Mit Finanzkompetenz gegen Trickdiebe und Internetbetrüger | DSGV - Bericht an die Gesellschaft

Finanzkompetenz in privaten Haushalten

Mit Finanzkompetenz gegen Trickdiebe und Internetbetrüger

Für mehr Kompetenz in finanziellen Dingen: Sparkassen fördern nicht nur die persönliche Vorsorge, sondern unterstützen auch Aufklärungs- und Bildungsmaßnahmen zum richtigen Umgang mit Geld. Ein besonders wichtiges Thema ist dabei die Warnung vor kriminellen Betrugsversuchen via Internet und Telefon. Vor allem ältere Menschen sind häufig Ziel von Betrügern.

Eigentlich ein Grund zur Freude: Da meldet sich der Enkel, von dem man schon so lange nichts gehört hat, am Telefon, und kündigt seinen Besuch an. Vielleicht kommt ein wenig Unsicherheit auf, weil die Stimme etwas anders klingt, als man sie in Erinnerung hat, aber dann ist das Gespräch so nett. Und als der Enkel dann fragt, ob er mal vorbeikommen könnte, und ob man ihm vielleicht ein bisschen aushelfen könne, er habe da grade ein kleines finanzielles Problem – wer kann da schon Nein sagen …

Vor allem ältere Menschen werden häufig durch Trickbetrüger um Geld oder Wertgegenstände gebracht. Im Volksmund werden die Betrugsversuche meist als „Enkeltrick“ bezeichnet, denn oft geben sich die Betrüger als entfernte Verwandte aus. Das ist in einer Zeit, in der familiäre Kontakte nicht mehr so intensiv gepflegt werden wie früher, ein recht effektiver Trick. Aber es gibt durchaus andere Betrugsmaschen: Bisweilen tarnen sich die Betrüger auch als Polizisten, Rechtsanwälte oder Beamte des BKAs. Dabei greifen sie auch zu technischen Tricks, wie zum Beispiel der Manipulation von Telefondisplays: Für den Angerufenen sieht es dann so aus, als käme das Telefonat tatsächlich von einer öffentlichen Stelle.

„Wenn Sie von jemandem angerufen werden, den Sie nicht zuordnen können, sagen Sie direkt ‚Nein‘ und legen auf“, sagt Johannes Schaer. „Ein ‚Ja‘ am Telefon kann unter Umständen schon als Zustimmung zu einem Vertrag oder ähnlichem gewertet werden.“ Schaer kennt die einschlägigen Tricks und Methoden, denn er war bis zu seinem Ruhestand Polizeihauptkommissar. Mehr als 40 Jahre arbeitete er bei der Landespolizei und hat in seiner Laufbahn zahlreiche Beispiele aus erster Hand sammeln können. Inzwischen widmet er sich der Aufklärung und Prävention, als Teil des Netzwerkes „Sicherheitsberater für Senioren“.

Insgesamt neun Berater sind für das Netzwerk im Norden Schleswig-Holsteins unterwegs, beraten ältere Menschen und geben Empfehlungen, wie sie sich vor Kriminalität unterschiedlichster Art schützen können. Das Konzept, das von der Flensburger Polizei gemeinsam mit der Nord-Ostseesparkasse (Nospa) entwickelt wurde, baut auf lebendige, anschauliche Informationsveranstaltungen, die praktische Tipps und Hinweise in einem lockeren Vortrags- und Diskussionsformat präsentieren sollen. Dass die Berater selbst ältere Jahrgänge sind, ist ein wichtiger Aspekt: „Wir sprechen die gleiche Sprache, das führt zu höherer Akzeptanz“, sagt Schaer.

Sechs größere Informationsveranstaltungen wurden seit 2016 im Geschäftsgebiet der Nospa durchgeführt – allesamt mit einer sehr guten Besucherresonanz. Und in mindestens einem Fall mit einer unmittelbaren praktischen Wirkung. „Eine Besucherin hat wenige Tage nach der Veranstaltung unsere Ratschläge direkt umgesetzt und konnte einen unseriösen Anrufer sofort abwimmeln“, weiß Johannes Schaer zu berichten.

Die Veranstaltungen thematisieren aber nicht nur verschiedene Formen des Telefonbetrugs. Eine umfangreiche Aufklärung findet auch zu Tricks und Maschen von Betrügern im Internet statt: „Da ist das Problem eher, dass die Jagd nach einem tollen Schnäppchen über die Vernunft siegt“, fasst Schaer die Erfahrungen aus seiner langjährigen Praxis zusammen. Wie viele Betrugsfälle es im Jahr gibt, lässt sich schwer ermitteln: „Vielen Betroffenen ist es peinlich, die Vorfälle zu melden.“

Und so will die Nospa an ihrem erfolgreichen Konzept festhalten. „Als Sparkasse ist uns neben einer kompetenten Beratung und gutem Service die Vermittlung finanzieller Kompetenz ein wichtiges Anliegen“, sagt Regionaldirektor Thomas Wiese aus Flensburg. „Neue Technologien verändern in einem rasanten Tempo eine Vielzahl von Dingen in unserem Alltag. Das bietet uns allen viele neue Chancen, ruft aber auch Kriminelle auf den Plan, die versuchen, die Unkenntnis von Menschen auszunutzen. Deshalb möchten wir alle Bürgerinnen und Bürger im Geschäftsgebiet in die Lage versetzen, sich auch gegen solche kriminellen Methoden zu wappnen.“

Bericht an die Gesellschaft 2016

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