haupt­versammlungs­saison 2017 vermehrt öffentlich auf und konnte als Stimme der Aktionäre deutlich vernommen werden. So haben wir uns verstärkt auf Hauptversammlungen von DAX- und MDAX-Unternehmen zu deren Geschäftsstrategie und der Nachhaltigkeit der Unternehmensführung geäußert. Und natürlich übt die Deka Investment ihre Stimmrechte aus, nach klar definierten, strengen Abstimmungs­richtlinien, die wir auf unserer Website veröffentlichen. Als Wertpapierhaus der Sparkassen sind wir den Interessen der Anleger verpflichtet, und das ist insbesondere auch eine angestrebte nachhaltige Entwicklung der Anlage.

10.1. Nachhaltige Anlageprodukte

Im Privatkundenbereich verwaltete die Deka Investment GmbH per Ende 2016 insgesamt rund 2,1 Milliarden Euro in nachhaltigen Produkten, 8,9 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Für institutionelle Kunden belief sich das Volumen nachhaltiger Investments zum 31.12.2016 auf rund 8 Milliarden Euro. Insgesamt summiert sich das Volumen nachhaltiger Anlageprodukte bei der Deka Investment GmbH damit auf über 10,1 Milliarden Euro.

Für private und institutionelle Anleger, die in besonderem Maße ESG-Kriterien berücksichtigen wollen, hat die Deka Investment GmbH in den vergangenen Jahren eine Reihe entsprechender Anlageprodukte aufgelegt. Die Fondsfamilie „Deka-Nachhaltigkeit“ umfasst derzeit die drei Fonds Deka-Nachhaltigkeit Aktien, Deka-Nachhaltigkeit Renten und Deka-Nachhaltigkeit Balance. Zum Angebot gehören zudem der vermögensverwaltende Fonds DekaSelect: Nachhaltigkeit sowie der Aktienfonds Deka-UmweltInvest, der ausschließlich in Unternehmen aus den Bereichen Klima- und Umweltschutz, Wasserwirtschaft und erneuerbare Energien investiert. Weiterführende Informationen zu den Nachhaltigkeitsfonds der Deka finden sie unter: https://www.deka.de/privatkunden/produkte/fonds/nachhaltigkeitsfonds.

Ende 2015 hat die DekaBank in Zusammenarbeit mit der Nachhaltigkeits-Ratingagentur oekom research den Indexfonds Deka Oekom Euro Nachhaltigkeit UCITS ETF für institutionelle Anleger aufgelegt. An institutionelle Anleger richten sich auch die beiden Fonds Deka-Stiftungen Balance und der im Dezember 2015 aufgelegte Deka-Kirchen Balance. Im aktuellen Stiftungs-Fonds-Ranking des Fondsberaters Fonds Consult ist der Fonds Deka-Stiftungen Balance mit der Gesamtnote „sehr gut“ auf Rang drei der Gesamtwertung aufgestiegen. Neben den Fonds bietet die DekaBank institutionellen Investoren individuelle Anlagelösungen, bei denen die jeweiligen nachhaltigkeitsbezogenen Anforderungen und Kriterien umfassend berücksichtigt werden. Berücksichtigt man zusätzlich die rund 18,2 Milliarden Euro Eigenanlagen in Wertpapieren, die unter Nutzung der Kriterien des Eigenanlagefilters verwaltet werden, ergibt sich ein Gesamtvolumen nachhaltig verwalteter Geldanlagen in der Deka-Gruppe in Höhe von rund 28,3 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anteil von über 20 Prozent an den nach Berechnungen des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG) in Deutschland insgesamt nachhaltig verwalteten Geldanlagen (136,6 Milliarden Euro, Marktbericht 2016).

Die LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH verwaltet in Summe 1.024,7 Millionen Euro an nachhaltigen Fonds (institutionelle und private Kunden). Für die Privatkunden hat die Vermögensverwaltung der LBBW 183,7 Millionen Euro nach Nachhaltigkeitskriterien angelegt (Stand: 31.12.2016).

Alle aktiv von der BayernInvest Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH verwalteten Fonds und Mandate verzichten auf Investitionen in Wertpapiere von Produzenten geächteter Waffen. Dies bezieht sich auf ein Volumen von insgesamt 65.271,57 Millionen Euro. Alle von der BayernInvest gemanagten Publikumsinvestmentvermögen verzichten auf Investments in Agrarrohstoffe (1.165,90 Millionen Euro). Zusätzlich verwaltet die BayernInvest Spezial-AIF mit spezifischen Nachhaltigkeitskriterien in Höhe von 263,89 Millionen Euro. Darüber hinaus wird der Publikumsfonds DKB Zukunftsfonds nach strengen Nachhaltigkeitskriterien gemanagt. Das Volumen des Fonds beträgt 33,61 Millionen Euro. Das Gesamtvolumen an nachhaltigen Fonds der BayernInvest beträgt demnach 297,50 Millionen Euro (Stand: 31.12.2016).

 
2016
Vorjahr
P1 Nachhaltige Fonds Anzahl Volumen in € Anzahl Volumen in €
Nachhaltige Anlageprodukte der Deka Investment GmbH n. e. 10.156.060.152 n. e. 7.000.764.608
Nachhaltige Anlageprodukte der LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH n. e. 1.024.700.000 n. e. 806.400.000
Nachhaltige Anlageprodukte der BayernInvest Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH n. e. 297.500.000 n. e. 291.960.000
Gesamt n. e. 11478260152 n. e. 8099124608

10.1. Produkte zur Stärkung sozialer Eigenvorsorge

Eine eigenverantwortliche finanzielle Zukunftsvorsorge wird für die Menschen angesichts zunehmend instabiler Arbeitsverhältnisse und aufbrechender familiärer Strukturen immer wichtiger. Durch regelmäßiges Sparen sorgt die breite Mehrheit unserer Kunden vor. Doch aufgrund der andauernden Niedrigzinsphase haben die Privatkunden in den letzten Jahren vom mittel- und langfristigen Bereich in den kurzfristigen Bereich (täglich fällig) umgeschichtet. 

Im Jahr 2016 flossen dadurch rund 8,7 Milliarden Euro aus mittel- und langfristigen Sparprodukten in täglich fällige Produkte. Der Bestand an mittel- und langfristigen Anlagen (Privatpersonen) bei Sparkassen beträgt 303,7 Milliarden Euro.

Bericht an die Gesellschaft 2016

Produkte